Die Sportwagen von Spyker Cars Spyker an Russen verkauft

24.02.2011

Der niederländische Saab-Eigentümer Spyker Cars verkauft seine Sportwagen-Produktion. Das Geld soll in die Marke Saab investiert werden

Käufer von Spyker sei der Russe Wladimir Antonow, Besitzer der britischen Investment-Firma CPP Global Holdings Ltd., teilte das Unternehmen am Donnerstag, 24. Januar mit. Das vergleichsweise kleine Unternehmen Spyker hatte Saab 2010 vom US-Konzern General Motors gekauft, der durch die Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten war.

Spyker-Verkauf bringt 15 Millionen Euro für Saab

Antonow sollte seinerzeit zunächst an der Saab-Übernahme beteiligt werden. Er wurde aber auf Verlangen der USA ausgeschlossen. Gegen seine Mitwirkung hatte der US-Geheimdienst CIA interveniert, weil Antonow Verbindungen zu Mafiakreisen nachgesagt wurden. Für die Sportwagensparte von Spyker Cars soll der russische Investor nun 15 Millionen Euro bezahlen, teilte Spyker-Chef Victor Muller mit. Zudem sollen die Niederländer bis 2016 an eventuellen Gewinnen bis zur Maximalhöhe von 17 Millionen beteiligt werden. Dazu sei ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet worden, Einzelheiten seien noch auszuhandeln.

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Die Transaktion versetze das Unternehmen Spyker Cars, das seinen Namen in Kürze ändern werde, in die Lage, "sich ausschließlich auf das Geschäft mit Saab zu konzentrieren". Zugleich könnten dadurch Schulden und Zinszahlungen reduziert werden. "Ohne Spyker hätten wir Saab nicht übernehmen können, doch die Spyker-Aktivitäten wurden durch den Kauf schnell ein kleiner Fisch in einem großen Teich", sagte Muller. Inzwischen sei der Kapitalbedarf erheblich gewachsen. "Deshalb ist es eine gute Entscheidung, die Aktivitäten von Spyker und Saab zu trennen."

2011 will Muller 80.000 Saab verkaufen
Muller hatte kürzlich erklärt, er sei zuversichtlich, dass man 2011 das selbst gesteckte Jahresziel von 80.000 verkauften Saab-Autos erreichen werde. Saab bekommt ab 2012 BMW-Motoren.

Edle Kutschen und exklusive Sportwagen: Die Geschichte von Spyker
Das erste Fahrzeug, das die Brüder Jacobus und Hendrik-Jan Spijker herstellten, war eine Prachtkutsche für die niederländische Königin Wilhelmina. Der Auftrag lohnte sich finanziell und brachte Aufmerksamkeit. In der Folgezeit importierten die Brüder Autos von Carl Benz und nannten sich künftig Spyker. Ab 1900 bauten die Spykers ihr erstes eigenes Auto, entwickelten luxuriöse Wagen und nahmen an Rennen teil. Während des Ersten Weltkriegs verlegte sich die Firma auf den Bau von Flugzeugen und Flugzeugmotoren. Aus Mangel an Aufträgen wurde die nach dem Krieg wieder aufgenommene Autoproduktion 1925 eingestellt. Im Jahr darauf wurde Spyker abgewickelt.

Der Millionär Victor R. Muller baute unter dem Namen Spyker ab 1999 wieder eine Automobilproduktion auf. In Zeewolde baut die Firma kleine Serien von Supersportwagen mit Motoren von Audi.

Zu den Besitzern zählen viele reiche Liebhaber. Das Unternehmen ist börsennotiert. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Saab-Verkaufs sprang die Aktie um mehr als 50 Prozent auf fast 6 Euro hoch. Zum Jahreswechsel 2009/2010 war das Papier gerade mal gut 2 Euro wert gewesen.

Spyker zahlte für die Saab-Übernahme 74 Millionen Dollar in bar. Darüber hinaus bekam General Motors Vorzugsaktien an dem neuen Unternehmen im Wert von 326 Millionen Dollar. „Wir haben einen fairen Preis für die GM-Aktionäre erzielt“, sagte der mit dem Verkauf betraute GM-Planungschef John Smith.
aof/dpa

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