Nissan 350Z-Rennprojekt Nissan 350Z-Rennprojekt: Jetzt erst recht

04.04.2008

Nach den Erfahrungen aus drei 24-Stunden-Rennen geht am 24. Mai ein neuer und stärkerer Nissan 350Z auf dem Nürburgring an den Start

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Für die Mannschaft von RJN Motorsport bedeutet das: kein früher Feierabend, kein Wochenende. Ein neuer Nissan 350Z-Rennwagen entsteht nicht in einer Woche. Teamchef Bob Neville: Normalerweise braucht ein Mann 18 Wochen für ein solches Projekt. Aber so viel Zeit haben wir nicht. Deshalb arbeiten ständig vier bis fünf Mechaniker an dem Chassis. Außerdem sind im Vergleich zum Vorjahr 50 Prozent der Bauteile des Autos stark modifiziert.

Ebenfalls unter Hochdruck arbeitet IES Racing. Das kleine, aber feine Team von Graham Dale-Jones in der englischen Grafschaft Exeter baut den Motor für den POWERCAR-Nissan. Standfestigkeit und Leistungsanspruch müssen gleichermaßen berücksichtigt werden, erklärt Dale-Jones.

Von dem Serientriebwerk bleiben nur 50 Prozent erhalten. Der Rest sind stark veränderte, vor allem erleichterte Bauteile, ergänzt durch spezielle Rennsportkomponenten wie die Kurbelwelle von Nismo. Der Einsatz der Trockensumpfschmierung verlangt zudem eine völlig andere Ölwanne und Ölpumpeneinheit. Solche Teile entwickeln und bauen wir selbst. Zwei weitere Motorenbauteile sind gegenüber der letzten Version aus dem Dubai-Rennen neu: der zweiflutige Ansaugluftsammler und die elektrisch gesteuerte Walzen-Drosselklappe.

Die Gasbefehle erfolgen nicht mehr über einen Gaszug, sondern per Kabel. Das Fly by wire genannte System stößt bei Teamchef Bob Neville aber noch auf Misstrauen: Wir werden das in den Vorbereitungsrennen im Rahmen der Deutschen Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring testen. Ist es verlässlich, bleibt es drin. Macht es Schwierigkeiten, fliegt es raus. Graham Dale-Jones ist optimistisch und betont: Zusammen mit dem Luftsammler erreichen wir eine deutliche Leistungssteigerung, ohne an die bewährten Innereien des Triebwerks gehen zu müssen. Wir sprechen da immerhin von rund 40 PS und mehr Drehmoment über den ganzen Drehzahlbereich. Das heißt: Wir können im Zeittraining mit über 400 PS fahren, im Rennen dann aufgrund reduzierter Maximaldrehzahl mit gut 380 PS.

Teamchef Bob Neville: Mit dem neuen Auto werden wir viel radikaler, das wird ein echter Nordschleifen-Knaller, nur für diesen einen Zweck gebaut. Das neue Chassis ist so leicht, dass wir ganz nah an das untere Gewichtslimit von 1200 Kilo kommen. Außerdem ist es noch eine Spur verwindungssteifer. Der neue 120-Liter-Tank ermöglicht eine größere Reichweite. Ich glaube, wir werden mit dem Nissan mittendrin im Haifischbecken der zahllosen Porsche GT3 Cup auf Beutezug gehen. Aber wir wollen auf jeden Fall ins Ziel kommen. Wenn wir dabei nicht schlecht aussehen, umso besser.

Die technische Unterstützung durch BBS, Bilstein, Carglass, den neuen Reifenpartner Dunlop und Recaro garantiert eine bestmögliche Ausgangsbasis, der Druck auf die Fahrer ist entsprechend hoch. Bis zu 220 Rennwagen mit rund 850 Fahrern aus aller Welt werden versuchen, dem POWERCAR-Nissan das Leben schwer zu machen. Die Leistungsdichte wird enorm hoch sein. Gut, dass sich die ganze Mannschaft auf eine riesige Fan-Gruppe im 500 Zelte großen Nissan Race-Camp am Hatzenbachbogen verlassen kann.

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