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Fiat 500X/Opel Mokka/Subaru XV: Vergleichstest

Fiat 500X gegen die City-SUV

Fiat 500X, Opel Mokka und Subaru XV sind geradezu prädestiniert dafür, in unserem Test den urbanen Dschungel unsicher zu machen. Doch welcher der drei grundverschiedenen Kompakt-SUV den Spieltrieb am lustvollsten kitzelt, klärt unser Vergleich.

Kaum ein Fahrzeugsegment präsentiert sich derzeit so vielseitig wie das der kleinen SUV, das nur so wimmelt von eigenständigen Charakteren. Drei exemplarische Vertreter für die gebotene Vielfalt haben wir zum Vergleichstest gebeten. In den Ring steigen der italienische Charmeur Fiat 500X, der mit verspieltem Design, segmenttypischem Nutzwert und agilem Handling punkten will, der hessische Bestseller Opel Mokka, der Ende 2012 auf den Markt kam und seitdem zu den beliebtesten City-Crossovern überhaupt gehört, sowie der pragmatische Subaru XV, der ebenfalls seit 2012 im Handel ist. Ausgerüstet mit kräftigen Dieseln und Allradantrieb bringen die drei grundverschiedenen Kraxler einen Hauch von Abenteuer in die Großstadt.

Bildergalerie: Drei City-SUV im Vergleichstest

Fiat 500X gegen Opel Mokka und Subaru XV

Der Fiat 500X gehört sicherlich zu den optischen Außnahmeerscheinungen seiner Klasse. Das pfiffige, leicht verspielt anmutende Design geht jedoch keineswegs zu Lasten des Nutzwerts. Der kompakte Italiener bietet insgesamt ein sehr ordentliches Raumangebot, das auch hinten zwei Erwachsenen kommodes Reisen ermöglicht. Allerdings sollten Großgewachsene beim Einsteigen den Kopf einziehen, denn die Türausschnitte sind relativ klein. Letzteres gilt auch für den Gepäckraum, der mit 350 bis 1000 Liter Fassungsvermögen am kleinsten in diesem Vergleichstest ausfällt. Gelungen ist hingegen die Qualitätsanmutung: Das schick arrangierte Cockpit präsentiert sich sauber verarbeitet und verfügt über griffsympathische Oberflächen, wie beispielsweise Türöffner aus Aluminium. Auf der Höhe der Zeit befindet sich der Südeuropäer ferner, was die Sicherheitsausstattung angeht. So gehören zu den verfügbaren Assistenzsystemen unter anderem ein Toter-Winkel-Warner, ein Abstandswarner und ein Spurhalteassistent. Der im Vergleich zum Fiat konventioneller geformte Opel Mokka hat in puncto Raumangebot noch etwas mehr anzubieten als die Konkurrenz. Sitzriesen nehmen vor allem in Reihe zwei die großzügigere Kopffreiheit wohlwollend zur Kenntnis. Außerdem bringt der Rüsselsheimer das größte maximale Ladevolumen mit. Bei umgelegter Rücksitzlehne schluckt das Heck des Opel 1372 Liter und damit satte 372 Liter mehr als der Kofferraum des Fiat. Außerdem verfügt der Mokka dank vorklappbarer Rücksitzflächen als einziger im Test über einen gänzlich ebenen Ladeboden.

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Subaru XV überragt seine Konkurrenten um 20 Zentimeter

Eine weitere Stärke des beliebten Opel ist seine umfangreiche Sicherheitsausstattung. So sind beispielsweise ein Fernlichtassistent, mitlenkende Xenon-Scheinwerfer, ein Spurhalteassistent oder auch ein Notrufassistent für ihn zu haben – wenngleich gegen Aufpreis. Zudem zeugt die serienmäßige Bergabfahrhilfe von gewissen Offroad-Ambitionen des Allradlers. Die Bedienung gehört hingegen nicht unbedingt zu seinen größten Vorzügen. Zahllose, teils kryptisch beschriftete Tasten und die nicht immer intuitive Menüführung erfordern Eingewöhnung. Die eben erst vorgestellte und ab Herbst erhältliche Facelift-Version namens Mokka X macht damit übrigens Schluss. Sie erhält Opels aktuellste Infotainment-Generation – ohne den bisherigen Knopfsalat. Der geradlinig gezeichnete Subaru XV überragt seine Konkurrenten in der Außenlänge um knapp 20 Zentimeter. Dies kommt vor allem den Fahrgästen im Fond zugute, die sich über eine mehr als üppige Beinfreiheit freuen dürfen. Allerdings schränkt das optionale Schiebedach unseres Testwagens die Kopffreiheit auf sämtlichen Plätzen sehr stark ein. Dafür eignet sich der XV am ehesten als Zugmaschine. Er darf als einziger in diesem Trio 1600 Kilogramm an den Haken nehmen. Moderne Assistenzsysteme sucht man in der übersichtlichen Aufpreisliste des Subaru jedoch vergeblich. Dass er in Sachen Sicherheitsausstattung dennoch nicht allzu weit hinter die Konkurrenten zurückfällt, liegt an seiner umfassenden Serienausstattung. Sie beinhaltet beispielsweise Xenon-Scheinwerfer samt Einschaltautomatik und einen Regensensor. Etwas kurios: Eine akustisch oder optisch warnende Einparkhilfe gibt es nicht einmal gegen Aufpreis, eine Rückfahrkamera ist hingegen serienmäßig an Bord.

