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Audi A4 (B9)/Mercedes C-Klasse (W206): Vergleich A4 und C-Klasse rüsten um die Wette

Stefan Miete Chefredakteur Print
Inhalt
  1. Audi A4 Facelift (2019) und Mercedes C-Klasse (W206) im Vergleich
  2. Ausstattung: Neue Strukturen beim Audi A4 Facelift (B9)
  3. Connectivity im Audi A4 Facelift (B9): Umfangreiche Vernetzung
  4. Connectivity in der Mercedes C-Klasse (W206): Widescreen-Cockpit
  5. Motoren: Audi A4 Facelift (B9) mit neuem Top-Diesel und sparsamen Benzinern
  6. Motoren: Mercedes C-Klasse (W206) hat & 48-Volt-Technik serienmäßig
  7. Weitere Audi-A4-Facelift-B9-Varianten im Herbst 2019
  8. Fazit

Nach der Neuauflage des BMW 3er versucht das Audi A4 Facelift (B9) den Konter. Die Modellpflege wertet die Traditionsbaureihe auf. Doch auch die Schwaben arbeiten am Klassenprimus –  die nächste Erneuerung der Mercedes C-Klasse (W206) steht für 2021 an. Ein Vergleich!

Die für 2021 angekündigte Mercedes C-Klasse (W206) im Vergleich mit dem brandneuen Audi A4 Facelift (B9). Beginnen wir mit letzterem: Audi baut hochmoderne Motoren, setzte frühzeitig auf die Digitalisierung und bietet eine breite Palette attraktiver SUV-Modelle an. Und dann das: Mit der Erneuerung der nach Stückzahlen bedeutendsten A4-Baureihe im Herbst 2015 ernteten die Audi-Manager kollektives Kopfschütteln. Zu wenig Neues am neuen A4, lautete das Urteil. Besonders auf dem chinesischen Markt, auf dem ein deutsches Premiumauto wichtig für die Selbstdarstellung ihrer Besitzer ist, hagelte es Designkritik für den A4, der völlig unabhängig davon in Tests regelmäßig eine gute Figur macht. Mit dem wohl umfassendsten Facelift in der Audi-Geschichte bringen die Bayern ihre seit 25 Jahren erfolgreiche Mittelklassebaureihe A4 im Herbst 2019 stilistisch neu, erweitern die Vernetzung und offerieren einen neuen 3,0-Liter-Top-Dieselmotor, der es in sich hat. Doch die Konkurrenz ist groß: Die Mercedes C-Klasse ist in Deutschland härtester Rivale des A4 und lag mit 62.784 zu 53.340 Verkäufen im Jahr 2018 in Deutschland klar vorn.

Neuheiten Audi A4 Facelift (2019)
Audi A4 Facelift (2019): Limousine & S Line Neue S Line für das A4 Facelift

Fakten zum Audi A4 im Video:

 
 

Audi A4 Facelift (2019) und Mercedes C-Klasse (W206) im Vergleich

Wo Design-Skeptiker vor knapp vier Jahren noch nach den Neuerungen suchten, herrscht beim Audi A4 Facelift B9 nun Klarheit. Scharfe Kanten oberhalb der Kotflügel sorgen für einen Dicke-Backen-Effekt. Der schon bislang nicht kleine Grill wurde etwas flacher, dafür aber auch breiter und wirkt nun nochmals größer. Künftig funkeln alle A4 serienmäßig aus LED-Scheinwerfern, die in ihrer höchsten Ausbaustufe gegen Aufpreis mit Matrix-LED-Licht erhältlich sind, also eine voll adaptive Ausleuchtung beinhalten. Auch bei der Mercedes C-Klasse (W206) tut sich einiges: In Zukunft werden sich die drei klassischen Mercedes-Baureihen wieder stärker voneinander differenzieren, wobei das Flaggschiff S-Klasse und die Mittelklasse eine gewisse Nähe behalten. Zielvorgabe im Design ist die weitere Reduktion von Kanten und Linien, was wiederum Flächen und Wölbungen stärker hervorheben soll. Stichwort skulpturales Design der nächsten Stufe: Abschied nehmen müssen Fans vom C-Klasse Cabriolet, das nicht erneuert wird. Derzeit hat Mercedes sechs offene Modelle im Angebot (SLC, SL, C-, E-, S-Klasse, AMG Roadster). Zu viele für die weltweit schrumpfenden Cabrio-Märkte.

