Land Rover Discovery Sport SD4: Vergleich mit Audi Q5 und BMW X3 Die Discotänzer

25.11.2014

Steigende Zulassungszahlen sorgen für Partystimmung bei den SUV-Herstellern. Mit dem Land Rover Discovery Sport betritt ein attraktiver Neuling das Parkett. Ein Vergleich mit den etablierten Audi Q5 und BMW X3

Analog zur größeren Range Rover-Baureihe erweitert Land Rover auch den Discovery zu einer kompletten Modell-Familie und den führt den Discovery Sport als Nachfolger des Freelander ein. Anders als die Modellbezeichnung vermuten lässt, zeichnet sich der Discovery Sport im Vergleich zum „Basismodell“ nicht nur durch einen gesteigerten dynamischen Anspruch, sondern auch durch seine Vielseitigkeit aus. Allerdings stammt das neue Modell de facto gar nicht vom Discovery ab, sondern basiert technisch weitgehend auf dem Range Rover Evoque, dem er vor allem in der Frontansicht auch optisch sehr ähnelt. Nicht zuletzt deshalb präsentiert sich der Land Rover Discovery Sport somit als ernsthafter Konkurrent für Audi Q5 und BMW X3.

 

Land Rover Discovery Sport 2014: Vergleich mit Q5 und X3

Vom Evoque übernimmt der Discovery Sport nicht nur die Konstruktion des Vorderwagens, sondern auch die Motorenpalette. Zum Marktstart stehen der bekannte 2,2-Liter-Turbodiesel mit 150 PS (TD4) oder 190 PS (SD4) sowie ein Zweiliter-Benziner mit Turboaufladung und 240 PS (Si4) zur Wahl – alle in Kombination mit Allradantrieb. Ab Sommer 2015 wird dann zusätzlich ein besonders sparsamer, von Land Rover selbst entwickelter Zweiliter-Turbodiesel mit ebenfalls 150 PS (eD4) und Vorderradantrieb bestellbar sein.

Der besondere Clou des Land Rover Discovery Sport ist sein durchdachtes Innenraum-Konzept. Obwohl nur 4,60 Meter lang (Q5: 4,63 m, X3: 4,66 m) bietet der Brite dank optionaler dritter Sitzreihe (1300 €) bis zu sieben Personen Platz. Die beiden zusätzlichen Sitzplätze sind jedoch hauptsächlich für Kinder und Jugendliche gedacht und Erwachsenen höchstens auf Kurzstrecken zuzumuten.

Bei Nichtgebrauch lässt sich die im Verhältnis 50:50 geteilte dritte Sitzreihe bündig im Ladeboden versenken. Ermöglicht wird die 5+2-Sitzkonfiguration durch die neu entwickelte, besonders flache und dadurch platzsparende Mehrfachlenker-Hinterachse. Ein weiteres feines Detail des Discovery Sport: Außer in der Basisausstattung ist die im Verhältnis 60:40 geteilte zweite Sitzreihe einzeln um 160 Millimeter in Längsrichtung verschiebbar.

Dadurch stehen den Fondpassagieren bis zu 46 Zentimeter Knieraum zur Verfügung. Hinzu kommt eine enorme Kopffreiheit, die auch durch das optionale Panorama-Glasdach (1200 €) in keiner Weise eingeschränkt wird. Der Discovery Sport profitiert hier davon, dass er rund drei Zentimeter höher ist als seine beiden deutschen Konkurrenten. Zwar bieten auch der Audi Q5 und vor allem der BMW X3 ihren Passagieren ausreichend Raum, an die geradezu fürstlichen Platzverhältnisse des Land Rover kommen sie aber nicht heran. Mit 541 bis 1698 Liter Fassungsvermögen bietet der Brite zudem den größten Kofferraum (Q5: 540 bis 1560 Liter, X3: 550 bis 1600 Liter).

Aufholbedarf besteht bei Land Rover aktuell noch beim Thema Konnektivität. In puncto Fahrzeugvernetzung haben Audi und BMW zweifellos einen deutlichen Vorsprung. Doch die Briten blasen zur Aufholjagd und bauen ihr In-Control genanntes Konnektivitätsangebot kontinuierlich aus. Als Basis dafür dient das neue Infotainment des Discovery Sport, das über den in allen Modellvarianten serienmäßigen, acht Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole gesteuert wird.

