Jaguar F-Type trifft E-Type im Vergleich: Faszination Auto Schwarz und schnell

27.01.2014

Gentleman oder Musterknabe können andere spielen. Das neue Jaguar F-Type Coupé mag verruchte Hinterhöfe und trifft dort auf den legendären E-Type, seinen schwarzen Seelenverwandten. Vergleich

Die wirklich interessanten Figuren im Film sind doch eigentlich immer die Bösewichte. Ein Gentleman – sagen wir mal ein britischer Top-Agent – ist in seinen Handlungen vorhersehbar. Übrigens ist auch fast von vornherein klar, was für ein Auto er fährt. Und auch Musterknaben sind wenig aufregend: Wer sich ewig nur anpasst, um im Leben nicht anzuecken, der verpasst zu leben. Das ist in der automobilen Welt nicht anders. Perfektionismus? Gern. Wenn er nicht in Langeweile gipfelt.

Die  Mischung macht’s: anspruchsvolle Technik verpackt in einem Fahrzeug mit ein bisschen schwarzer Seele und heißen Design-Kurven. Das wollen die Autofans – und genau das haben sich die Jaguar-Mannen auf die Fahnen geschrieben, als sie den F-Type entwickelten. Auf der IAA 2011 zeigten die Briten die Sportwagen-Studie C-X16, die so gut ankam, dass der nun präsentierte F-Type als Coupé bis in Details hinein die Formen der Studie übernahm.


DER E-TYPE HAT LANGE AUF SEINEN NACHFOLGER GEWARTET


Und nun rollt genau ein solches F-Type Coupé auf den Hinterhof einer alten Fabrikhalle, wo ihn eine Legende erwartet. Der Jaguar E-Type – von 1961 bis 1975 gefertigt – gilt als Ikone des Automobilbaus, als britischer Sportwagen schlechthin.

Sehnsüchtig hatten die Fans auf etwas Vergleichbares aus dem Hause Jaguar gewartet. Schon zweimal wäre es fast soweit gewesen. 1991/1992 gab es bereits Bestrebungen, einen F-Type zu bauen. Heraus kam dabei zunächst eine Cabrio-Studie, die besonders an der Fahrzeugfront ein paar Stilmerkmale des XK von 1997 vorwegnahm. Der nächste F-Type war lediglich ein Concept Car, das im Jahr 2000 auf einigen Messen präsentiert wurde und eher an einen Rennwagen erinnerte als an einen Sportler für die Straße.

Nun aber folgt F endlich auf E – wie es das Alphabet vorgibt. Der E-Type erarbeitete sich seit Erscheinen 1961 einen Ruf als kompromissloser Sportler. Schon das Einsteigen verlangte Geschick: hoher Schweller, niedriges Dach, kurze Tür, großes Lenkrad. Fahrer über 1,80 Meter Körpergröße mussten gelenkig sein. Später wurde der E-Type geräumiger: als 2+2-Sitzer mit höherem Dach und verlängertem Chassis, so wie unser Fotoauto von 1973. Dieser „Jag“ hatte auch den damals stärksten erhältlichen Motor, den V12, der 1971 den Sechszylinder ablöste. Die Reihensechser mussten sich noch mit zunächst 3,8 Liter und 4,2 Liter Hubraum begnügen – bei jeweils 210 PS.

Der V12 bot mehr Leistung und mehr Sound – war aber auch über 100 Kilogramm schwerer als die älteren Versionen. Der E-Type galt als zwar enger, aber angenehmer Reisewagen mit kultiviertem Motor. Wo die Italiener einen Riesen-Krawall um ihre Zwölfzylinder veranstalteten, machten die Briten bei Jaguar auf Understatement: ruhiger Motorlauf statt nervöser Lebensäußerungen und ein sonores Auspuffgeräusch, das sich erst wandelte, wenn Leistung abverlangt wurde.

