Opel Mokka vs. Nissan Qashqai & Skoda Yeti: Kompakt-SUV Die drei sind gefragt

22.05.2015
Inhalt
  1. KAROSSERIE
  2. FAHRKOMFORT
  3. MOTOR/GERTRIEBE
  4. FAHRDYNAMIK
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Ihr gutes Gesamtpaket hat diese drei Kompakt-SUV längst zu Verkaufsschlagern gemacht. Doch sind sie sich auch ebenbürtig?

Kaum eine andere Welt ist derzeit so bunt bestückt wie die der Kompakt-SUV. Die Modellpalette reicht von modischem Design über viel Nutzwert bis hin zu extremen Fahrleistungen. Und wie in keinem anderen Segment dürfen Kunden aus einem breiten Spektrum zwischen extrem günstig und sehr teuer wählen. Das macht die Entscheidung für das richtige Auto nicht gerade leichter. Doch drei Modelle scheinen besondere Empfehlungen zu sein, denn sie haben sich längst als Kassenschlager ihrer Marken etabliert. Beim Skoda Yeti ist das seit sechs Jahren bekannt. Der Tscheche konnte unzählige Vergleichstests gewinnen – sogar gegen den Klassenprimus VW Tiguan.

Ebenfalls sehr beliebt auf  dem deutschen Markt ist der Nissan Qashqai, dessen Vorgänger eines der meistverkauften SUV überhaupt war. Die zweite Generation kann seit gut einem Jahr vieles sogar noch besser und erfüllt die hohen Verkaufserwartungen. Leise, still und heimlich mausert sich seit Ende 2012 der Mokka zum Bestseller von Opel. Grund genug, dem kleinen Publikumsliebling einen neuen Dieselmotor zu spendieren, der auch die Euro-6-Norm erfüllt, und für einen ersten Vergleichstest des 1.6 CDTI 4x4 gegen seine Konkurrenz.

 

KAROSSERIE

Skoda Yeti und Opel Mokka gehören mit 4,22 Metern und 4,27 Metern Außenlänge zu den kürzesten SUV in der Kompaktklasse. Das bedeutet aber nicht gleich, dass man hier auf ein gutes Platzangebot verzichten muss. Vor allem der Skoda überrascht jedes mal aufs Neue mit einer überragenden Raumausnutzung. Die steilen Flanken erzeugen mit den großen Fensterflächen und dem hohen Dach ein sehr großzügiges Raumgefühl und garantieren eine perfekte Übersichtlichkeit.

Die Platzverhältnisse sind selbst im Nissan nicht üppiger, obwohl der Japaner mehr als zehn Zentimeter länger ist. Dafür beein-druckt der Qashqai mit einer sehr umfangreichen Sicherheitsausstattung. Notbrems- und Spurhalteassistent sind ab der günstigen Acenta-Ausstattung serienmäßig an Bord des Japaners. Und eine Rundum-Kamera (Serie ab Tekna) sowie ein Toter-Winkel-Warner (700 Euro, ab Tekna) sind nur bei ihm zu haben.

Spürbar kleinstes Modell im Trio ist der Mokka, auf dessen Rückbank allerdings immer noch zwei Erwachsene locker Platz nehmen können. Nur die seitlichen Dachholme dürften Großgewachsene etwas stören. Anders als beim gut 30 Zentimeter längeren Opel Antara können sich Materialauswahl und Verarbeitungsqualität im Mokka sehen lassen. Hier lässt nichts darauf schließen, dass er eigentlich aus Korea kommt. Und als einziges SUV im Testfeld kann der Mokka, den technisch viel mit dem Meriva verbindet, mit einem Auffahrwarner bestückt werden (Frontkamera: 700 Euro).

Mit 356 bis 1372 Litern Kofferraum gibt’s im Opel-Heck aber am wenigsten Platz. Weil man die hinteren Einzelsitze im Yeti nicht nur verstellen, sondern auch ausbauen kann, variiert der Laderaum bei ihm zwischen  405  und  beachtlichen 1760 Litern (Nissan: 430 bis 1585 Liter). Der Skoda hat auch bei Zuladung und Anhängelast die Nase vorn (siehe pdf). Daher fährt er schon im ersten Kapitel einen deutlichen Vorsprung heraus.

