Mercedes CLA Shooting Brake: Lifestyle-Kombi im Fahrbericht Shooting-Star

04.04.2015

Der neue Mercedes CLA Shooting Brake verbindet optische Extravaganz mit Nutzwert. Fahrbericht des coupéhaften Kombis

Seit seinem Erscheinen im Jahr 2013 sorgt der Mercedes CLA für Diskussionen. Schön sei er zwar, so die meisten Stimmen, aber aufgrund des eingeschränkten Platzangebots im Fond nicht sonderlich praktisch. Vor allem die abfallende Dachlinie sorgt dafür, dass selbst mittelgroße Personen mit dem Scheitel an den Dachhimmel stoßen. Zumindest diese Gefahr besteht bei dem neuen CLA Shooting Brake weit weniger, denn er bietet hinten vier Zentimeter mehr Kopffreiheit.

 

CLA Shooting Brake: Lifestyle-Kombi im Fahrbericht

Dadurch sind nun auch großgewachsene Fahrgäste in der Lage, eine aufrechte Sitzposition einzunehmen. Darüber hinaus erleichtern die größeren Türausschnitte das Ein- und Aussteigen. Dies sind freilich nicht die einzige Vorzüge, die der sportlich coupéhafte Kombi mit sich bringt. Die Verarbeitungs- und Materialgüte im Innenraum verdient das Prädikat hochwertig.

Die Sportsitze unseres Testwagens gefallen mit guter Seitenführung. Ebenfalls vorbildlich: das umfangreiche Angebot an Sicherheitssystemen. Ein weiterer maßgeblicher Vorteil gegenüber der klassischen CLA-Variante ist das geräumige Gepäckabteil, das im Normalfall schon 495 Liter fasst. Die Rücksitzlehnen lassen sich für 143 Euro Aufpreis in einer steileren Cargo-Stellung arretieren, sodass sich das Gepäckraumvolumen auf 595 Liter erhöht, aber dennoch weiterhin bis zu drei Fond-Passagiere mitfahren können.

Bei komplett umgelegter Rückbank passen immerhin 1354 Liter in das Heck des Mercedes. Allerdings muss das Gepäck erst über die relativ hohe Ladekante gewuchtet werden. Allzu breit sollte das Transportgut ebenfalls nicht sein, sonst passt es nicht durch die schmale Ladeluke.

Im Vergleich zum viertürigen CLA hat der gestiegene Nutzwert keine negativen Einflüsse auf das Fahrverhalten. Der von uns gefahrene CLA Shooting  Brake 250 Sport 4Matic begeistert durch seinen quicklebendigen Charakter. Sein 211 PS starker, zurückhaltend tönender Vierzylinder-Turbo sorgt für eine druckvolle Beschleunigung – und dies bereits aus niedrigen Drehzahlen heraus.

In glaubhaften 6,8 Sekunden sei der Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h erledigt, versprechen die Stuttgarter. Als maximal erreichbare Geschwindigkeit stehen 240 km/h im offiziellen Datenblatt. Das serienmäßig zu dieser Motorvariante gehörende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gefällt durch flotte Gangwechsel und hält im Automatik-Modus stets die passende Übersetzung bereit.

Doch der CLA Shooting Brake kann nicht nur geradeaus: Die präzise und rückmeldungsfreudige Lenkung macht im Verbund mit der sportlich straffen, dennoch nicht unkomfortablen Fahrwerksabstimmung das Kurvenräubern zum reinen Vergnügen. Und Traktionsverluste sind aufgrund des 4Matic-Allradsystems, das bei Bedarf bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse verteilt, zu keinem Zeitpunkt ein Thema.

Zur Schattenseite des stylischen Kompaktkombis: Der Shooting Brake ist in keiner Motorversion ein sonderlich preiswertes Vergnügen. Die Preise starten bei 29.810 Euro für den CLA 180 und enden bei 57.269 Euro für die Power-Variante CLA 45 AMG.

Unser Fazit

Mit dem Designer-Kombi CLA Shooting Brake hat Mercedes eine reizvolle Erweiterung seiner kompakten Baureihe auf die Räder gestellt. Der Aufpreis auf den ohnehin teuren klassischen CLA fällt mit 595 Euro überraschend moderat aus.

Marcel Kühler

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