Der F-Type spricht dank heutiger Technik eine etwas deutlichere Sprache: Sein Klappenauspuff lässt ihn bedrohlich brummen oder heiser röhren, je nach Drehzahl. Sportlicher Sound, der aber im Rahmen bleibt. Im F-Type will man schließlich positiv auffallen.

Der ganz aus Aluminium gefertigte F-Type – Jaguar spricht vom verwindungssteifsten Jaguar aller Zeiten – wiegt zwischen 1577 und 1650 Kilogramm, je nach Motorisierung. Zwei Kompressor-Motoren stehen zur Wahl: ein V6 mit drei Liter Hubraum in zwei Leistungsstufen (340 PS in der Grundversion und 380 PS im Modell „S“) sowie ein V8, der gegenüber der Motorversion im F-Type Cabrio nochmals mehr Leistung erhielt: 550 PS aus fünf Liter Hubraum. Dieser Motor beflügelt das Top-Modell „R“, das 103.700 Euro kostet. Das Grundmodell bietet für 67.000 Euro Fahrspaß und kämpft in einer Preisklasse mit dem Porsche Cayman S, dem es auch in seinen Fahrleistungen ähnelt.

Das Sportfahrwerk mit adaptiven Dämpfern ist im R immer an Bord, eine Karbon-Keramik-Bremsanlage kostet im Paket mit 20-Zoll-Felgen ab 8960 Euro. Dann sind die Bremssättel gelb. Sind sie rot, packt die konventionelle Jaguar-Hochleistungsbremsanlage zu. Derzeit laufen noch letzte Abstimmungen des deutschen Jaguar-Teams auf der Nordschleife des Nürburgrings. Die Techniker versprechen eine Menge Fahrspaß. Schon der F-Type mit 340 PS beschleunigt auch dank der spontan schaltenden Achtstufen-Quickshift-Automatik in nur 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h.

Der F-Type R mit der nur bei ihm serienmäßigen zweiten Generation der aktiven Hinterachs-Differenzialsperre ist zudem ein Kurvendynamiker, der dank erhöhter Präzision im Grenzbereich ein noch besseres Handling ermöglichen soll als das Grundmodell und das F-Type S Coupé. Anders als der E-Type damals bietet der F-Type heute übrigens viel Platz für zwei Personen, eine ordentliche Zuladung und mit 407 Liter Ladevolumen genügend Platz für die Urlaubsfahrt – und sogar die passende Länge für die Golfausrüstung.

Im April 2014 kommt das Coupé zu den Händlern und steht dann dem bereits erfolgreich eingeführten F-Type Cabrio zur Seite. Dann treten die beiden gemeinsam an gegen Gentlemen und Musterknaben. 

TECHNIK
   

Jaguar E-Type V12 5.4 Liter
Jaguar F-Type R Coupe
Motor V12-Zylinder, 2-Ventiler, zwei
obenliegende Nockenwellen,
Kettenantrieb 
V8-Zylinder, 4-Ventiler, Kompressor
Hubraum 5343 cm3 5000 cm3
Leistung 200 kW / 272 PS bei 5850 / min 405 kW / 550 PS bei 6500 /min
Max.Drehmoment 412 Nm bei 3600 /min 680 Nm bei 2500 – 5500 /min
Getriebe 4-Gang, manuell 8-Stufen-Automatik (Quickshift)
Antrieb Hinterrad Hinterrad
L/B/H 4684/1678/1305 mm 4470/1984/1308 mm
Radstand 2667 mm 2622 mm
Leergewicht 1515 / 185 kg 1650 / 400 kg
Kofferraum 200 l 407 l
Fahrleistungen1 0-100 km/h in 6,6 s 0-100 km/h in 4,2 s
Höchstgeschwin.1 240 km/h 300 km/h
Verbrauch1 16,0 l S/100 km 11,1 l SP/100 km
CO2-Ausstoß1 380 g/km  259 g/km
Grundpreis 40.135 Mark (1973)  103.700 Euro
Werksangaben

Thorsten Elbrigmann

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