Chevrolet Corvette C3 Silver Anniversary: Traumwagen Captain America

20.12.2013

Hätte man „Easy Rider“ mit Autos verfilmt, Peter Fonda und Dennis Hopper hätten garantiert eine Corvette C3 chauffiert. Ein besonderes Schmankerl der C3-Baureihe: Die Silver Anniversary

Während die frühen Exemplare der 1967 eingeführten Chevrolet Corvette C3 aus den späten 60er- und frühen 70er-Jahren auf der Preisskala mittler-weile deutlich nach oben geklettert sind, bieten die Jahrgänge Ende der 70er noch die Möglichkeit, eine gute C3 für überschaubares Geld zu erstehen. Hinzu kommt ein gewisser Reifegrad des Fahrzeugs, der einen weitestgehend problemlosen Betrieb – selbst im Alltagseinsatz – verheißt.

Ein besonderes Schmankerl dieser späten Jahrgänge stellt die so genannte Anniversary Edition von 1978 dar. In jenem Jahr feierte Chevrolet das 25-jährige Jubiläum des legendären amerikanischen Sportwagens. Allerdings kam – abgesehen von der auf 6502 Einheiten limitierten und an die Indy 500 angelehnten Pace-Car-Serie – keine exklusiv begrenzte Stückzahl in den Handel, und somit dürfen sich alle 1978 gebauten Corvette „Anniversary“ nennen. Eine kleine Ausnahme gibt es indes doch – die 15.283 Mal gebaute „Silver Anniversary“. Aber auch dahinter verbirgt sich nicht etwa ein eigenständiges C3-Modell, sondern die gegen 399 US-Dollar Aufpreis  erhältliche  zweifarbig silberne  Sonderlackierung,  die dem  Anniversary-Modell gerade in Verbindung mit der weißen Kunstleder-Innenausstattung  einen Schuss Exklusivität verleiht.

 

CORVETTE C3: SMALLBLOCK-V8 MIT VIEL DREHMOMENT

Die Fahrdynamik wird in bewährter Manier von Chevy-V8-Power geprägt. In unserem Fall ist das  ein 350 Cubic inch oder 5733 Kubikzentimeter großer Smallblock, der, beatmet von einem Vierfach-Rochester-Vergaser, vergleichsweise bescheidene 180 PS bei 4000 Umdrehungen pro Minute freisetzt. Über die Jahre war die Leistung US-amerikanischer V8-Motoren vor dem Hintergrund verschärfter Abgasrestriktionen und dem Schreckens-Szenario „Ölkrise“ stetig gesunken.

Dieser Trend machte auch vor der Corvette nicht halt. Besonders in der Kombination mit der Dreigang-Wandlerautomatik ist diese C3 kein Performance Car mehr, wie es die sportive Optik nach wie vor verspricht. So schlapp wie befürchtet ist sie aber nicht. Für eine gehörige Portion Fahrspaß im besten Sinne des „American Way of Drive“ sorgen gleich mehrere Faktoren. Obgleich nicht mit mehreren hundert Pferdestärken gesegnet, beweist der Chevy-V8 selbst mit der reduzierten Leistung seine Stärken als Drehmomentwunder und Durchzugsvorbild. Munter galoppiert er aus den Tiefen des Drehzahlkellers schon knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl an und ermöglicht durchaus forsches Beschleunigen aus engen Kehren heraus. Dass die 180 Pferdchen „oben herum“,  sprich  bei  Drehzahlen  oberhalb 4000/min, etwas gezügelter antreten, ist zumindest auf der Landstraße locker zu verschmerzen.

