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Kaufberatung: Toyota Celica T16

Die Unkaputtbare

Dazu kommt der permanente Allradantrieb mit paritätischer Kraftverteilung zwischen Vorderund Hinterachse sowie einer vom Fahrersitz aus einstellbaren Visco- Sperre – optimales Rüstzeug für den Rallyesport und heute noch Garant für echtes Sportwagen- Feeling. Außerdem verfügt der GT 2.0 Turbo 4WD über ein komplett geändertes, verstärktes Fahrwerk. Alle Bauteile sind auf den Einsatz in der Rallye-Weltmeisterschaft zugeschnitten, fast nichts stammt aus dem Standard-Teileregal. Daraus resultierte erstens der stattliche Neuwagenpreis von 51.850 Mark und zweitens ein erheblich höherer Wartungsaufwand, denn der Motorraum ist so vollgestopft mit Hightech, dass turnusmäßige Routinearbeiten wie der Wechsel von Zahnriemen und Wasserpumpe selbst bei intimer Fahrzeugkenntnis zur Geduldsprobe für Fingerfertige ausarten. Entschädigt werden sie mit dem guten Gefühl, eine veritable Rallye-Ikone in Schuss zu halten, an der sich sogar der Platzhirsch in der Gruppe A namens Lancia Delta Integrale ab und an die Zähne ausbiss.

Eine weitere Spezialversion auf Basis der Celica 2.0 GT genießt Kultstatus im Toyota-Fankreis und ist doch außerhalb dieses Zirkels vollkommen unbekannt: das Cabriolet. Besser gesagt, die Cabrimit offi ziellem Toyota-Segen sowohl in Deutschland als auch in USA. Die deutsche Variante wurde im Auftrag der Toyota Deutschland GmbH bei der Karosseriebaufi rma Voll in Würzburg gefertigt. In den Vereinigten Staaten kümmerte sich die American Sunroof Company ASC um die Verwandlung des Coupés in einen offenen Zwei-plus-Zwei-Sitzer. Im riesigen Toyota Werk Tahara wurden dafür in einer getrennten Serie spezielle Rohkarossen mit versteiftem Unterboden produziert und zur Endmontage über den Ozean geschickt. Das Ergebnis war in beiden Fällen ein im offenen Zustand sehr ansehnliches Vollcabriolet, das bei geschlossenem Dach allerdings ziemlich ungelenk wirkte. Der Aufpreis gegenüber dem Basismodell betrug damals enorme 11.000 Mark – trotzdem wurden in Würzburg nach offi zieller Schätzung etwa 1000 Cabrios hergestellt.

Ein Schnäppchen, wie es im Buche steht

Egal, um welche Karosserieform und welchen Motor es sich handelt – die Celica T16 wird als Youngtimer zu sehr moderaten Schnäppchenpreisen gehandelt. Rationale Kriterien wie die außerordentlich robuste Konstruktion und die erwiesenermaßen hohe Zuverlässigkeit der Toyota-Modelle aus japanischer Fertigung führen dabei nicht zu höheren Preisen als bei vergleichbaren Coupés europäischer Hersteller. Das Angebot ist größer als erwartet, denn aufgrund der guten Substanz haben relativ viele der rund 10.500 in Deutschland neu zugelassenen Celica T16 in unterschiedlich abgenutztem Originalzustand Zustand überlebt, teilweise sogar mit bemerkenswert geringer Laufleistung.

Die große Mehrheit hat den 2,0-Liter- Motor, Kat und 140 PS unter der Haube, 1600er sind die Ausnahme. Wer es auf die Topversion mit Allradantrieb abgesehen hat, wird allerdings in die Clubszene eintauchen müssen. Diese Autos werden praktisch überhaupt nicht mehr auf dem freien Markt angeboten – ein klares Indiz dafür, dass sie in Fan-Kreisen längst jenen Sammlerstatus erreicht haben, den sie zweifellos verdienen.

Karsten Rehmann