Neuer Jaguar F-Pace (2016): Erste Testfahrt Der F-Pace wildert im SUV-Segment

von Thomas Geiger 04.08.2017

Der neue Jaguar F-Pace (2016) wandelt zwischen SUV und Sportwagen. Vorgestellt wurde der 42.000-Euro-Jag auf der vergangenen IAA. Nimmt die englische Raubkatze die Deutschen ins Visier? Das klärt die erste Testfahrt.

Mit dem neuen Jaguar F-Pace (2016) gehen die Briten mal wieder auf die Pirsch und schleichen sich dieses Mal an die größten Brocken der Oberklasse heran. Zu Preisen ab 42.390 Euro geht die Raubkatze zum ersten Mal im Offroad-Segment auf Raubzug. Das ist zwar eigentlich die Domäne der rustikalen Schwester Land Rover, die mit dem Range Rover allemal am oberem Ende des Marktes etabliert ist. Doch bei einem prognostiziertem Wachstum von 50 Prozent in fünf Jahren und bald 1,5 Millionen Zulassungen im Segment sehen die Briten genügend Platz für ein alternatives Angebot. Erst recht, weil der neue Jaguar F-Pace (2016) ganz anders zugeschnitten ist als die technisch weder verwandten noch verschwägerten Land Rover-Modelle. Zwar gibt’s den Allrad für fast alle Varianten serienmäßig und inspiriert von Land Rover kann man auf Knopfdruck für unwegsames Gelände eine elektronische All Surface Progress Control aktivieren. Doch zu allererst einmal will der neue Jaguar F-Pace (2016) ein Sportwagen sein. Deshalb hat das mit seinen 4,73 Metern Länge, der flachen Silhouette und den weit ausgestellten Kotflügeln fast schon grazile SUV nicht nur die Hüften und die Heckleuchten des F-Type, sondern sucht auch im Namen die Nähe zum furiosen Flachmann aus gleichem Haus.

Neuheiten Jaguar F-Pace 2016
Jaguar F-Pace (2016): Preis (Update!)  

Neue Motoren im F-Pace

Erste Testfahrt im neuen Jaguar F-Pace (2016)

Und dem Sportwagen-Anspruch wird der neue Jaguar F-Pace (2016) bei der ersten Fahrvorstellung vollauf gerecht – vor allem in der vorläufigen Topversion mit einem 380 PS starken V6-Benziner und dem adaptiven Fahrwerk: Während der Kompressor sein leidenschaftliches Lied singt und die Schallklappen im Auspuff wirklich jeden daran teilhaben lassen, während die Dämpfer 500 Mal pro Sekunde nachjustiert werden und der Allrad-Antrieb das maximal Mögliche der 450 Newtonmeter an die Hinterachse bringt, stürmt der F-Pace nur so voran. Die 100er-Marke fällt schon nach 5,5 Sekunden und die 250 km/h Höchstgeschwindigkeit wirken ziemlich willkürlich. Obwohl höher als jeder andere Jaguar zuvor, bleibt der F-Pace dabei – dem mit reichlich Aluminium auf konkurrenzlose 1,7 Tonnen gedrückten Gewicht und der messerscharfen Lenkung sei dank – auch dann handlich und beherrschbar, wenn die Straßen schmaler und die Kurven enger werden. Die eher komfortabel abgestimmte Konkurrenz aus Stuttgart und Ingolstadt wirkt dagegen fast schon behäbig und selbst die Dynamik-Champions aus München und Zuffenhausen sind keineswegs unerreichbar. Für die großen Stückzahlen, die den neuen Jaguar F-Pace (2016) schon in diesem Jahr zum meistverkauften Modell der Marke machen sollen, stehen andere Motoren parat: Die ziemlich überflüssige 340 PS-Variante des V6-Benziners, ein kaum weniger dynamischer V6-Diesel mit 300 PS und vor allem der 180 PS-Vierzylinder, mit dem der F-Pace als Hecktriebler auf einen Knauserverbrauch von 4,9 Litern Diesel kommt.

Neuheiten Jaguar F-Pace SVR (2017)
Jaguar F-Pace SVR (2017): Neue Fotos (Update!)  

550 PS in Jaguars stäkstem SUV

 

Neuer F-Pace (2016) mit Platz und Hightech

Aber so sehr die Briten die Performance betonen, so sehr will der neue Jaguar F-Pace (2016) natürlich auch ein Praktiker sein und glänzt deshalb mit dem großzügigsten Innenraum der Modellpalette. Vorn wird man vom Fahrzeug zwar förmlich vereinnahmt und hat nicht ganz die Kommando-Position eines Range Rover, sitzt aber so bequem wie in einer Luxuslimousine. Hinten ist der F-Pace sogar um Längen geräumiger als die Langversion des XJ. Und der Kofferraum fasst schon bei voller Bestuhlung 650 Liter. Wem das nicht reicht, der lässt die Rückbank nach vorne schnappen und macht den Jaguar mit 1740 Litern Stauraum fast zum Umzugslaster. Auch da müssen sich die Briten vor nichts und niemandem verstecken. Und es gibt noch eine Disziplin, in der Jaguar die etablierte Konkurrenz in Bedrängnis bringen kann: Die Elektronik. Nicht umsonst hat der neue Jaguar F-Pace (2016) mehr Rechenpower als eine Boeing 777. Das frei konfigurierbare Digital-Cockpit ist deshalb eine ebenso klare Kampfansage an die deutsche Premium-Konkurrenz wie das um einen App-Store und eine Online-Verbindung herum konstruierte Infotainment- und Navigationssystem InControl Touch Pro auf dem über zehn Zoll großen Touchscreen. Dazu gibt es gleißend helle LED-Scheinwerfer, die üblichen Assistenzsysteme, eine Kameraüberwachung rund herum und ein paar Gimmicks, die man so noch nirgends  gesehen hat: Zum Beispiel den neuen  "Activity Key" – ein wasserdichtes und stoßfestes Armband, mit dem man den Wagen zum Beispiel beim Sport verriegeln und alle darin befindlichen Schlüssel deaktivieren kann. Selbst wenn er parkt, fährt der F-Pace damit der Konkurrenz ein Stück voraus.

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