Mini John Cooper Works 2015: Fahrbericht Schnellverfahren

27.06.2015

Der neue Mini John Cooper Works erobert mit 231 PS Sportfahrerherzen im Sturm. Fahrbericht des Mini-Topmodells

Wie groß klein sein kann, zeigte der Mini schon 1967 mit seinem Sieg bei der überaus anspruchsvollen Rallye Monte Carlo. Heute, gut 48 Jahre später, ist aus dem ursprünglichen Mini ein deutlich gewachsener Kleinwagen geworden. Der ab sofort bestellbare John Cooper Works (JCW) zieht dank neuem Vierzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung, vollvariabler Ventilsteuerung und klappengesteuertem Sportauspuff mit serienmäßig nie dagewesenen 231 PS ins Feld. Das klingt verwegen, funktioniert aber gut, denn ebenso drehfreudig wie druckvoll und laufruhig jagt der kleine Kraftmeier durchs Drehzahlband, assistiert von einer knackigen Sechsgang-Schaltung. Das neue Getriebe verfügt zudem über eine aktive Drehzahlanpassung, mit deren Hilfe die Motordrehzahl auf die für den gewählten Gang anliegende Drehzahl der Getriebeeingangswelle abgestimmt wird. So kann man beim Herunterschalten ruckfrei einkuppeln.

 

Mini John Cooper Works: Topmodell mit 231 PS

Nach nur 6,3 Sekunden soll Landstraßentempo 100 km/h erreicht sein, und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 246 km/h dürfte sich das englische Kulleraugengesicht kaum aus dem Rückspiegel schütteln lassen. Die Werksangaben für die Fahrleistungen erscheinen weit glaubwürdiger als die Verbrauchswerte, denn statt der genannten 6,7 Liter Super pro 100 Kilometer erreicht der Verbrauch schon bei leicht engagierter Gangart laut Bordcomputer schnell zweistellige Regionen.

Ist der Maxi-Mini im angestammten Revier unterwegs – und zwar dort, wo Straßenbauer die Geraden gescheut haben wie der Teufel das Weihwasser –, lenkt er extrem spontan ein und lässt sich zentimetergenau durch die verschiedensten Kurvenradien dirigieren. Dabei bleiben selbst bei forciertem Leistungseinsatz die Antriebsein üsse am Volant überraschend gering. Den unter diesen Umständen zum Scharren neigenden Vorderrädern rückt in Kurven die elektronische Diferenzialsperre meist erfolgreich zuleibe.

Das DSC (ESP) reagiert im Grenzbereich mit hoher Regelgüte und hält das unter BMW-Regie gefertigte, rasante Briten-Mobil weitgehend auf der neutralen Seite. Wo die Vorgänger-John-Cooper-Works-Versionen das Gaslupfen bei zu schnell angegangenen Kurven mit schwänzelnden Hecks beantworteten, gibt sich der aktuelle Power-Mini deutlich stabiler, aber subjektiv auch minimal träger. Sei’s drum: Es bleibt genügend Kart-Feeling übrig, um den Insassen stets ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Dazu begeistert die neu entwickelte Brembo-Sportbremsanlage mit viel Stehvermögen.

Abseits der Kurvenhatz auf der Rennstrecke gefällt das Spaßmobil von der Insel im normalen Verkehrsalltag mit guter Elastizität – dank 320 Nm Maximal-Drehmoment, das zwischen 1250 und 4800 Touren anliegt. Auch der Federungskomfort überzeugt trotz der sportlichen Grundabstimmung. Hinzu kommen die komfortablen Sportsitze (Serie). Wer noch bequemer reisen will, kreuzt in der Preisliste die adaptiven Dämpfer (500 Euro) oder die blitzschnell schaltende Sechsstufen-Automatik (1850 Euro) an. Übrigens: Das empfehlenswerte Head-up-Display mit Anzeigen für Tempo und Navigationshinweise kostet ab 720 Euro – und hält den Fahrerblick auf der Fahrbahn.

Unser Fazit

Kräftig, aber nicht krawallig – der neue Mini John Cooper Works verkörpert das eher kultivierte Kurvensuchgerät: fahrdynamisch in der Oberliga der Klasse unterwegs und mit durchaus akzeptablen Komforteigenschaften gesegnet. Schmerzhaft ist allerdings der hohe Einstiegspreis.

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