 

CORVETTE C3: SIE LENKT UND BREMST BESSER ALS IHR RUF

Diese Corvette C3 lässt sich erstaunlich präzise bewegen. Eine gut abgestimmte Servolenkung mit ordentlich definierter Mittellage – und in unserem Fall eben keiner halben Handbreite Spiel im Lenkgetriebe – ist hauptverantwortlich dafür, dass der Fahrer die anvisierte Kurvenlinie auch trifft. Dass er es bei forscher Gangart überhaupt zielgenau bis dorthin schafft, dafür sorgen vier gut zu dosierende und engagierter Sportcruising-Gangart gewachsene Scheibenbremsen. Federung  und  Dämpfung  sind straff, aber nicht hart abgestimmt, und so eignet sich die C3 durchaus auch für längere Ausfahrten. Ob diese allerdings in einen mehr-wöchigen Urlaub münden sollten, scheint eher fraglich angesichts des nur rudimentär vorhandenen Stauraums im Heck.

Werden bei herrlichem Sommerwetter dann noch die beiden herausnehmbaren Dachhälften des „T-Roof“ darin verstaut, bleibt erst recht kaum mehr Platz für irgendwelches größeres Gepäck. So ist und bleibt die C3 auch als „Silver Anniversary“ das, wofür sie schon immer gedacht war: eine herrliche Fahrmaschine für Enthusiasten. Sorgen ob der Lebenserwartung müssen C3-Besitzer sich nicht machen – eigentlich. Wie bekannt, besteht die Außenhaut der Corvette aus widerstandsfähigem und nicht korrodierendem Kunststoff, womit sich unschöne Rostlöcher in Radläufen erledigt hätten. Etwas Augenmerk verdient die C3 im Bereich des Unterbodens. So sind die beiden Rahmenlängsträger auf äußere wie innere Korrosion zu kontrollieren und auch die Achsquerträger. Eine Überprüfung der Radaufhängungen empfiehlt sich ebenfalls, da die einer C3 im Laufe der Jahrzehnte angediehene Wartung von Auto zu Auto stark variiert. Deshalb sollte man im Zweifel einem gepflegten Exemplar den Vorzug geben.

CHEVROLET CORVETTE C3: Daten und Fakten
Antrieb
V8-Zylinder, vorn längs eingebaut; 2-Ventiler; eine untenliegende Nockenwelle, Kettenantrieb; Gemischbildung: ein Rochester-Vierfach-Vergaser; Bohrung x Hub: 101,6 x 88,4 mm; Hubraum: 5733 cm3; Verdichtung: 8,2:1; Leistung:
132 kW/180 PS bei 4000/min; max. Drehmoment: 380 Nm bei 2400/min; Dreigang-Automatik; Mittelschaltung; Hinterradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Kunststoffkarosserie auf Stahlrahmen mit zwei Türen; Radaufhängung vorn: Doppel-Querlenker; hinten: Starrachse mit Querblattfeder; v./h. Teleskopstoßdämpfer, Stabilisator; Servolenkung; Bremsen: v./h. Scheiben; Reifen: v./h. 255/60  HR 15; Räder: v./h. 8 x 15
Eckdaten
L/B/H: 4660/1770/1230 mm; Radstand: 2490 mm; Spurweite v./h.: 1490/1510 mm; Leer-/Gesamtgewicht: 1630/1900 kg; Tankinhalt: 64 l; Bauzeit: 1978; Stückzahl (Silver A.): 15.283; Preis (1978): 9352 US-Dollar
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 8,4 s; Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h; Verbrauch: ca. 16 l/100km
1Werksangaben; 2Werte für Anniversary


MARKTLAGE2

Zustand 2: 24.300 Euro
Zustand 3: 15.600 Euro
Zustand 4:    8700 Euro
Wertentwicklung: stagnierend
Definition der Zustandsnoten

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- Datsun 240Z

Unser Fazit

Die Corvette C3 verbindet als Silver Anniversary den Mythos vom amerikanischen Sportwagen mit ausgereifter Technik, besonderer Zweifarb-Lackierung und dem Jubiläumsjahrgang 1978. Diese US-Sportwagen-Legende ist mittlerweile in Europa auf dem Weg zum gesuchten Sammlerstück

Jürgen Gassebner

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