 

Ausstattung: Neue Strukturen beim Audi A4 Facelift (B9)

Mit der Modellpflege wird beim Audi A4 Facelift B9 (2019) auch die Struktur der Ausstattungslinien neu geordnet, die künftig bei "Basis" beginnt und über "Advanced" bis hin zur "S-Line" führt. Hinzu kommen noch die sportlichen S-Modelle und der A4 Allroad quattro, dessen Grill mit sechs senkrechten Chromstreben an den der Audi Q-Modelle erinnert. Die neuen Interieurpakete heißen Design Selection und Interieur S-Line. Sie können mit den Exterieur-Linien frei kombiniert werden. Neben dem Standard- und dem Sportfahrwerk stehen zwei adaptive Fahrwerke zur Wahl. Sportlich orientierten Fahrern ist das Sportfahrwerk mit oder ohne Dämpferregelung gewidmet, das eine Tieferlegung um 23 Millimeter beinhaltet. Alternativ gibt es das Komfortfahrwerk mit Dämpferregelung. Bei der Mercedes C-Klasse (W206) wird auch künftig neben der Limousine starker Volumenbringer das T-Modell sein, das ein knappes halbes Jahr nach der Limousine – in China auch mit verlängertem Radstand – startet.

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Audi A4 Avant Facelift (2019): Kombi & S Line Mehr S für den A4 Avant

Mercedes C-Klasse (W206) im Video:

 

Connectivity im Audi A4 Facelift (B9): Umfangreiche Vernetzung

Ein wesentlicher Bestandteil des Audi A4 Facelift (B9) besteht in der verbesserten Bedienung und der erweiterten Vernetzung. Sichtbarstes Zeichen ist das Verschwinden des gewohnten Dreh-Drück-Stellers auf der Mittelkonsole. Das Multimedia Interface, kurz MMI, wird künftig über einen 10,1 Zoll großen, berührungssensitiven Monitor gesteuert. Akustische Rückmeldungen sollen die Bedienung vereinfachen. Zudem versteht das System natürliche Sprachbefehle. Spezielle Kommandos muss der A4-Fahrer also nicht einstudieren. Neue Online-Angebote wie zum Beispiel sogenannte Car-to-X-Dienste, bei denen ganze Fahrzeugflotten untereinander vernetzt sind und per Mobilfunk Daten wie Verkehrszeicheninformationen oder Gefahrenhinweise untereinander austauschen, kommen ins Programm. In ausgewählten europäischen Städten soll zudem der Abruf von Ampelinformationen möglich werden. Hierbei empfängt der neue A4 Daten des Ampel-Zentralrechners einer Stadt und gibt präzise Tempoempfehlungen, damit Grünphasen genutzt und zeitraubende Rotphasen vermieden werden. Ein weiteres Angebot im Audi A4 Facelift (B9) heißt Functions on demand: Auch nach dem Autokauf können Kunden Infotainment-Funktionen nachbuchen. Drei stehen zur Wahl: das erweiterte Multimediasystem MMI Plus, das Digitalradio DAB+ und das Audi Smartphone Interface, mit dem sich Handy-Inhalte ins System des Autos integrieren lassen. Interessenten können eine einmonatige Testphase ordern, bevor sie die Funktion kaufen oder eben ablehnen. Neben zwei teilanalogen Fahrerinformationssystemen steht das volldigitale virtual cockpit Plus zur Verfügung. In diesem Fall blickt der Fahrer auf einen 12,3 Zoll großen Bildschirm, der per Lenkradsteuerung beeinflusst werden kann. So stehen etwa drei unterschiedliche Anzeigen-Stile zur Auswahl.

