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Oberklasse Kombi-Vergleich

Schnell-Laster

Der neue Volvo Spross heißt V70. Im Vergleich mit dem Audi A6 Avant muss der Schwede zeigen, ob er bei den Oberklasse Kombis mithalten kann

Volvo-Käufer sind hierzulande Kombi-Käufer. Mehr als 90 Prozent aller Kunden entschieden sich bei den Vorgängerbaureihen der aktuellen Oberklasse-Modelle für die Steilheckvarianten. Dass diese Käufer überwiegend Gesamtschullehrer sind, die John-Lennon-Brillen tragen und intellektuell angehauchte Wochenzeitungen lesen, ist nicht mehr als ein Klischee – aber immerhin eines mit einem wahren Kern. Denn auf dem deutschen Premium-Markt waren die Volvo-Kombis bisher kaum mehr als eine individuelle Alternative zu den etablierten deutschen Luxus-Lastern. Womöglich wäre diese besondere Klientel ein wenig geschockt, wenn sie erführe, dass die neueste Version des großen Volvo-Kombi auf einer Ford-Plattform basiert. Berührungsängste sind in diesem Fall nicht angebracht, denn die bereits auf dieser Plattform aufgebauten Ford-Modelle S-Max und Mondeo sowie der Volvo S80 haben bereits gezeigt, dass sie zum Besten gehören, was der Ford-Konzern je auf die Räder gestellt hat. In diesem ersten Vergleichstest muss der V70 – ausgerüstet mit dem 185 PS starken Fünfzylinder-Diesel – zeigen, ob er gegen den Audi A6 Avant 2.7 TDI mit 180 PS bestehen kann.

Karosserie

Der hohe Nutzwert zählte in der Vergangenheit zu den Eigenschaften, welche die Volvo-Kunden ganz besonders an ihren großen Kombis schätzten. Der kommt auch im Neuen nicht zu kurz. Obwohl man es ihm nicht ansieht, ist der aktuelle V70 elf Zentimeter länger, hat sechs Zentimeter mehr Radstand und baut sogar acht Zentimeter höher als das Vorgängermodell. Das Größenwachstum kommt dabei sowohl dem Passagierabteil als auch dem Laderaum zugute. So fasst der Kofferraum mit 575 Litern Volumen 90 Liter mehr als der des Vorgängers. Allerdings ist beim maximalen Ladevolumen ein kleiner Rückschritt zu verzeichnen: 1641 zu 1600 Liter zugunsten des alten V70. Uneingeschränkt gewonnen hat jedoch das Raumgefühl auf den Passagierplätzen des großen Volvo. Die Insassen fühlen sich vorzüglich untergebracht, zumal dann, wenn sie – wie im Falle des Testwagens – auf aufpreispflichtigem Leder (ab 1690 Euro) sitzen. Da fühlt sich auch die Audi-Besatzung kaum wohler, die allerdings über etwas mehr Bewegungsfreiheit verfügt. Abfinden müssen sich die Passagiere bei beiden Kombis mit einer vergleichsweise bescheidenen Zuladung (Audi: 465 kg, Volvo: 455 kg), auch eine Folge der gemessenen Gesamtgewichte, die erheblich über den in den Fahrzeugpapieren versprochenen Werten liegen. In der Praxis überzeugt der V70 allerdings mit seinem besser nutzbaren Ladeabteil, das dank der dreiteilig umlegbaren Rücksitzlehne und des ebenen Ladebodens sehr variabel ist. Ein nützliches Extra sind zudem die bedienfreundlichen integrierten Kindersitze (350 Euro). Dass der Audi letztlich das Karosseriekapitel mit deutlichem Vorsprung für sich entscheidet, liegt unter anderem an der etwas umfangreicheren Sicherheitsausstattung, der besseren Material- und Verarbeitungsqualität und der durchdachteren Bedienung. Der A6 glänzt mit übersichtlichen Bedienelementen, während sich der Volvo-Fahrer an Eigentümlichkeiten wie etwa der hinter der oberen rechten Lenkradspeiche versteckten Navigationssystem-Bedienung abfinden muss.

KarosserieMax. PunkteAudi A6 Avant 2.7 TDIVolvo V70 D5 Kombi
Raumangebot vorn1008885
Raumangebot hinten1008985
Übersichtlichkeit704338
Bedienung/ Funktion1008378
Kofferraumvolumen1006060
Variabilität1002835
Zuladung/ Anhängelast803735
Sicherheit1509688
Qualität/ Verarbeitung200175168
Kapitelbewertung1000699672
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi A6 Avant 2.7 TDI

PS/KW 179/132

0-100 km/h in 8.40s

Frontantrieb, 6 Gang manuell

Spitze 225 km/h

Preis 42.255,00 €

Volvo V70 D5 Kombi

PS/KW 185/136

0-100 km/h in 9.20s

Frontantrieb, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 39.760,00 €