 

FAHRKOMFORT

Einstellbare Fahrwerke oder adaptive Dämpfer stehen bei diesen Kompakten nicht in der Aufpreisliste. Und so gehören alle drei Kandidaten nicht gerade zu den komfortabelsten ihrer Klasse. Am ehesten überzeugt der Nissan auf 17-Zoll-Rädern und mit dem relativ langen Radstand von 2,65 Metern mit ruhigem Gesamtlauf. Auf schlechten Pisten oder welligen Straßen dringt aber auch hier unnötige Unruhe in den Innenraum.

Sehr bequem sitzt man dafür auf den weichen Polstern. Und die Rücksitzbank lässt sich für eine angenehme Beinfreiheit sogar verschieben. Sehr ausgewogen, wenn auch etwas steifbeinig rollt der Skoda Yeti über den Asphalt. Wer tatsächlich öfter abseits befestigter  Straßen unterwegs ist, sollte bei den serienmäßigen 16-Zoll-Rädern mit etwas höherer Reifenflanke bleiben.

Der Komfort im Opel Mokka leidet vor allem unter den beim Testwagen aufgezogenen 18-Zoll-Rädern, die es für 1792 Euro Aufpreis gibt. Für ebene Autobahnstrecken oder sportliche Fahrweise mag diese Auslegung angenehm sein, auf löchrigen Pisten wünscht man sich hier und da aber etwas mehr Eigendämpfungsreserven. Dagegen kann man es auf den fair kalkulierten, vorderen Ergonomiesitzen (390 Euro) samt Lendenwirbelstütze und ausziehbarer Oberschenkelauflage auch auf sehr langen Strecken bequem aushalten.

Dabei zeigt sich die optionale Lederbespannung (2790 Euro) etwas straffer als die serienmäßige Stoffvariante. Edel wirken die zweifarbigen Bezüge auch noch. Und im Preis für das Leder-Premium-Paket ist obendrein nicht nur die  Sitzheizung  enthalten,  sondern auch das beheizbare Lenkrad, das es nur im Mokka gibt. Nissan kontert mit einer serienmäßigen Klimaautomatik für die  zweitgünstigste Ausstattung (Acenta), die als Basis für die stärkeren Motorversionen und die Allradmodelle des Nissan Qashqai fungiert.

 

MOTOR/GERTRIEBE

Die Motorenpalette beim Mokka beschränkt sich auf zwei Benziner (115 und 140 PS), ein Autogasmodell (140 PS) sowie den neuen 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS und Euro-6-Abgasnorm. Der stammt aus Astra und Meriva als Ersatz für den bisherigen 1.7 CDTI. Schon auf den ersten Metern gefällt der quirlige Selbstzünder mit seiner Drehfreude. Ohne Anfahrschwäche arbeitet er sich willig durchs Drehzahlband und entfaltet seine Leistung  dabei angenehm homogen. Passend knackig lässt sich dazu das Sechsgang-Getriebe bedienen. So dürfte der Mokka sogar ambitionierte Fahrer glücklich machen.

Ähnlich kultiviert verhält sich das 130 PS starke Nissan-Aggregat, das zusammen mit Renault entwickelt wurde. Seinen Leistungsnachteil weiß der 1,55 Tonnen schwere Qashqai dabei gut zu verstecken. Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 erledigt der Japaner in 10,1 Sekunden – also etwas schneller als der Opel. Das liegt allerdings am einstellbaren Allradantrieb. Der kann nämlich für einen besseren Anfahrwert per Kippschalter auf eine feste Kraftverteilung von 50:50 eingestellt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten zieht der Opel als leichtester im Testfeld seinen Kontrahenten aber davon.

