Daihatsu Terios im Einzeltest Gerne groß

20.06.2011

Kompakt, variabel, knackig: Der neue Daihatsu Terios ist selbst im kleinsten Offraod-Segment immer noch sehr glaubwürdig

Eckdaten
PS-kW105 PS (77 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 5 Gang manuell
0-100 km/h12 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Preis17.990,00€

Schizophrene Welt. Einerseits beziehen manche aktuellen SUV-Protzkisten von Umweltschützern gewaltig Prügel, verkaufen aber lassen sich die imposanten Pseudo-Geländegänger ganz hervorragend. So gut, dass es sich kaum ein Hersteller leisten kann, nicht auf den SUV-Zug aufzuspringen. Nur wenige Fahrzeugklassen werden ausgelassen: Vom Fünfmeter-Siebensitzer bis zu den Kompaktwagen sind SUVs äußerst begehrt. Spärlich beackert ist aber das Terrain der Kleinen. Was wohl auch daran liegt, dass der Grundreflex, der SUV-Interessenten heutzutage in die hochbeinigen Boliden treibt, wohl hauptsächlich etwas mit dem verborgenen Wunsch nach einer Image-Beschleunigung zu tun hat. Und die ist mit einem zierlichen Auto eben kaum zu haben. Bleibt den Kleinwagen also nur die Flucht nach vorn: Was waren gleich nochmal die Vorzüge der Winzlinge? Günstiger Preis! Praktikabilität! City-Tauglichkeit! Charme! Genau diese Stärken wirft auch der neue Daihatsu Terios in die Waagschale – und bietet so viel Variabilität, dass das kleine SUV problemlos auch als vergnüglicherer Van-Ersatz durchgehen kann: Die 60:40 geteilte Rücksitzbank ist komplett nach vorn umklappbar und erweitert so die 380 Liter Ladevolumen auf ein Waschmaschinen-Selbstabholer-Format. Ebenso praktikabel ist die neigungsverstellbare Rücksitzlehne, die entweder kommodes Reisen für Großgewachsene selbst im Fond ermöglicht oder, steil nach vorn gekippt, den Kofferraum maximal nutzbar macht, ohne dass auf Kurzstrecken jemand zu Hause bleiben muss. Auch die erfreulich niedrige Ladekante sorgt für Zustimmung. Und das Raum-Thema ist im Terios sowieso liebevoll bearbeitet worden. Lediglich für Fahrer mit ganz langen Beinen dürfte das Lenkrad etwas höher stehen. Ansonsten ist dieser Kleine ein wirklich Großer. Was so auch für Funktionalität und Verarbeitung gilt: Erwachsene, unverspielte Bedienelemente, seriöse Materialien ohne aufgesetzten Premium-Anstrich - und trotzdem ist der Terios definitiv kein Langeweiler. Sein 105 PS starker Vierzylinder-Benziner ist zwar kein Ausbund an Temperament, kommt allerdings besonders in unteren Temporegionen stramm genug daher. Je schneller die Fahrt, desto asthmatischer wird die Angelegenheit jedoch. Zwischensprints, Luftholen an Autobahnsteigungen - alles eher gedämpft. Und auch die präzise Fünfgang-Schaltbox hilft hier nicht weiter. Drehfreude? Eher nicht. Wesensverwandt gibt sich das Fahrwerk: Handlich und mit kleinem Wendekreis eine Macht in der Stadt, kommt mit steigendem Tempo etwas Taubheit ins Spiel. Freund Terios reagiert zwar stets angenehm, nie wirklich schwammig – und ESP ist schließlich auch serienmäßig an Bord – der kleine Japaner inspiriert aber keineswegs zu flotter Kurvenhatz. Dafür ist er aber an anderer Stelle übertrieben herzlich: Selbst kleine Bodenwellen reicht der Lütte munter weiter bis zu den Insassen. Offroad sorgt dies für einen authentischen Cowboy-Ritt. Zumindest gefühlsmäßig. Denn ohne Kriechgang kann der Terios trotz seines relativ geringen Gewichts, guter Bodenfreiheit und des permanenten Allradantriebs nicht so recht auftrumpfen. Bleibt die offene Prärie. Reicht auch. Johannes Riegsinger

Technische Daten
Motor 
ZylinderR4
Hubraum1495
Leistung
kW/PS
1/Min

77/105
6000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
140
4400 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe5 Gang manuell
AntriebAllradantrieb, permanent
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Trommel
Bereifungv: 215/65 R 16
h: 215/65 R 16
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1190
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)12
Höchstgeschwindigkeit (km/h)160
Verbrauch 
Testverbrauch10.3l/100km (Super)
EU-Verbrauch8.1l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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