Auch bei der Sicherheits- und Komfortausstattung erreicht der neue Land Rover ein hohes Niveau. Als weltweit erstes SUV verfügt der Discovery Sport ab Werk in allen Modellversionen über einen in die Motorhaube integrierten Fußgänger-Airbag, der sich im Fall eines Unfalls schützend über die Frontscheibe legt. Ebenfalls stets serienmäßig an Bord sind unter anderem ein Spurverlassenswarner und ein Notbremsassistent.

Die angebotenen Optionen umfassen unter anderem einen Parkassistenten, bei dem der Fahrer Gas und Bremse selbst betätigen muss, zum Längs- (900 €) bzw. Längs- und Querparken (1150 €), ein 360-Grad-Kamerasystem (ab 780 €) und ein Head-up-Display (1300 €). Der BMW X3 kann ebenfalls mit einem halbautomatisierten Parkassistenten (350 €) ausgerüstet werden. Für Surround View (ab 740 €) und Head-up-Display (1100 €) müssen X3-Kunden ähnlich tief in die Tasche greifen wie Discovery Sport-Käufer. Zum Vergleich: Für den Audi Q5 gibt es diese drei Optionen nicht.

Beim Buhlen um die Käufergunst hat der Land Rover Discovery Sport auch dank seiner im Vergleich günstigeren Grundpreise gute Karten. Für den 150 PS starken TD4 mit manuellem Sechsgang-Getriebe verlangen die Briten beispielsweise 34.400 Euro. Für einen gleich starken Audi Q5 2.0 TDI quattro werden mindestens 38.850 Euro fällig, den BMW X3 xDrive18d mit ebenfalls 150 PS gibt es für 2800 Euro mehr (37.200 Euro).

Der 190 PS starke Discovery Sport SD4 Automatik kostet mit 41.000 Euro jeweils über 2000 Euro weniger als die gleich kräftigen Konkurrenzmodelle (Q5 2.0 TDI: 43.600 Euro, X3 xDrive20d: 43.250 Euro). Die Topmotorisierung Si4 mit 240 PS ist mit 43.350 Euro ebenfalls günstiger als die vergleichbaren Q5 2.0 TFSI quattro mit 225 PS (45.400 Euro) und X3 xDrive28i mit 245 PS (47.900 Euro).

Die Gegenüberstellung des neuen Land Rover mit seinen Konkurrenten zeigt: Die Briten haben ein äußerst attraktives Paket geschnürt – der Discovery wird nicht zuletzt wegen seiner Größe und Variabilität für Aufsehen sorgen. In puncto Fahrleistungen hat der Engländer gegenüber Q5 und X3 aber das Nachsehen. So liegt beispielsweise die Höchstgeschwindigkeit des SD4 mit 188 km/h deutlich unter der von Q5 2.0 TDI quattro und von X3 xDrive20d (je 210 km/h). Den ersten Testfahrten dürfen wir mit Spannung entgegenblicken.

TECHNIK
     

AUDI Q5 2.0 TDI quattro
BMW X3 xDrive20d LAND ROVER DISCOVERY
SPORT SD4

Motor 4-Zylinder, Turbodiesel 4-Zylinder, Turbodiesel 4-Zylinder, Turbodiesel
Hubraum 1968 cm3 1995 cm3 2179 cm3
Leistung 140 kW / 190 PS 140 kW / 190 PS 140 kW / 190 PS
Max. Drehmoment 400 Nm 400 Nm 420 Nm
Antrieb Allrad Allrad Allrad
L/B/H 4629/1898/1655 mm 4657/1881/1678 mm 4599/2173/1724 mm
Leergewicht 1850 kg 1730 kg 1775 kg
Kofferraumvolumen 540 - 1560 l 550 - 1600 l 541 - 1698 l
0-100 km/h 8,4 s1 8,1 s1 8,9 s1
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h1 210 km/h1 188 km/h1
EU-Verbrauch 5,7 l D/100 km1 5,0 l D/100 km1 6,1 l D/100 km1
CO2-Ausstoß 149 g/km1 131 g/km1 161 g/km1
Grundpreis 43.600 Euro2 43.250 Euro3 41.000 Euro
¹ Werksangaben
2 inkl. 7-Stufen-Automatik (2200 Euro)
3 inkl. 8-Stufen-Automatik (2150 Euro)

Carsten van Zanten

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