Beachtlich ist allerdings die Elastizität des Nissan-Motors. Schaltfaule haben Zwischensprints hier sogar schneller erledigt als im Skoda, der über zwei Liter Hubraum verfügt. Gegen die Mitbewerber wirkt das 140 PS starke TDI-Aggregat aus der VW-Palette sehr kernig. Beim Sprint auf 100 km/h knackt der Yeti als einziger die 10-Sekunden-Marke. Der Verbrauch leidet aber unter der aerodynamisch ungünstigeren Karosserieform.

Auf der Normrunde der AUTO ZEITUNG verlangte der Langhuber nach 7,2 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Das ist gut ein Liter mehr als bei Nissan und Opel. Der Mokka 1.6 CDTI glänzt hier mit dem besten Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern auf 100 Kilometer. Das kleine Tankvolumen von 52 Litern reicht dann trotzdem noch für gut 850 Kilometer Reichweite. Beim Nissan mit 65 Litern Kraftstoffvorrat sind es dagegen 1031 Kilometer.

 

FAHRDYNAMIK

Das fahrdynamische Potenzial des Opel Mokka lässt keine Wünsche offen. Der Rüsselsheimer lenkt willig ein, behält auch in engen Kurven die Traktion und verhält sich in schnellen Kurven lange neutral, bis er im Grenzbereich sicher beherrschbar sanft über die Vorderräder schiebt. Bei den Run-denzeiten auf dem abgesperrten Handlingparcours muss er aber hinter den Konkurrenten dennoch etwas zurückstecken.

Ein wenig schneller durcheilt der Nissan die kurvige Strecke, allerdings nur, wenn man viel Gefühl beweist. Denn schnelle Wechselkurven dürfen nicht zu hart genommen werden. Mischt sich die Restregelwirkung des ESP mit ins Geschehen, wird der Allradler für eine gefühlte Ewigkeit unsanft eingebremst. Zudem kann im Slalom die Lenkung verhärten. Solche Einflüsse sind dem Skoda Yeti völlig fremd.

Seiner fahrdynamischen Glanzvorstellung kommt das steife Fahrwerk entgegen. So lässt sich der Tscheche Runde für Runde schneller als die anderen absolut reproduzierbar um die Handlingstrecke scheuchen. Dass er obendrein die meisten Punkte bei den Bremsentests einheimst, setzt der Kapitelwertung nur die Krone auf. Vorbildlich bissig verzögern aber auch Nissan und Opel mit Bremswegen um gut 35 Meter.

 

UMWELT/KOSTEN

In dieser Wertung müsste es eigentlich drei Sieger geben. Denn der Opel überzeugt mit dem günstigsten Einstiegspreis – selbst mit getestetem Dieselmotor und Allradantrieb (26.685 Euro). Nur der 18-Zoll-Radsatz treibt den Preis auf Konkurrenzniveau. Auch der Yeti verdient Lob, denn bei Garantien, Wartungskosten und Versicherungseinstufungen ist der Skoda unschlagbar. Zudem können die meisten Extras zu sehr fairen Konditionen einzeln geordert werden. Der Grundpreis des Nissan Qashqai ist mit 29.500 Euro zwar vergleichsweise hoch, doch ist die beschriebene Acenta-Ausstattung ja auch schon mit allen erdenklichen Extras bestückt (Notbremsassistent, Spurhalter, Einparkhilfe für vorn und hinten, Klimaautomatik). Der Japaner ist hier der echte Preis-Leistungs-Sieger.

 

FAZIT

Der Opel Mokka ist mit seinem neuen, 1,6 Liter großen Dieselmotor einmal mehr eine Empfehlung wert. Der Antrieb überzeugt mit Dynamik und Sparsamkeit zugleich. Beim Platzangebot und Komfort kann der Mokka aber nicht ganz mit seinen Konkurrenten mithalten. Platz drei für den Rüsselsheimer.

Zweiter wird der deutlich größere Nissan Qashqai mit seiner überragenden Sicherheitsausstattung, dem gutem Komfort sowie dem kraftvollen und ökonomischen Antrieb. An dem etwas betagten Platzhirschen Skoda Yeti mit seinem ausgeklügelten Raumkonzept und der lupenreinen Fahrdynamik kommt aber auch der Qashqai nicht vorbei.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Markus Schönfeld

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