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Weder der Opel noch der Fiat outen sich in der Praxis als Sänften – woran sicherlich auch die 18 Zoll großen Optionsräder der Testwagen mit ihrer relativ geringen Eigendämpfung einen Anteil tragen. Den etwas angenehmeren Komforteindruck hinterlässt gleichwohl der Mokka. Zwar ist sein Feder-/Dämpfer-Setting durchaus straff geraten, dafür registrieren wir auf langen Autobahnwellen fast keine Nachschwingbewegungen. Überhaupt beruhigt sich die Karosserie des Mokka nach Anregungen sofort wieder. Eine empfehlenswerte Option ist der vielfach einstellbare Ergonomiesitz, der das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e.V. trägt. Neben ausgeprägtem Seitenhalt gefällt der Sitz, den es einzeln für den Fahrer und im Paket für Fahrer und Beifahrer gibt, mit einer überaus angenehmen Polsterung. Auch nach hunderten Kilometern am Stück verhindert der Ergonomiesitz körperliche Ermüdungserscheinungen. Der Fiat 500X fällt mit einem ähnlichen Federungsverhalten auf wie der Opel. Auf Kanten reagiert der Italiener gleichfalls etwas bockig, dafür spielt er seine Stärken auf der Autobahn aus, wo er satt liegend seine Bahnen zieht. Auch in schnellen und langen Kurven neigt sich die Karosserie nur wenig. Die Sitze des Fiat weisen im Rückenbereich einen ordentlichen Seitenhalt auf. Die Sitzfläche dürfte für große Menschen jedoch gern etwas länger ausfallen. Die Federung des Subaru XV hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits wartet sie mit gutem Schluckvermögen und dank der etwas kleineren Räder (17 Zoll) sensiblem Anfedern auf. Andererseits ist die Karosserie des Japaners ständig in Bewegung, was gerade bei maximaler Beladung unangenehm aufällt. Auch die Sitze sind nicht so komfortabel wie die der Wettstreiter, verfügen sie doch über eine eher schlabberig weiche Polsterung und deutlich weniger Seitenhalt.

 

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Der Subaru XV sprintet besser als Opel Mokka und Fiat 500X

Mit ihren 136 bis 147 PS starken Turbodieseln stehen die drei Kraxler recht gut Futter. Entsprechend flott sind die Fahrleistungen – auch wenn keiner der drei ein echtes Leichtgewicht ist. Der beste Sprinter dieses Trios ist der Subaru XV. Sein 147 PS starker, nahezu vibrationsfrei laufender Boxer-Turbodiesel beschleunigt den asiatischen Crossover in knapp unter neun Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo. Mit 198 km/h Höchstgeschwindigkeit lässt der Japaner seine acht (Fiat) und elf (Opel) km/h langsameren Konkurrenten auf der Autobahn hinter sich. Der Verbrauch hält sich dennoch in Grenzen. Während unseres Verbrauchszyklus konsumiert der Subaru 6,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Als noch knauseriger erweist sich der Opel Mokka, dessen akustisch angenehm zurückhaltender ECOTEC-Turbodiesel den kleinsten Hubraum im Feld hat. Er kommt mit durchschnittlich 5,9 Litern über die Runden. Doch auch die Fahrleistungen passen: Trotz des kleinen Leistungsdefizits gegenüber den Rivalen ermöglicht der 1,6-Liter-Selbstzünder eine Beschleunigung von null bis 100 km/h in guten 9,4 Sekunden. Damit spurtet er sogar geringfügig schneller als der Fiat 500X. Auch wenn der etwas rau agierende Turbodiesel des Italieners vier PS stärker ist als das Opel-Aggregat, fällt er von den Beschleunigungswerten her um 0,2 Sekunden hinter den Rüsselsheimer zurück. Zudem verbraucht der Fiat, der als einziger im Vergleichstest mit einem Automatik-Getriebe samt neun Fahrstufen antritt, am meisten: nämlich 7,1 Liter je 100 Kilometer.