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Audi A4 allroad quattro Facelift (2019): Motor Facelift für den Offroad-A4

 

Connectivity in der Mercedes C-Klasse (W206): Widescreen-Cockpit

Mit dem Modellwechsel 2021 ändert sich bei der Mercedes C-Klasse (W206) ebenfalls einiges: Einzug hält das spektakuläre Widescreen-Cockpit mit den zwei unter einer durchgängigen Glasscheibe platzierten, jeweils 12,3 Zoll (31,2 Zentimeter) großen Displays. Dazu kommt das mit der A-Klasse eingeführte Bediensystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience), das am Facelift der C-Klasse im Frühjahr 2018 noch vorbeigegangen ist. Wie die künftige S-Klasse wird auch die neue Mittelklasse auf das automatisierte Fahren der Stufe drei von insgesamt fünf Ebenen vorbereitet. Darunter versteht man, dass das Auto zum Beispiel auf der Gegenverkehr-freien Autobahn selbstständig unterwegs sein kann. Beschleunigen, Bremsen oder Überholen sind Sache der daran beteiligten Sensoren und Rechner, während der Fahrer beispielsweise Zeitung liest. Diese hochautomatisierte Fahrfunktion ist aus Sicherheitsgründen zeitlich begrenzt. Zudem muss der Fahrer der Mercedes C-Klasse (W206) nach Aufforderung kurzfristig wieder die Kontrolle übernehmen können. Gesetzlich zulässig ist dies derzeit noch nicht.

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Mercedes C-Klasse (T-Modell) Das kosten Kombi und Limo

 

Motoren: Audi A4 Facelift (B9) mit neuem Top-Diesel und sparsamen Benzinern

Die Motoren-Palette des Audi A4 Facelift (B9) besteht durchweg aus 2,0-Liter-Vier- und 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbos. Bei den Diesel-Varianten A4 30 TDI (136 PS), A4 35 TDI (163 PS), A4 40 TDI steckt ein 2,0-Liter-Turbo-Motor im Bug. Der A 45 TDI (231 PS) und der S4 TDI (347 PS) werden von einem 3,0-Liter-V6 angetrieben. Richtig gelesen: Der neue S4 kommt ausschließlich als Diesel – zumindest in Europa. In den USA und in China wird der 3,0-Liter-Turbo-Benziner (354 PS) eingesetzt. Im neuen Top-Diesel arbeitet ein zusätzlicher elektrisch angetriebener Verdichter (EAV), gespeist vom 48-Volt-Bordnetz. Dessen Hauptaufgabe ist die Bereitstellung des nötigen Ladedrucks, noch bevor der Abgasturbolader seine volle Wirkung entfalten kann. Das V6-Kraftpaket geht mit bis zu 700 Nm zu Werke. Die in Aussicht gestellten Fahrleistungen sind entsprechend saftig: In 4,8 Sekunden soll die S4 Limousine aus dem Stand auf Tempo 100 stürmen. Der S4 Avant liegt leicht darüber. Die Spitze ist in beiden Fällen elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Die drei geplanten Benzin-Versionen basieren auf dem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo: A4 35 TFSI (150 PS), A4 40 TFSI (190 PS), A4 45 TFSI (245 PS). Interessant: Mit Ausnahme der Modelle A4 40 TDI und A4 45 TDI sind sämtliche Vierzylinder als Mild-Hybride (zwölf Volt) geplant. Diese können per Riemen-Starter-Generator Bremsenergie zurückgewinnen und dem Antrieb wieder zuführen. Die Audi-Techniker sehen ein Einsparungspotenzial von bis zu 0,3 Litern pro 100 Kilometer. Bei den S-Modellen des Audi A4 Facelift (B9), die eine Rekuperationsleistung von bis zu acht Kilowatt erreichen sollen, ist ein Minderverbrauch von bis zu 0,4 Litern zu erwarten.

