BMW i3: Elektro-Pionier vor Debüt auf der IAA 2013 Neuer Stern

29.07.2013

BMW macht beim i3 fast alles anders als bisher und will so das perfekte Elektroauto für die Stadt entwickelt haben

Unter dem luftigen Dach der neuen Submarke BMW i soll in München demnächst eine ganze Modellfamilie entstehen, die sich mit elektrifiziertem Antrieb und niedrigem Gewicht von der Masse abhebt. Den Anfang macht dabei der neue BMW i3, der auf der Frankfurter IAA 2013 seine Weltpremiere feiert und ab November bei den deutschen Händlern steht.

 

BMW i3: Elektro-Pionier vor Debüt auf der IAA 2013

Aber der BMW i3 ist nicht einfach nur ein weiterer Stern am Auto-Himmel, er ist ein tatsächlich neuer Stern. Denn beim i3 hat sich BMW von allen bekannten Mustern verabschiedet und im wahrsten Sinne des Wortes mit einem leeren Blatt Papier begonnen. Wo andere Autos, die ursprünglich für den konventionellen Antrieb per Verbrennungsmotor konstruiert waren, mühsam auf Elektroantrieb umrüsten, sucht man in München nach dem neuen Optimum.

Bei Elektroautos unterscheidet sich dieses Optimum grundlegend vom bekannten Aufbau eines Autos – während der Motor kompakt ist und beinahe überall im Auto untergebracht werden kann, benötigt der "Tank" in Form von Lithium-Ionen-Batterien deutlich mehr Raum. Hinzu kommt, dass die Akkus sehr schwer sind. Um den Schwerpunkt möglichst niedrig zu halten, verbaut BMW die Batterie folglich im Fahrzeugboden – dort ist sie auch gut vor möglichen Unfällen geschützt.

Damit auch die Insassen im Fall der Fälle gut geschützt sind, werden sie von einer Sicherheitszelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff umgeben. Als erster Hersteller wagt BMW hier den Schritt, ein in Großserie gebautes Auto mit Carbon-Fahrgastzelle auszustatten. Davon profitiert vor allem auch das Gewicht, was sich zudem positiv auf die Reichweite auswirkt. Für den Alltag verspricht BMW je nach Fahrmodus eine Distanz von 130 bis 200 Kilometern, laut EU-Zyklus sind im Comfort-Modus 190 Kilometer mit einer "Tankfüllung" drin.

Den kleinen E-Motor platzieren die Bayern direkt an der angetriebenen Hinterachse, denn nur so bleiben die Vorderräder frei von Antriebseinflüssen. Die permanent anliegenden 250 Newtonmeter des Hybrid-Synchron-Elektromotors würden sonst häufiger für scharrende Vorderräder sorgen und den Fahrspaß trüben. Letzteren soll nämlich auch das erste Elektroauto von BMW bieten, wofür mit Hinterradantrieb, ausgeglichener Gewichtsverteilung, souveräner Motorisierung und tiefem Schwerpunkt gesorgt werden soll.

Wer weniger Wert auf Reichweite als auf Fahrspaß legt und das Fahrpedal des i3 bis zum Boden durchdrückt, kann an Bord des 1.190 Kilogramm leichten Stadtflitzers in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und dabei so manches Auto mit Verbrennungsmotor hinter sich lassen. Weil der i3 nur einen Vorwärts-Gang hat und seine Kraft jederzeit anliegt, gelingt auch der Zwischensprint von 80 auf 120 in sportlichen 4,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings zugunsten der Reichweite auf 150 km/h beschränkt, darüber würde der Akku schlicht zu schnell leergesaugt werden.

Dass der BMW i3 kein Auto wie jedes andere ist, soll man ihm auch ansehen. Diesen Auftrag haben die Designer ohne Zweifel erfüllt und dabei auch genug Platz geschaffen, um vier Insassen auf 3,99 Meter Länge genügend Raum für bequemes Sitzen zu geben. Weil es keinen Mitteltunnel gibt und die Türen wie bei Rolls-Royce gegenläufig öffnen, kann man sich in engen Parklücken komfortabel aussuchen, auf welcher Seite man einparken möchte.

Allerdings hat so viel Neues auch seinen Preis: Das erste Elektroauto von BMW kostet mindestens 34.950 Euro und ist damit deutlich teurer als ähnlich große Autos mit konventionellem Antrieb. Im Grundpreis enthalten sind bereits zwei Displays im Innenraum, das iDrive-Bediensystem, eine Klimaanlage, Parksensoren hinten und 19 Zoll große Felgen – auf Wunsch finden sich in der langen Aufpreisliste auch Navigationssysteme, Voll-LED-Scheinwerfer, größere Felgen und zahlreiche Assistenzsysteme und Helferlein von der Rückfahrkamera bis zur Einparkautomatik.

Aber es gibt noch eine Sonderausstattung, die man so nur selten in den entsprechenden Listen findet: Gegen Aufpreis verbaut BMW i einen zusätzlichen Verbrennungsmotor, der im Fall der Fälle die Batterie auflädt und so zusätzliche Reichweite generiert. Der Range Extender dient so als "Versicherung" für jene Kunden, die sich nicht allein auf den Füllstand der Batterie verlassen oder gelegentlich auch längere Strecken ohne zeitraubenden Ladevorgang zurücklegen wollen.

Mit Reichweitenverlängerer klettert die Reichweite auf maximal 340 Kilometer, allerdings legt die Zielgruppe im Durchschnitt ohnehin nur 45 Kilometer pro Tag zurück – und kann so in aller Regel problemlos auf die zusätzliche Stromquelle verzichten. Ob das die Kunden auch so sehen und ob sich die Erwartungen von BMW erfüllen, dürfte nicht nur in München mit Spannung beobachtet werden: Am Erfolg des BMW i3 könnte sich ablesen lassen, welche Rolle Elektroautos in den nächsten Jahren spielen werden und ob ein ausreichend großer Markt für nachhaltige Mobilität zum Premium-Preis vorhanden ist.

Benny Hiltscher

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