Der neue BMW i3: Elektroauto im Fahrbericht Elektrischer Hoffnungsträger

23.07.2013

BMW will es wissen: Der i3 ist der erste Sprössling der Submarke BMW i und soll dem E-Auto hierzulande zum Durchbruch verhelfen. Wir konnten bereits links vorne Platz nehmen und Eindrücke sammeln - ein erster Fahrbericht

Lange haben wir auf diesen Moment warten müssen. Nachdem BMW auf der IAA 2011 den i3 Concept der Öffentlichkeit präsentiert hatte und seitdem zahlreiche Veranstaltungen den Spannungsbogen bis heute aufrecht erhielten, ergab sich nun endlich die Möglichkeit, ein Vorserienmodell des Elektro-Flitzers zu fahren.

 

Elektroauto: Der BMW i3 im ersten Fahrbericht

Es dürfte in den vergangenen Jahrzehnten kaum ein Auto gegeben haben, auf dem größere Erwartungen und Hoffnungen einer ganzen Branche lasten und für dessen Realisierung ein Autounternehmen einen derart großen Kraftakt geleistet hat – finanziell, technisch und auch teils gegen Widerstände der Benzinerfraktion im Unternehmen.

Bevor es losgeht, die Eckdaten für den BMW i3 nochmals in aller Kürze: eine auf einem Aluminium Chassis aufbauende Karbon-Fahrgastzelle ohne B-Säule, dafür mit gegenläufig öffnenden Türen. Das Leergewicht beträgt deshalb trotz des 230 kg schweren Batterie-Packs an Bord nur 1195 kg. Angetrieben wird das in Leipzig produzierte Elektroauto von einem 125 kW starken Synchronmotor, der BMW-typisch an der Hinterachse sitzt und eine Einheit mit der Leistungselektronik bildet. Alternativ gibt es auch eine Version mit einem Range-Extender, der den Aktionsradius von ca. 160 auf etwa 300 km erhöht.

Genug der grauen Theorie. Der Start erfolgt mit kurzer Verzögerung, denn im ungewöhnlich designten Armaturenbrett müssen wir uns erst kurz orientieren. Dominiert wird die Cockpitlandschaft von zwei freistehenden TFT-Displays – eines ist hinter dem Zweispeichen- Lenkrad, das andere mittig platziert, wo wir es auch beispielsweise im 1er vorfinden. Oberhalb des Wischerhebels ragt ein wülstiger "Knubbel" hervor, mit dem der Bayer per Knopfdruck gestartet und via Drehgriff die Fahrstufe eingelegt wird.

Jetzt kann es losgehen. Nahezu lautlos setzt sich der Viersitzer in Bewegung und lässt schon bei leicht durchgedrücktem Fahrpedal erahnen, dass die 170 PS hier leichtes Spiel haben. Das maximale Drehmoment von 250 Nm steht ab der ersten Rotorumdrehung parat und soll den i3 in 7,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit wird zugunsten der Reichweite auf 150 km/h beschränkt.

Beim Vorserienmodell des BMW i3 stören bei voller Beschleunigung noch unschöne Motorgeräusche die sonst fast schon himmlische Ruhe im Innenraum – aber bis zur Auslieferung der ersten Kundenmodelle Ende des Jahres für ca. 35.000 Euro ist ja noch etwas Zeit zum Nachjustieren.

Längsdynamisch kann sich der i3 die Vorschusslorbeeren also vollends verdienen, beim Ampelstart dürfte er aufgrund der spontanen und über einen weiten Drehzahlbereich auch linearen Kraftentfaltung sowie der guten Traktion nur wenige Gegner zu fürchten haben. Geht es um das Kurvenkratzen, sind die Voraussetzungen etwas weniger gut. Die Karosserie baut recht hoch, durch die weit unten und mittig angeordnete Batterieeinheit konnte der Schwerpunkt allerdings auf das Niveau eines BMW 1er gedrückt werden.

 

BMW i3: Kein Kurvenkönig

Um mit dem i3 möglichst weit zu kommen, steht der Wagen ab Werk auf Spritsparreifen der Dimension 155/70 R 19. Optional sind auch 20-Zöller und eine Mischbereifung mit 175er-Hinterreifen erhältlich. Die Reifenaufstandsfläche, auch Latsch genannt, ist dadurch zwar etwas länger, aber dafür auch deutlich schmaler als üblich. Die Folge: Der BMW i3 glänzt bei sämtlichen Fahrmanövern mit hoher Fahrstabilität und überraschend geringen Wankbewegungen, die ausgeprägte Tendenz zum Untersteuern konnten die Fahrwerksentwickler ihm allerdings nicht austreiben. Ein Kurvenkönig à la Mini ist aus dem i3 nicht geworden, doch das war auch nicht das Ziel.

Die Prämissen des Elektroautos lagen hier ganz klar woanders, beispielsweise auf einem kleinen Wendekreis, der nur 9,86 m betragen soll. Da ist es auch nur schlüssig, den sonst bei BMW üblichen ESP-Schalter aus dem Cockpit zu verbannen – auch das soll ein harter Kampf gewesen sein, wie zu hören ist

Unser Fazit

Der Mut von BMW ist bewundernswert, ebenso der technische Aufwand, der für den i3 betrieben wurde. Das Ergebnis ist das bis dato konsequenteste und durchdachteste E-Mobil. Bleibt nur zu wünschen, dass die Kunden den Mut auch honorieren und dem i3 zum Erfolg verhelfen.

Alexander Lidl

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