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Audi S4 Facelift (2019): Motor & Ausstattung So kommt das S4-Facelift

 

Motoren: Mercedes C-Klasse (W206) hat & 48-Volt-Technik serienmäßig

Die aktuellen, relativ jungen 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner (M 264) und -Turbo-Diesel (OM 654) von Mercedes haben noch eine lange Laufzeit, daher kommen sie auch in der neuen Mercedes C-Klasse (W206) zum Einsatz. Dort werden sie künftig durchweg mit einem 48-Volt-Bordnetz samt riemengetriebenem Startergenerator kombiniert. Die Vorteile sind die Bremsenergie-Rückgewinnung, der kraftstoffsparende sogenannte Segelbetrieb mit automatisch ausgeschaltetem Motor sowie die zusätzliche Schub-Funktion (Boosten) bis in den mittleren Drehzahlbereich. Ob es der drei Liter große, hinsichtlich Laufkultur, Leistungsentfaltung und Verbrauch hervorragende Reihensechszylinder-Diesel OM 656 (z.B. E 400 d) in die neue Mercedes C-Klasse (W206) schafft, ist eher unwahrscheinlich. Das bis zu 340 PS starke Kraftpaket wäre ein adäquater Gegner für den neuen Audi S4 TDI. Und die Elektro-Varianten? Die Plug-in-Hybride sollen mit rund 80 Kilometern über eine größere elektrische Reichweite verfügen. Eine rein elektrisch betriebene C-Klasse ist indes nicht geplant. Hier setzen die Stuttgarter auf spezielle Modelle der neuen Marke EQ.

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Mercedes C-Klasse T-Modell Facelift (2018): Preis Das kostet der C-Klasse Kombi

 

Weitere Audi-A4-Facelift-B9-Varianten im Herbst 2019

Mit einer um 35 Millimeter erhöhten Bodenfeiheit bahnt sich das Audi A4 Allroad quattro Facelift (B9) seinen Weg. Auch hier ist die Dämpferregelung an Bord. Im Unterschied zum normalen A4 Avant fällt die vordere Spurbreite um sechs und die an der Hinterachse um elf Millimeter breiter aus. Ein Unterfahrschutz vorn und hinten komplettiert den eigenständigen Auftritt dieser robusten Variante. Zum Marktstart will Audi das Editionsmodell "Edition One" auflegen, das in den drei Antriebsvarianten A4 45 TFSI, A4 40 TDI und A4 45 TDI erhältlich sein soll. Es basiert auf dem Exterieurpaket S-Line und ist an diversen schwarzen Anbauteilen (Dachreling, Lufteinlässe, Zierleisten) erkennbar. Angaben zu den Preisen des im Herbst in den Verkauf startenden A4 macht Audi momentan noch nicht. Zur Orientierung: Das aktuelle Einstiegsmodell des Audi A4 Facelift (B9) mit dem 150 PS starken 2,0-Liter-Turbo-Benziner kostet 32.700, der Avant 34.550 Euro. Für die kommende Mercedes C-Klasse (W206) sind noch keine Preise in Sicht.

Neuheiten Audi S4 Avant Facelift (2019)
Audi S4 Avant Facelift (2019): Motor & Ausstattung 347-PS-Diesel für den S4-Kombi

 
Stefan Miete Stefan Miete
Unser Fazit

Für das Audi A4 Facelift (B9) haben die Ingolstädter viel Geld in die Hand genommen und sind "ins Blech" gegangen. Mutig. Wie so häufig geht jetzt der bange Blick nach China. Ob Geld ins Haus kommt, wird maßgeblich in Asien entschieden. Auch Mercedes blickt nach Fernost, wo der A4 und eben auch die Mercedes C-Klasse (W206) gern als Langversion gekauft werden.

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