Neuer Rolls-Royce Ghost im Fahrbericht Rolls-Royce Ghost

24.01.2012

Die feinste Automanufaktur Englands präsentiert nur alle Jubeljahre eine neue Modellfamilie. Der Ghost ist als kleiner Bruder des Phantom 5,4 Meter lang und 570 PS stark

Eckdaten
PS-kW571 PS (420 kW)
AntriebHinterrad, 8-Stufen-Automatik
0-100 km/h4.9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis253.470,00€

Nein, das Ticken der Uhr ist nicht zu hören. Früher, zu Zeiten von Silver Shadow und Corniche, hieß es ja, die elektrische Uhr sei die lauteste Geräuschquelle in einem fahrenden Rolls-Royce. Das hat freilich nie gestimmt. Auch wenn die Uhr recht laut war. Im neuen Rolls-Royce Ghost ist der Zeitmesser zwar leiser, der Zwölfzylinder-Biturbo übertönt ihn dennoch nur ganz sanft.

Aus dem Soundsystem tröpfelt eine Klaviersonate, und draußen bescheint die Sonne eine südenglische Parklandschaft. Wenn man es hinter das Volant eines Rolls-Royce geschafft hat, erscheint die Welt ohnehin immer etwas freundlicher. Da macht der Neue zum Glück keine Ausnahme. Auch wenn im Ghost mehr an die Konzernmutter BMW erinnert als im großen Phantom.

MIT LUFT GEFEDERT
Dabei ist der Ghost keineswegs nur ein britisch eingekleideter 7er, auch wenn er einige Komponenten mit der bayerischen Luxuslimousine teilt – das Fahrwerk etwa mit adaptiver Luftfederung und -dämpfung sowie aktiver Stabilisatoren. Entsprechend ungerührt bügelt der Ghost über die Landstraße, ignoriert Schlaglöcher und Kanten und erspart den Insassen unnötige Vertikalbewegungen.

Und anders als in den meisten Rolls-Royce der über 100-jährigen Firmengeschichte empfindet der Mann hinterm Lenkrad das Fahren nicht als Arbeit. Die feinfühlige und fast stoßfreie Lenkung hat deutlich mehr Rückmeldung als bisher bei Rolls-Royce üblich und der Motor weit mehr Dampf.

Die 570 PS des – natürlich – aus München stammenden 6,6-Liter-Biturbo-Zwölfzylinders beschleunigen die immerhin fast 2,4 Tonnen schwere Limousine so mühelos, als sei sie ein Pappkarton. Wenn der Chauffeur das Gaspedal im Lammwollteppich versenkt, hebt der Zwölfender leicht die Stimme, die ZF-Achtstufenautomatik sortiert die Planetenradsätze neu, und der Rolls schiebt derart ab, dass den Herrschaften im Fond wohl schummerig würde. Nur sitzen sie in diesem Rolls bestimmt vorn.

Es gibt also gar nichts zu meckern am kleinen Rolls-Royce? Doch, die Rundinstrumente wirken etwas billig, das Informationsdisplay darunter gewöhnlich und die Mittelkonsole viel zu breit. Aber die Uhr ist wunderschön.
Heinrich Lingner

Technische Daten
Motor 
ZylinderV12-Zylinder, 4-Ventiler, Biturbo, Benzin-Direkteinspritzung
Hubraum6592
Leistung
kW/PS
1/Min

420/571
5250 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
780
1500 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe8-Stufen-Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 255/50 R 19 Y
h: 255/50 R 19 Y
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)2360
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.9
Höchstgeschwindigkeit (km/h)250
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch13.6l/100km (Super Plus)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)317

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