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VW EcoRacer 1.5 TDI

Sputnik-Orange

Der EcoRacer von Volkswagen vereint viel Fahrspaß mit wenig Verbrauch. Als Konzeptstudie gibt er einen Ausblick auf die Zukunft

Eckdaten
PS-kW136 PS (100 kW)
AntriebFrontantrieb, 6 Gang sequentiell
0-100 km/h6.30 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit230 km/h
Preisk.A.

Schauen Sie nur, die klare, einzigartige Brillanz. Diese Farbe wurde eigens für den EcoRacer gemacht und heißt Sputnik-Orange. Cesar Muntada, seines Zeichens Designer in der Forschungsabteilung von VW, muss es wissen. Die glänzenden Kinderaugen des gebürtigen Spaniers folgen ausschließlich dem kleinen, flachen Projektil, dass auf dem Rennkurs im französischen Pau Arnos unentwegt seine Runden dreht. Doch nicht nur die aufwändige, exklusive Lackierung im gleißenden Sonnenlicht sorgt bei ihm für Faszination, sondern auch die knackig-kraftvolle Form. Schließlich stammt der breite, mit extrem kurzen Überhängen schier auf dem Asphalt kauernde Eco-Racer aus seiner Feder. Mehr als nur Farbton und Formgebung sind einzigartig. Denn der voll funktionstüchtige Versuchsträger ist mit Technologien gespickt, die sich wie die Rezeptur eines reinrassigen Sportwagens liest. Innerhalb von nur gut einem Jahr stellte ein kleines Forschungsteam rund um Markus Lienkamp und Thomas Gänsike einen kleinen Mittelmotor-Sportwagen auf die Räder. Der EcoRacer dient als VW-Ideenträger, als zukunftsweisende Synthese aus Sportlichkeit und extrem geringem Verbrauch. Seine Karosserie besteht aus ultraleichtem Kohlefaserwerkstoff und wiegt nur 850 Kilogramm. Dank modularem Aufbau ist er äußerst wandlungsfähig. So lässt sich das dreigeteilte Dach mittels weniger Handgriffe entfernen und hinter den Sitzen verstauen. Wird zudem die aerodynamisch gestaltete Heckhutze abgebaut, verändert sich das zweisitzige Coupé in einen Roadster. In der dritten Stufe zeigt sich der EcoRacer als puristischer Speedster, wenn das Windschutzscheiben-Element gegen eine flache Scheibe ausgetauscht wird. Während die Doppelquerlenker-Vorderachse aus Aluminium eine komplette Neuentwicklung ist, entschied man sich hinten für die Vierlenkerachse des Golf in abgewandelter Form. Die Bremsen stammen inklusive der elektrischen Parkbremse aus dem Passat. Außergewöhnlich dagegen: der Antrieb. Kein hochdrehender Benziner, sondern ein 1,5-Liter-Turbodiesel mit variabler Turbinengeometriewerkelt im Heck. Ursprünglich ein 1,6-Liter- Ottomotor, der eigens für den EcoRacer umgerüstet wurde. Der 136 PS leistende TDI verfügt an Stelle von regulärer VW-Pumpe-Düse-, über eine Common-Rail-Einspritzung zu Gunsten geringerer Schadstoffe, sodass die geplanten Euro-5-Abgaswerte erfüllen werden können. Als Verbrauch gibt VW bescheidene 3,4 Liter an. Ob der 250 Newtonmeter starke Selbstzünder die Serienreife erlangt, bleibt offen. Fest steht, dass VW ab 2007 generell auf Common-Rail-Diesel umsteigen will. Selbst als geschlossenes Coupé gelingt der Einstieg in den Öko-Racer einfach. Sobald sich die Türen öffnen, gleitet der jeweilige Dachflügel hilfreich nach oben. Mit in Klarlack beschichteter Kohlefaser und zentralem Kombiinstrument setzt sich der Minimalismus innen weiter fort. Mittels Fingerabdruck auf den Wählhebel des automatisierten DSG-Getriebes wechselt der Pilot vom herkömmlichen in den Race-Modus, der ein spontaneres Ansprechverhalten von Motor und Getriebe bewirkt. Doch bereits die Grundeinstellung bietet, bis auf das ungewohnte Nageln im Heck, kompromisslosen Fahrspaß. Wie am Gummiband beschleunigt er selbst aus dem Drehzahlkeller kraftvoll heraus wenn es sein muss bis zu 230 km/h. Schnell und nahezu ohne Zugkraftunterbrechung agiert die DSG-Schaltung. Überhaupt fährt sich der sportlich straffe EcoRacer sehr handlich und agil. Und dank elektromechanischer Servolenkung mit sportlich gewählter Kennlinie folgt er messerscharf dem Kurs. Noch ist der EcoRacer ein handgefertigtes, teures Unikat, aber als künftiger Minimal-Roadster in Stahlausführung denkbar. Vor allem in Sputnik-Orange. Guido Borck

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW EcoRacer 1.5 TDI

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 6.30s

Frontantrieb, 6 Gang sequentiell

Spitze 230 km/h

Preis k.A.