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VW Passat Variant: Vergleichstest vs. BMW Mercedes und Co.

Führungsanspruch

 

BMW 318d Touring:

Als einziger tritt der BMW 3er Touring mit optionalem Automatik-Getriebe zu diesem Vergleichstest an – ein Auto mit Handschaltung konnte oder wollte die BMW-Presseabteilung uns nicht zur Verfügung stellen. Zum Nachteil gereicht ihm das jedenfalls nicht: Mit beeindruckender Souveränität wechselt die Wandler-Automatik die acht Stufen und lässt den 143 PS starken Zweiliter-Diesel stets im optimalen Drehzahlbereich arbeiten. Das zahlt sich auch auf der Verbrauchsrunde aus: Mit 5,6 l/100 km ist der 3er nach dem Insignia das sparsamste Auto im Test. Und beim Sprint von null auf 100 km/h muss er sich mit 8,9 Sekunden nur dem 20 PS stärkeren A4 Avant geschlagen geben.

BMW 318d Touring: Gute Variabilität

Auch bei den Fahrdynamikprüfungen macht der Dreier eine hervorragende Figur: Keiner wedelt schneller durch den 180 Meter langen Slalomparcours und fühlt sich auf der Handlingstrecke so leichtfüßig an wie der Münchner. Die präzise Lenkung besticht mit Präzision und Rückmeldung, die Bremsen lassen sich sehr gut dosieren. Obwohl der 318d mit einem Bremsweg von glatten 35 Metern bei warmer Bremse ausgezeichnet verzögert, liefert er in diesem Konkurrenzfeld damit den zweitschlechtesten Wert ab.

Auf die C-Klasse fehlt ihm mit 2,40 Meter immerhin eine halbe Fahrzeuglänge. Wie der VW und der Mercedes ist der BMW mit optionalen Adaptivdämpfern bestückt, die im Fall des Dreiers 1100 Euro kosten. Damit reicht der Bayer zwar nicht ganz an deren hohes Komfortniveau heran, liefert aber dennoch eine überzeugende Vorstellung ab: Den Münchnern ist bei der Fahrwerksabstimmung ein guter Kompromiss gelungen. Gewohnt straff, so wie man es von einem BMW erwartet, aber dennoch mit gutem Schluckvermögen nimmt er die meisten Unebenheiten gekonnt unter die Räder. Werden die Straßen schlechter, verliert der 318d etwas an Souveränität – und den Anschluss an Passat und C-Klasse.

Größer fällt der Rückstand in puncto Geräuschkomfort aus. Bei flottem Autobahntempo schwillt die Klangkulisse aus Wind- und Abrollgeräuschen stark an, speziell der VW und der Mercedes punkten hier mit einer hörbar aufwändigeren Dämmung. Und wie ist es um die Kombi-Qualitäten des 3er Touring bestellt? Dafür dass der Bayer in die Kategorie Lifestyle-Laster fällt, hat er bemerkenswerte Transportqualitäten.

Serienmäßig ist er mit einer  dreigeteilt  klappbaren  Rücksitzlehne ausgestattet, das Kofferraumvolumen beträgt ordentliche 495 bis 1500 Liter, und als einziger Kombi in dieser Klasse bietet er eine zweigeteilte Heckklappe, die das Beladen in engen Parklücken erleichtert. Punktabzüge gibt es hingegen für die geringste Zuladung im Test (431 kg). Dafür entschädigt der 3er bedienungsseitig mit dem überzeugendsten Konzept.

Obwohl das iDrive-System in der aktuellen Form bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist, kommt bislang kein Konkurrent an dessen Qualität heran. Die Direktwahltasten liegen bestens zur Hand und lassen sich blind ertasten, die Menüstruktur ist logisch aufgebaut. Zudem begeistert das große Display mit seiner brillanten Darstellung und der besten Ablesbarkeit. In der Endabrechnung landet der ausgewogene, mit einem Grundpreis von 37.350 Euro (inklusive Automatik) aber recht teure 318d Touring auf dem vierten Platz.

Alexander Lidl, Carsten van Zanten