Neuer Dacia Lodgy: Familienauto im ersten Vergleich mit der Van-Konkurrenz
Dacia Lodgy dCi 110 eco | Ford Grand C-MAX 1.6 TDCi | Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI | VW Touran 1.6 TDI
Dacia Lodgy dCi 110 eco | Ford Grand C-MAX 1.6 TDCi | Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI | VW Touran 1.6 TDI
Aus AUTO ZEITUNG 16 / 2012
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Vier Kompaktvans im Test |
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Dacia Lodgy dCi 110 eco
Mit Kurven kommt der Lodgy gut klar, bei schnellen Richtungswechseln greift aber das ESP hart ein |
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Dacia Lodgy dCi 110 eco
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h |
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Dacia Lodgy dCi 110 eco
Landstraßentempo erreicht der Kompaktvan in 11 Sekunden |
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Dacia Lodgy dCi 110 eco
Der Grundpreis beträgt 15.290 Euro |
Mit Kampfpreisen greift der geräumige Dacia Lodgy die etablierten deutschen Kompaktvans an. Ob der Rumäne mehr kann als wenig kosten, zeigt dieser Vergleich
Wenn es wirklich immer nur ums Geld ginge, bräuchte dieser Vergleichstest nicht geschrieben zu werden. 10.000 Euro sind eine griffige, runde Summe, in 10-Euro-Scheinen abgepackt ergäben sie ein 720 Gramm schweres Banknotenpaket. Trabt man damit zum Dacia-Händler, schiebt der im Gegenzug den Schlüssel für einen Dacia Lodgy in Basisversion über den Tresen.
Und selbst ein Dacia Lodgy dCi 110 ist mit 15.290 Euro um rund das gleiche Geldpaket billiger als die Kompakt-Konkurrenz. Da wird der ein oder andere Familienvater schwer überlegen, bevor er das Bestellformular für einen Ford Grand C-MAX, Opel Zafira Tourer oder VW Touran unterzeichnet – selbst wenn das Geld nicht das allein entscheidende Kriterium sein sollte. Denn in dem Fall würde der Dacia-Van nicht mit Neuwagen konkurrieren, sondern mit fünf Jahre alten Touran oder Zafira.
Doch das ist eine ganz andere Geschichte. In diesem Vergleich trifft der Dacia Lodgy mit der kräftigsten verfügbaren Diesel-Motorisierung dCi 110 auf den Ford Grand C-MAX, der mit dem 115 PS starken Duratorq-Diesel ab 24.050 Euro zu haben ist, den Opel Zafira Tourer, mit 110-PS-CDTI ab 25.450 Euro, und den Klassen-Bestseller VW Touran, der mit dem 105 PS starken 1.6 TDI ab 24.900 Euro in den Preislisten steht. Kann der Lodgy die etablierte Konkurrenz aus Köln, Rüsselsheim und Wolfsburg fordern? Lesen Sie selbst!
Karosserie
Kaum ein Kunde kauft vermutlich einen Van, weil er gern mit einem Mini-Bus durch die Gegend gondelt. Meist diktiert der Platzbedarf den Autowunsch. So gesehen liegen die Dacia-Strategen richtig, Platz hat der Dacia Lodgy, und zwar reichlich. Ein maximales Ladevolumen von nicht ganz drei Kubikmetern (2.817 Liter) ist in der Kompaktklasse ziemlich einmalig.
Das ist so grandios, dass dem Dacia etwas Ähnliches gelingt wie seiner Landsmännin Nadia Comaneci bei den Olympischen Spielen in Montreal: Er übertrifft die maximal mögliche Punktzahl und erreicht beim Kofferraumvolumen 100 von 100 möglichen Punkten. Für die jüngeren Leser: Comaneci erhielt 1976 für ihre Stufenbarren-Übung die vorher nie erreichte Höchstnote 10. Wer also gern als Hobby-Spediteur unterwegs ist oder für Familien, Freunde und Nachbarn Billy-Regale oder Rindenmulch abholt, wird mit dem Lodgy bestimmt glücklich.
Ihn wird womöglich die sehr nüchterne, nutzfahrzeughafte Atmosphäre im Interieur ebenso wenig stören wie die sehr spartanischen Sitzmöbel, die eher rustikale Verarbeitung und die sehr spärliche Sicherheitsausstattung. In all diesen Disziplinen haben die Vans aus Deutschland weit mehr zu bieten. Der Opel und der VW glänzen etwa mit einem ebenfalls sehr guten Raumangebot, das allerdings beim Opel aus der schieren Größe – er ist rund 15 Zentimeter länger als die drei Konkurrenten –, beim VW durch die kastenartige Form und geschickte Raumausnutzung entsteht.
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Der Grand C-MAX ist dagegen alles andere als Grand, er bietet weniger Variabilität, knapperen Innenraum und kleineren Kofferraum. Auf der Habenseite stehen seine serienmäßigen Schiebetüren. Die Qualität der Verarbeitung und der verbauten Werkstoffe ist sichtbar schlechter als bei Touran und Zafira. Wenn es darum geht, den vorhandenen Platz optimal zu nutzen, sind Touran und Zafira ebenfalls weit vorn.
Beide gibt es gegen Aufpreis als Siebensitzer (VW: 725 Euro, Opel: 700 Euro), wobei die hinteren Sitze höchstens für Kinder taugen. Und beide bieten vielfältigere Variationsmöglichkeiten ihres Gestühls. So lässt sich im Touran der Beifahrersitz vorklappen (Serie ab Comfortline) und die hintere Sitzreihe mit wenigen Handgriffen entfernen. Der Clou des Opel ist die optionale Lounge-Funktion der Sitzbank in der zweiten Reihe.
Für wohlfeile 295 Euro (ab Edition) lässt sich der Mittelsitz zur Armlehne umformen, die äußeren Einzelsitze sind dann längs und quer verschiebbar. So liegen VW und Opel am Ende des Karosseriekapitels dicht beisammen – mit winzigem Vorsprung für den Wolfsburger. Der Ford sammelt mit seinem knappen Raumangebot und der etwas lässigen Verarbeitung deutlich weniger Punkte, sogar noch weniger als der rustikale, doch sehr geräumige Dacia, der zudem als einziger zum echten Siebensitzer taugt.
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI | VW Touran 1.6 TDI | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 75 | 72 | ||||||
| Raumangebot hinten | 100 | 72 | 70 | ||||||
| Übersichtlichkeit | 70 | 46 | 46 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 100 | 88 | 90 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 100 | 79 | 79 | ||||||
| Variabilität | 100 | 80 | 84 | ||||||
| Zuladung/ Anhängelast | 80 | 47 | 43 | ||||||
| Sicherheit | 150 | 93 | 93 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 200 | 175 | 180 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 755 | 757 | ||||||
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