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Keine Frage: Von keinem der drei hochbeinigen Flitzern dürften fahrdynamische Wunder erwartet werden. Kurvenfreunde kommen dennoch mit dem Fiat 500X voll auf ihre Kosten. Der kleine Allradler verwöhnt mit seiner präzisen wie direkten Lenkung, die ein exaktes Durcheilen von engen und langen Kurven maßgeblich erleichtert. Das nicht deaktivierbare ESP regelt sanft und zuverlässig, wenn es drauf ankommt. Darüber hinaus ist auf die Bremsanlage des knuffigen Italieners jederzeit Verlass und garantiert in warmem wie kaltem Komponentenzustand gute Verzögerungswerte von unter 35 Metern. Auch der Opel Mokka legt eine immense Fahrsicherheit an den Tag. Die stoische Neutralität beim Kurvenfahren sowie die Traktionsstärke seines Allradantriebs vermitteln in jeder Fahrsituation ein beruhigendes Gefühl. Dazu trägt auch die präzise Lenkung ihren Teil bei, die stets ein verlässliches Feedback bietet. Dass der Subaru XV trotz des kräftigsten Motors, haftstarker Dunlop-SportMaxx-Bereifung und der verlässlichen Bremsanlage dem Opel Mokka im Handling etwas hinterher fährt, liegt im Wesentlichen am nicht deaktivierbaren ESP, das Subaru VDC (Vehicle Dynamics Control) nennt. Der humorlose elektronische Rettungsanker greift ab gewissen Kurvenradien sowie den damit verbundenen Querkräften teils rüde ins Geschehen ein. Für alle drei gilt: Die Wendekreise fallen für die Fahrzeuggröße recht groß aus, sind jedoch immer noch geeignet für enge Parkhäuser.

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Der Preisschlager in diesem Vergleichstest heißt Subaru XV 2.0D. Im Grundpreis von 27.090 Euro, der gleichbedeutend mit dem bewerteten Preis ist, sind unter anderem eine Zweizonen-Klimaautomatik sowie ein Multimediasystem inklusive Freisprecheinrichtung und App-Integration enthalten. Darüber hinaus gewährt der japanische Hersteller erfreulich großzügige Garantien, sodass dem Asiaten der Sieg im Kostenkapitel nicht mehr zu nehmen ist. Der Opel Mokka ist nur unwesentlich teurer als der Subaru. Mit der testrelevanten Ausstattung, bei der wir 390 Euro für den tollen Ergonomie-Sitz und 490 Euro für die 18-Zoll-Bereifung auf den Grundpreis addieren müssen, liegt er gerade einmal 775 Euro über dem Japaner. Darüber hinaus punktet der Rüsselsheimer mit den niedrigsten Kraftstoffkosten und den günstigsten Versicherungseinstufungen. Die rote Laterne in diesem Kapitel trägt mit Abstand der Fiat 500X. Das italienische Designerstück ist zwar für den niedrigsten Grundpreis zu haben, allerdings müssen wir die Neunstufen-Automatik unseres Testwagens sowie die 18-Zoll-Räder, die wiederum nur in der höchsten Ausstattungslinie zu haben sind, in Rechnung stellen. Somit beträgt der bewertete Preis am Ende satte 31.400 Euro. Weitere Zähler verliert der Fiat durch die höchsten Kraftstoffkosten sowie die im Vergleich zum Subaru mageren Garantieleistungen. Da helfen auch die günstigsten Wartungskosten und der geringste zu erwartende Wertverlust nicht weiter.

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Technische Daten Fiat 500X Opel Mokka Subaru XV
Motor 2.0 MultiJet 4x4 1.6 CDTI 4x4 2.0D 4x4
Zylinder/Ventile pro Zylin. 4/4; Turbodiesel 4/4; Turbodiesel B4/4; Turbodiesel
Nockenwellenantrieb Zahnriemen Kette Kette
Hubraum 1956 cm³ 1598 cm³ 1998 cm³
Verdichtung 16,5 : 1 16,0 : 1 16,0 : 1
Leistung
bei
103 kW/140 PS
4000 /min
100 kW/136 PS
3500 – 4000 /min
108 kW/147 PS
3600 /min
Max. Drehmoment
bei
350 Nm
1750 /min
320 Nm
2000 /min
350 Nm
1600 – 2400 /min
Getriebe 9-Stufen-
Automatik
6-Gang,
manuell
6-Gang,
manuell
Antrieb Allrad,
permanent
Allrad,
permanent
Allrad,
permanent
0 - 100 km/h 9,6 s 9,4 s 8,9 s
Höchstgeschw. 190 km/h 187 km/h 198 km/h
Grundpreis 26.750 Euro 26.985 Euro 27.090 Euro
Platzierung 3 1 2

Marcel Kühler
Fazit

Der rundum gelungene Opel Mokka macht das Rennen und beweist einmal mehr, das er zu Recht zu den beliebtesten SUV-Modellen gehört. Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet er ein alltagstaugliches Raumangebot, während der kultivierte Turbodiesel für flottes wie effizientes Fortkommen sorgt. Auf Platz zwei erreicht der Subaru XV das Ziel. Seine Stärken sind neben dem kräftigen Motor der vergleichsweise günstige Preis und die zuvorkommenden Garantieleistungen. Die Sicherheitsausstattung und die nicht ganz harmonische Fahrwerksabstimmung lassen aber noch Raum für Verbesserungen. Die Bronzemedaille geht an den Fiat 500X. Der italienische Charmeur gewinnt die Herzen der Fans mit seinem außergewöhnlichem Design, das eine gute Portion Nutzwert keineswegs ausschließt, und seinem agilen Handling. Das hohe Preisniveau wirft ihn aber hinter den Subaru zurück.