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Neuer Nissan GT-R (Facelift): Erste Fahrt

GT-R geht auf Kuschelkurs

Der neue Nissan GT-R zeigt sich komplett umgekrempelt. So wird aus dem radikalen Rennwagen ein fast schon sanftmütiger Supersportwagen. Ist der neue GT-R deshalb langweilig? Nein, wie unsere erste Fahrt zeigt.

Wenn der neue Nissan GT-R (Facelift) im August zu Preisen ab 99.900 Euro (bisher 96.400 Euro) zum zweiten Mal in der überarbeiteten Fassung an den Start geht, wird aus dem radikalen Rennwagen ein fast schon sanftmütiger Supersportwagen. "Wir wollten den GT-Charakter stärker betonen, ohne das R zu schwächen", sagt der Chief Product Specialist Hiroshi Tamura. "Selbst in einem GT-R will man nicht nur kämpfen, sondern zwischendurch auch mal genießen." Obwohl es nach zehn Jahren eigentlich längst an der Zeit wäre, gibt es aber keinen neuen Nissan GT-R. Dafür hat Tamura noch einmal kräftig Geld in die Hand genommen und den alten GT-R gehörig umgekrempelt. Davon zeugen im neuen Nissan GT-R nicht nur die handvernähten Lederpolster auf den Sportsitzen, die einen nach dem Einstieg unmittelbar einsaugen, der größere Bildschirm mit unveränderter Playstation-Grafik oder der Nappa-Bezug auf dem Armaturenbrett. Für die Überarbeitung des neuen GT-R stehen vor allem eine nochmal bessere Balance des Autos, eine beruhigte Aerodynamik und eine steifere Grundkarosse. Mehr zum Thema: Nissan Qashqai und X-Trail im Vergleich

Bildergalerie: Neuer Nissan GT-R

Neuer Nissan GT-R Facelift im Video:

 

Neuer GT-R wetzt souverän ums Eck

Damit liegt der neue GT-R selbst bei Vollgas so ruhig auf der Straße, dass sich wirklich jeder 300 km/h und mehr zutrauen darf. Bei Tempi, bei denen andere Autos schon nervös werden und nach einer festen Hand verlangen, fährt der neue Nissan GT-R derart stoisch geradeaus, dass das Lenkrad nur mit den Fingerspitzen berührt werden kann. Und wer es wirklich einmal wissen will: Die Landstraße als Aushilfs-Nordschleife zeigt, wie scharf, souverän und sicher der neue GT-R selbst bei höchsten Geschwindigkeiten um die Kurve geht. Aber keine Sorge! Nur, weil der neue GT-R jetzt auch ohne Rennfahrertraining bedenkenlos über 300 km/h gefahren werden kann, wird aus dem Leistungssportler kein Langweiler. Im Gegenteil. Schließlich hat Tamura auch noch einmal am 3,8-Liter-V6 des neuen Nissan GT-R gearbeitet: Der klingt nicht nur kerniger und rotzt wunderbar durch die vier armdicken Endrohre, er flutet den Innenraum zudem mit einem elektronisch polierten Klang. Auch die Leistung des neuen GT-R steigt um 20 auf satte 570 PS. Mehr zum Thema: Nismo tunt Nissan Patrol

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Neuer GT-R Nismo kommt bald

Was Tamura noch viel wichtiger ist als die PS-Leistung: Die Drehmomentkurve des neuen Nissan GT-R wird deutlich fülliger. Das Maximum ist mit 637 Newtonmeter zwar nahezu unverändert, doch in mehr als dem halben Drehzahlspektrum lässt sich spürbar mehr Drehmoment abrufen. Entsprechend giftiger geht der neue GT-R zur Sache, beschleunigt noch besser und wischt noch schneller am Vordermann vorbei. Von 0 auf 100 in weniger als drei Sekunden und bei Vollgas 315 km/h – selbst mit seinen neuen Manieren bleibt der neue Nissan GT-R ein Monster und ist nach wie vor brandgefährlich. Und weil der stärkere Motor auch mehr Luft zum Atmen braucht, hat Nissan den Kühlergrill des neuen GT-R nochmals vergrößert. Das lässt den GT-R zusammen mit der neuen, scharfen Abrisskante am Heck noch martialischer aussehen. Doch kommt der neue GT-R nicht alleine, sagt Tamura und verspricht mit ein paar Wochen Zeitversatz auch einen neuen GT-R Nismo. Der bleibt zwar bei seinen 600 PS, erhält aber einen noch gefährlicheren Charakter: "Denn wo wir beim einen Grundmodell das GT stärker betont haben, liegt der Fokus für den neuen Nismo mehr denn je auf dem R", sagt Tamura zum Nismo-Ableger des neuen Nissan GT-R. Mehr zum Thema: Illustrationen zeigen Datsun 240Z

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Thomas Geiger