Rolls-Royce Phantom VIII (2017): Preis & Motor Das kostet die Neuauflage des Phantom

von Thomas Geiger 15.08.2017
Eckdaten
Bauzeitraumseit 2017
AufbauartenLimousine
Türen4/5
Leistung571 PS
AntriebsartenHinterrad
GetriebeartenAutomatik
KraftstoffartenBenzin
AbgasnormEuro 6
Grundpreisca. 300.000 Euro

Der Rolls-Royce Phantom VIII soll den Ruf als bestes Automobil der Welt verteidigen. Außen gibt es optische Updates, innen durften sich verschieden Künstler austoben und unter der Haube schlägt der V12 von BMW. Die Preise dürften ab 300.000 aufwärts beginnen.

Ende Juli 2017 fielen in London endlich die Hüllen des Rolly-Royce Phantom VIII, dem neuen Flaggschiff der BMW-Tochter, das noch vor Ende des Jahres in den Handel kommen wird. Zwar gibt es bis dato keine Informationen zum Preis – weil man in diesen Kreisen so viel Geld hat, dass man darüber nicht sprechen muss – doch unter 300.000 Euro wird man kaum in das luxuriöseste Auto der Welt einsteigen dürfen. Von außen ist der Rolls-Royce Phantom VIII (2017) auf Anhieb zu erkennen – selbst wenn es wahrscheinlich kein Blechteil mehr gibt, das vom Vorgänger übernommen wurde. Die Scheinwerfer sind sehr viel kleiner, schärfer und entschlossener geworden und auch die die Flying Lady "Emily" schwingt sich nun zu größere Höhen auf. Um die Motorhaube und den Fensterrahmen schwingt sich zudem eine eigenwillige Chromleiste. Doch der legendäre Pantheon-Grill aus von Hand poliertem Edelstahl bleibt auch ein wirkungsmächtiges Symbol, selbst wenn er jetzt bündig in der Front integriert ist. Innen dagegen will Rolls-Royce die erlauchte Kundschaft des Phantom VIII (2017) in einer neuen Welt willkommen heißen und spricht deshalb gleich von einer Umarmung, die den Insassen zu Teil wird. Das beginnt beim Einsteigen, wenn sich die sensorgesteuerten und natürlich wieder entgegen der Fahrtrichtung angeschlagenen Türen automatisch ins Schloss ziehen, es geht weiter über massierte und klimatisierte Sitze, auf denen man jetzt im Fond auch liegen kann, sowie Oberflächen aus feinstem Leder und edelsten Hölzern. Der Gipfel soll das Fahrgefühl sein, welches nicht von dieser Welt ist. Denn jetzt, wo die Luftfederung mit Kamerahilfe voraus schaut und sich automatisch allen Fahrbahnunebenheiten anpasst, soll man sich gar vollends fühlen, als reise man auf einem fliegenden Teppich durch Zeit und Raum. "Fahren" – dieses Wort ist den Briten dafür viel zu gewöhnlich.

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Preis: Phantom VIII ab etwa 300.000 Euro

Auch bei den Instrumenten des Rolls-Royce Phantom VIII (2017) sprengen die Briten die gewohnte Begrifflichkeit. Was andere Hersteller schlicht Armaturenbrett nennen, adeln sie zur "Gallery" und sprechen von großer Kunst. Das gilt weniger für die Instrumente selbst, auch wenn die jetzt dem Geist der Zeit folgend voll animiert und digital sind. Und auch nicht für das neue Lenkrad und die wunderbar antiquierten Drehschalter für die Klimasteuerung, selbst wenn diese von echten Kunsthandwerkern gestaltet wurden. Die Zuschreibung gilt vor allem für die Vertäfelung vor dem Beifahrer, die Designchef Giles Tyler zur Leinwand für Künstler jeder Provenienz macht. Kreative aus aller Welt können sich dort austoben und so jeden einzelnen Phantom zu einem individuellen Kunstwerk machen. Zwar grenzt der Rolls-Royce Phantom VIII (2017) in der Selbstdarstellung des Herstellers an Zauberei, doch auch das Kronjuwel im BMW-Portfolio ist ein Auto aus Blech und Glas und Leder und fährt mit einem konventionellen Motor. Nicht ganz so bunt, aber nicht minder beeindruckend berichtet Rolls-Royce deshalb auch von der Technik unter dem Blech und schwärmt von der neuen Aluminium-Spacefram-Architektur, die alle kommenden Modelle inklusive des SUV tragen soll.

 

Im Rolls-Royce werkelt ein V12-Biturbo

Doch auch wenn Rolls-Royce beharrlich von einer Neuentwicklung spricht und sich damit zugleich des Eindrucks erwehrt, der Phantom VIII (2017) sei nur ein Siebener im Smoking, sind die Verwandtschaftsbeziehungen nach München unverkennbar. Das gilt für die lange Liste der Assistenzsysteme genauso wie für den Motor. Denn tief unten im Bug flüstert der für Rolls-Royce lediglich adaptierte V12 aus dem Siebener, der nun auch in England mit zwei Turbos bläst und im Phantom mit 571 PS und bis zu 900 Newtonmeter lockt. Selbst wenn von den Fahrleistungen noch keine Rede ist, sollte der geneigte Kunde das in schöner alter Tradition als "ausreichend" empfinden. Eine neue Plattform, ein neuer Motor, eine neue Elektronik, ein neues Design und ein neues Ambiente – es gibt zwar nicht viel, was Rolls-Royce vom Phantom VII übernommen hat. Doch am Anspruch an den Luxusliner hat sich mit dem Generationswechsel nichts geändert. Und auch nicht mit den fünf Modellwechseln davor. Sondern wie schon bei der Premiere des allerersten Phantoms im Jahr 1925 gibt es auch für den neuen Phantom nur ein Ziel, sagt Firmenchef Torsten Müller-Ötvös: "Der Phantom verteidigt seinen Ruf als das beste Automobil der Welt".

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