01.02.2013
Billigreifen im Test 2013: Vier Winterreifen-Modelle und ein Premium-Reifen
Vorsicht ist geboten
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Billigreifen im Test: 205/55 R 16
Wenn der VW Golf auf den Conti-Pneus aus Tempo 100 stoppt, hat der Testwagen mit Syron-Reifen noch knapp 40 km/h auf dem Tacho und kommt erst rund zwölf Meter weiter zum Stehen - das kann einen schweren Unfall zur Folge haben |
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Billigreifen im Test: 205/55 R 16
Auf dem Handling-Parcours offenbaren die Billig-Pneus Sicherheitsdefizite |
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Billigreifen im Test: 205/55 R 16
Wir haben alle fünf Testreifen gemäß der aktuellen Label-Kriterien geprüft |
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Premiumreifen: Continental ContiWinterContact TS 850
Preis pro Satz 471 Euro
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Billigreifen: Achilles Winter 101
Preis pro Satz 262 Euro
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Billigreifen im Test: Gute Nässe-Eigenschaften bei Reifen erfordern Hightech-Gummimischungen – das geht ins Geld. Doch Pneus zum Discount-Preis können lebensgefährlich sein
Seit dem 1. November müssen alle Neureifen das EU-Reifenlabel tragen. Die Idee dahinter: Kunden sollen, ähnlich wie bei Kühl- oder Fernsehgeräten, auf einen Blick über wesentliche Produkteigenschaften informiert werden. Aber: Wie nützlich sind die aufgeklebten Infos tatsächlich?
Für die aktuelle Winterreifensaison spielt das Label kaum eine Rolle, weil die Kennzeichnungspflicht nur für Reifen gilt, die nach dem 30. Juni produziert wurden (ab DOT 2712). Die Produktion der Winter-Profile endete bereits im Sommer. Spätestens seit August laufen in fast allen Werken Sommerreifen vom Band, die zum Frühjahr 2013 in den Handel gelangen. Darum sind derzeit die wenigsten Winterreifen überhaupt betroffen.
Trotzdem tragen etliche Pneus bereits das Label auf freiwilliger Basis - oder Aufkleber, die dem EU-Sticker nachempfunden sind (siehe Kasten). Das kann für Irritationen beim Verbraucher sorgen - und zu Fehlkäufen verleiten.
Wir haben stichprobenartig einen etablierten Premium- und vier Billigreifen gekauft, die allesamt in der Kategorie Nassgriff mindestens mit einem C klassifiziert sind. Aber trotz gezielter Nachfrage beim Reifenhändler trug nur der Conti ein gültiges Label. Die übrigen Kandidaten aus China und Indonesien wurden vor dem Label-Stichtag hergestellt. Damit entgehen sie der Label-Pflicht. Dennoch sollten laut Rechnung alle Reifen mindestens der Nassgriff-Klasse C entsprechen.
Reifentest: Ein Billigreifen mit guten Resultaten
Das haben wir überprüft und die fünf Wettbewerber gemäß den gültigen EU-Richtlinien getestet. Dass dabei einzig der Conti mit guten Resultaten abschneidet, überrascht kaum. Im Label-Bremstest von 80 auf 20 km/h fallen die Unterschiede scheinbar noch recht gering aus (bis 6,9 m Differenz). Umgerechnet auf eine Vollbremsung aus 100 km/h bis zum Stillstand erhöht sich der Abstand jedoch auf knapp zwölf Meter - was etwa zwei bis drei Fahrzeuglängen entspricht.
Auch bei der folgenden Testfahrt auf dem künstlich beregneten Handling-Kurs liefern die vier Discount-Pneus eine schwache Vorstellung ab: Sie zeigen allesamt ein instabiles Verhalten im Grenzbereich und reagieren trotz Fahrdynamikregelung (ESP) empfindlich auf Lastwechsel, woraus ein durchweg unsicheres Fahrgefühl resultiert. Ganz anders der Conti: Er verzeiht mit stoischer Ruhe sogar grobe Fahrfehler.
Nur Reifentests, wie sie die AUTO ZEITUNG regelmäßig durchführt, bieten zuverlässige Informationen. Zumal in einem solchen Test 18 Disziplinen geprüft werden, während das EU-Label nur Rollwiderstand, Geräusch-Emission und Nassbremsen abgedeckt. Wer noch auf der Suche nach Winterreifen ist, sollte sich vor allzu preiswerten Schnäppchen hüten - auch wenn diese vermeintlich genauso gut sind wie die teureren Premium-Produkte. Doch bislang haben wir noch keinen Billigreifen erlebt, der eine tatsächlich konkurrenzfähige Leistung an den Tag gelegt hätte.
Martin Urbanke


















