Reifendruckkontrollsystem (Pflicht): Alle Informationen Reifendruckkontrollsysteme seit 2014 bei Neuwagen Pflicht

von AUTO ZEITUNG 03.04.2017
Inhalt
  1. Welche Reifendruckkontrollsysteme gibt es?
  2. Welche Kosten verursachen RDKS?
  3. Lassen sich die Kosten für das RDKS einsparen?
  4. Amortisiert sich ein Reifendruckkontrollsystem?

Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) sind seit dem 1. November 2014 bei allen Neuwagen bis zu einem Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen Pflicht! Wir zeigen auf, welche zwei Messmethoden es gibt, mit welchen Mehrkosten zu rechnen ist und warum trotzdem regelmäßig der Luftdruck kontrolliert werden sollte!

Seit dem 1. November 2014 sind Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) bei Neuwagen bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen Pflicht. Der Hintergrund: Die automatische Überwachung des Reifendrucks soll gleichermaßen dem Umwelt- und Unfallschutz dienen. Autos mit zu geringem Reifendruck verbrauchen nämlich wegen des erhöhten Rollwiderstands mehr Sprit, außerdem verschleißen die Reifen schneller. Auch in puncto Fahrsicherheit bedeutet ein zu geringer Reifendruck einen längeren Bremsweg und weniger Grip bei Nässe. Deshalb sollen diese Risiken durch Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) minimiert werden, da die regelmäßige Druckkontrolle von den Fahrzeughaltern oft vernachlässigt wird. Im Umkehrschluss entbinden Reifendruckkontrollsysteme nicht von der Pflicht, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren – der ADAC empfiehlt im zeitlichen Abstand von zwei Wochen.

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Welche Reifendruckkontrollsysteme gibt es?

Neben dem direkten Messverfahren per Sensortechnik - Sensoren übermitteln in einer Tour Messwerte aus allen vier Reifen ans Fahrzeug - gibt es noch ein zweites, weniger komplexes Reifendruckkontrollsystem (RDKS), das den Luftdruck im Reifen indirekt über die Rotation der Räder überwacht. Dabei werden die Raddrehzahlen laut BVR ständig über die ABS-Sensoren verglichen. Eine höhere Rotation bedeutet verringerten Luftdruck. Der Nachteil: Sie sind ungenauer und unzuverlässiger als Systeme mit eigenen Sensoren, die im Reifeninneren im Bereich des Ventils angebracht sind. Den Autoherstellern ist es freigestellt, auf welche RDKS-Variante sie setzen. In jedem Fall gilt: Alle neu zugelassenen Pkw, Geländewagen und Wohnmobile - das sind Fahrzeuge der Klassen M1/M1G - müssen laut der EU-Verordnung (Nr. 661/2009) ein Reifendruck-Kontrollsystem an Bord haben

 

Welche Kosten verursachen RDKS?

"Insbesondere bei direkt messenden Systemen muss sowohl für den Kauf eines mit RDKS-Sensoren ausgestatteten neuen Reifensatzes als auch für den Reifenservice in der Fachwerkstatt mit Mehrkosten gerechnet werden", sagt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer beim Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BVR) in Bonn. Er geht beim Räderwechsel mit Reifendruckkontrollsystemen von einem zusätzlichen Arbeitsmehraufwand von 18 bis 25 Minuten je Rad aus. Bei einem Werkstatt-Stundenlohn von 60 Euro wären das 18 bis 25 Euro zusätzlich. Stärker fällt aber die Technik des Reifendruckkontrollsystsems ins Gewicht: Drechsler nennt für Original-Sensoren vom Autohersteller eine Preisspanne von 30 bis 120 Euro pro Stück. Frei programmierbare Sensoren von Drittanbietern seien mit 40 bis 50 Euro günstiger. In der Gesamtsumme belaufen sich so die Kosten für ein Reifendruckkontrollsystem je Satz Räder auf bis zu 500 Euro. Um Kosten zu sparen, rät der BVR zum intensiven Preisvergleich: "Bei Reifenhändlern werden Kunden meist besser wegkommen als in Vertragswerkstätten." Zudem seien Autobesitzer bei den Sensoren seien in der Regel nicht auf teure Originalteile der Fahrzeughersteller angewiesen, sondern bekommen auf dem Zubehörmarkt auch Universalsensoren, deren Elektronik vom Fachhändler angelernt werden kann.

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Lassen sich die Kosten für das RDKS einsparen?

Um Kosten zu sparen, könnten Besitzer von Autos mit direkt messendem Reifendruckkontrollsystemen auf die Idee kommen: Wo kein Sensor, da kein aktives System. "Das ist aber ein Trugschluss", sagt Ruprecht Müller vom ADAC Technik Zentrum. "Als das RDKS noch nicht Bestandteil der Kfz-Typzulassung war, konnte man es zum Beispiel für den Betrieb mit Winterrädern noch abschalten. Das ist jetzt nicht mehr erlaubt und nicht mehr möglich." Die Folge: Kommen keine Messdaten des Reifendruckkontrollsystems in der Bordelektronik des Autos an, hat der Fahrer permanent eine Fehlermeldung im Cockpit vor der Nase. Eine andere Rechnung geht auch nicht wirklich auf: Sommer- und Winterreifen von Saison zu Saison auf einem Felgensatz hin- und herwechseln zu lassen, dürfte allein wegen der hohen Montagekosten auf die Dauer teurer sein, als ein zusätzlicher Satz RDKS-Sensoren. Außerdem leiden Felgen und Reifen sehr darunter, gibt Müller noch zu bedenken. Und so lautet die einzige Lösung: Ganzjahresreifen fahren. "Die sind aber immer nur ein Kompromiss", betont ADAC-Experte Müller. Gerade im Winterbetrieb kämen sie nicht an die Leistung guter Saisonreifen heran.

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Amortisiert sich ein Reifendruckkontrollsystem?

Der höhere Aufwand kann sich nach Ansicht des Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BVR) durch die höhere Laufleistung der Reifen mit RDKS und den geringeren Verbrauch amortisieren. Der Verband geht nämlich davon aus, dass das Phänomen des schleichenden Reifendrucks mit Hilfe der Reifendruckkontrollsysteme in den Griff zu bekommen wäre. Sobald der Luftdruck merklich nachlässt, erhält der Fahrer eine Warnung und füllt idealerweise Luft nach. Auf diese Weise lasse sich die Laufleistung von Reifen fast verdoppeln. "Zudem können wir Kraftstoff einsparen", fügt BVR-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler hinzu. Schon 0,6 bar Unterdruck im Reifen führten zu etwa vier Prozent Mehrverbrauch.

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