Rettungsgasse bilden: So geht's (Update!) 2017 bringt Änderung für Rettungsgasse

von Julian Islinger 25.09.2017

Härtere Strafen sollen Autofahrer dazu bringen, schneller und effektiver eine Rettungsgasse zu bilden. Seit 2017 gelten außerdem neue Regeln zum korrekten Aufbau der Notgasse. Sie soll zukünftig zwischen der äußersten linken Fahrspur und den übrigen drei rechten Fahrstreifen gebildet werden.

Rettungsgassen bilden kann Leben retten! Damit dies in Zukunft schneller und effektiver geschieht, hat der deutsche Bundesrat am 22. September 2017 ein neues Paket an Maßnahmen beschlossen, das auch härtere Strafen für Fehlverhalten umfasst. Wer etwa bei stockendem Verkehr auf einer Autobahn keine Notgasse bildet, muss statt bisher 20 Euro künftig mindestens 200 Euro als Strafe zahlen - und im schwersten Fall sogar bis zu 320 Euro in Kombination mit einem Monat Fahrverbot! Der Bundesrat stimmte außerdem für einige Änderungen der Bundes-Verordnung. Demnach sollen generell mindestens 240 Euro und ein Monat Fahrverbot drohen, wenn Autofahrer Einsatzwagen mit Blaulicht und Einsatzhorn nicht sofort freie Bahn verschaffen, auch ganz unabhängig von einer Rettungsgasse. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte, damit werde deutlich, dass es bei der Verweigerung zum Bilden einer Rettungsgasse um kein Bagatelldelikt gehe. Wenn manche Notgassen nutzten, um beispielsweise in einem Stau nach vorn zu fahren, sei das "ein verabscheuenswürdiges Verhalten, das eben nicht lediglich mit lausigen 20 Euro Bußgeld bestraft werden darf". Und der DVR mahnte: "Um Menschenleben nach einem Verkehrsunfall zu retten und Unfallopfer zu versorgen, kommt es auf jede Sekunde an."

News Pkw-Maut Deutschland
Pkw-Maut Deutschland: Kosten & Berechnung (Update!)  

Österreich und Holland klagen gegen Pkw-Maut

So bildet man die Rettungsgasse (Video):

 
 

Frühzeitig eine Rettungsgasse bilden

Die Notwendigkeit zum korrekten Bilden einer Rettungsgasse zeigte sich einmal mehr am 3. Juli 2017, als es auf der A9 in Oberfranken zu einem schweren Busunglück kam. Kurz nach 7 Uhr fuhr dort ein Reisebus aus Sachsen in einen vorausfahrenden Sattelzug und fing Feuer. Auch der Anhänger ging in Flammen auf. 30 Fahrgäste konnten den Bus teils schwerverletzt verlassen, für 18 Personen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der bayerische Bundesinnenminister Joachim Hermann (CSU) kritisierte im Nachgang das Verhalten der Autofahrer, die nicht rechtzeitig eine Rettungsgasse gebildet hatten. Es sei "sofort eine Rettungsgasse zu bilden – und zwar so, dass ein Lkw durchkommen kann", sagte Herrmann bei der Pressekonferenz vor Ort. Er betonte, dass dennoch "so schnell wie irgendmöglich Hilfe geleistet" worden sei. Dabei gelten seit Anfang 2017 neue Regeln beim Bilden einer Rettungsgasse, die eigentlich jeder kennen sollte. Aber nicht jeder Autofahrer ist sich dieser Änderung bewusst.

Verkehrsrecht Das ändert sich für Autofahrer 2017
Das ändert sich für Autofahrer 2017 (Update!)  

Aktuelle Regel-Änderungen

 

Rettungsgasse bilden: So geht's

Ab jetzt heißt es in Paragraph 11 der deutschen Verkehrsordnung zum Bilden der Rettungsgasse: Wenn Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrsteifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden." Oder einfach aus dem Beamtendeutsch übersetzt: Die Rettungsgasse soll zwischen der äußersten linken Fahrspur und den übrigen drei rechten Fahrstreifen gebildet werden. Bisher wurde sie auf vierspurigen Autobahnen in der Mitte gebildet. Die neue Regelung will Autofahrern das Bilden der Rettungsgasse vereinfachen, indem die Regeln dazu einfacher gestaltet werden. Nun müssen immer die Autofahrer auf der ganz linken Spur nach links fahren und alle anderen nach rechts. Der Standstreifen darf weiterhin nicht als Ausweichfläche benutzt werden, kann aber bei Platzmangel trotzdem mit einer halben Wagenbreite belegt werden.

News AUTOZEITUNG.de per Whatsapp auf dein Handy!
Whatsapp: AUTOZEITUNG.de abonnieren  

So funktioniert Whatsapp!

Tags:
Diagnosegerät
UVP: EUR 9,99
Preis: EUR 8,99 Prime-Versand
Sie sparen: 1,00 EUR (10%)
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
SONAX AntiFrost KlarSicht
UVP: EUR 18,48
Preis: EUR 13,50 Prime-Versand
Sie sparen: 4,98 EUR (27%)
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.