Kaufprämie für E-Autos beantragen: So geht's (Update!) Schwache Nachfrage bei E-Auto-Prämie

von AUTO ZEITUNG 01.02.2017

Die E-Auto-Prämie kann seit Juli vergangenem Jahr für für Elektro-Autos und Hybridfahrzeuge beantragt werden. Zusätzlich lockt der Staat mit einer Steuerbefreiung. Doch ist die Nachfrage schwach: Bis Ende Januar wurden nur 10.835 Anträge gestellt.

Die E-Auto-Prämie stößt vor allem bei Privatkunden weiterhin auf eine schwache Nachfrage. Bis Ende Januar 2017 wurden in Deutschland insgesamt lediglich 10.835 Anträge auf eine Prämie gestellt, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle am Mittwoch in Eschborn mitteilte. Davon waren rund 6100 Anträge für reine Elektroautos und knapp 4700 für Plug-In-Hybride. Nur 5105 Anträge für die E-Auto-Prämie entfielen auf Privatpersonen, der Rest vor allem auf Unternehmen. Die E-Auto-Prämie kann seit dem 2. Juli 2016 beantragt werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai vergangenen Jahres gekauft wurden und einen Anschaffungspreis von maximal 60.000 Euro aufweisen. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4000 Euro, für Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3000 Euro. Neben der Kaufprämie schafft der Staat weitere Anreize für den Kauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen: Alle Autos, die seit dem 17. November zugelassen werden erhalten eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Seit dem 1. Januar 2017 gilt außerdem, dass das Aufladen eines Elektro- und Hybridfahrzeugs beim Arbeitgeber nicht mehr als geldwerter Vorteil angeben werden muss. Das Aufladen ist dann steuerfrei genauso wie die Überlassung der Ladevorrichtungen seitens des Arbeitgebers. Was übrigens auch für Elektro-Fahrräder gilt. Die E-Auto-Kaufprämie für Elektroautos und Hybridfahrzeuge soll der umweltfreundlichen Möobilität eine bessere Position auf dem Markt verschaffen. Insgesamt teilen sich Bund und Autoindustrie die Kosten in einer Gesamthöhe von 1,2 Milliarden Euro. 

 

10.000 Anträge für E-Auto-Prämie bis Ende Januar

Doch nicht alle sind von der E-Auto-Prämie begeistert: So sieht Daimler-Chef Dieter Zetsche die Prämie als Kaufanreiz für Elektroautos nach eigenen Worten eher skeptisch. In einem Interview sagte er, dass sich der Erfolg einer solchen Prämie erst einstellen werde, wenn man die Kunden mit E-Autos überzeugen und faszinieren könne. Deshalb sei er noch nie ein großer Verfechter der E-Auto-Prämie gewesen. Eine Prämie könne niemals eine unwirtschaftliche Technologie durchsetzen. Die Grünen warnen, die Kaufprämie käme gar nicht bei den Endkunden an. Das Problem: Die Prämie wird zu gleichen Teilen von Herstellern und Staat getragen. Der Hersteller gibt seinen Anteil dazu, indem er ihn vom Nettolistenpreis abzieht. Gleichzeitig haben sie aber keine Handhabe zu welchen Preisen die Elektro- und Hybridautos bei den Händlern angeboten werden. So bestehe laut den Grünen die Gefahr, dass die Händler einen Teil der Prämie für sich behielten. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer: "Die Kaufprämie der Bundesregierung ist ein Rohrkrepierer, weil sie gar nicht bei den Käufern ankommt. Faktisch kosten E-Autos das Gleiche wie vorher, weil die Prämie bei den Händlern hängenbleibt." Das Bundeswirtschaftsministerium habe demnach eingeräumt, einigen Meldungen über solche Fälle nachgegangen zu sein, sie seien jedoch nicht repräsentativ. Außerdem sei es laut dem Ministerium noch zu früh für ein solches Zwischenfazit.

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So wird die E-Auto-Prämie beantragt

Bei der E-Auto-Prämie gilt das Prinzip: Wer zuerst beantragt, wird zuerst gefördert. Die Aktion läuft, bis alle Fördergelder aufgebraucht sind, spätestens aber bis zum 30. Juni 2019. Wenn Sie von der E-Auto-Prämie profitieren möchten, erklären wir hier, wie Sie vorgehen müssen:

1.) Wer kann die Förderung beantragen? Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird, können Anträge stellen.

2.) Welche Autos werden wie hoch gefördert? Nur Neuwagen mit einem Netto-Listenpreis von nicht mehr als 60.000 Euro werden durch die E-Auto-Prämie gefördert. Für reine Elektroautos gibt es 2000 Euro, wenn der Hersteller seinerseits 2000 Euro erlässt. Sogenannte Plug-in-Hybride können via Stecker aufgeladen werden, verfügen aber über einen ergänzenden Verbrennungsmotor. Sie werden mit 1500 Euro (plus 1500 Euro vom Hersteller) gefördert. Die Förderung der Industrie ergibt sich über den entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es auf Antrag.

3.) Gilt die Prämie für mein potentielles Auto? Erkundigen Sie sich, ob der Wagen, den Sie sich zulegen möchten, auf der Liste der förderungswürdigen Autos aufgeführt wird. Achtung: Die Liste für die E-Auto-Prämie wird von Zeit zu Zeit erweitert.

4.) Wo bekommt man den Antrag? Den Antrag zur Förderung können Sie beim Bafa stellen. Das Bafa weist darauf hin, dass die Anträge für die E-Auto-Prämie nur elektronisch gestellt werden können. Ein schriftliches Verfahren wie bei der Abwrackprämie wird nicht angeboten. Möglicherweise können Sie aber auch Ihren Verkäufer dazu motivieren, diese Schritte für Sie zu erledigen.

5.) Welche Unterlagen sind nötig? Für die Antragstellung müssen Sie eine Kopie des Kaufvertrages im Online-Portal hochladen. Hierbei ist wichtig, dass auf der Rechnung des Autohändlers vermerkt ist, dass der Hersteller seinen E-Auto-Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Vor der Auszahlung ist noch eine Kopie der Rechnung und der Zulassungsbescheinigung nachzureichen. Scannen Sie besagte Dokumente ein, dann können Sie sie bei Antragstellung als Kopie hochladen, dem Antrag also gleich beifügen. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass von der Prämie nur profitiert, wer sein gefördertes Elektromobil mindestens neun Monate nach Kauf behält.

6.) Wie lange wird gefördert und welche Fristen gelten? Laut Angaben des Bafa gibt es die E-Auto-Prämie auch rückwirkend für Kauf- oder Leasingverträge, die ab oder am 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Nach erfolgreicher Prüfung wird das Geld auf das Konto des Antragstellers überwiesen.

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