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Iveco Massif Campagnola 3.0 HPT

Höhenrausch

Fiats Nutzfahrzeugtochter Iveco  steigt ins Pkw-Geschäft ein: mit einem deftig-derben Defender-Derivat für Hardcore-Offroader – dem Campagnola

Eckdaten
PS-kW177 PS (130 kW)
AntriebAllrad, zuschaltbar, 6 Gang manuell
0-100 km/hk.A.
Höchstgeschwindigkeit165 km/h
Preis35.500,00 €

Einen Augenblick, bitte: Das soll ein neues Auto sein? Den kenne ich doch. Der sieht doch aus wie ein Land Rover Defender? Stimmt, aber der Iveco Campagnola ist mehr als nur ein umgetaufter Landy. Tatsächlich basiert der in Spanien bei Santana gefertigte Offroader auf dem dort früher in Lizenz produzierten Kult-Briten. Doch neben etlichen optischen Retuschen unterscheiden sich der Campagnola und die technisch baugleichen Massif-Modelle in etlichen Punkten von dem Original.

Da wäre zunächst die Karosserie, die nicht aus vernietetem Alu, sondern aus Stahlblech gefertigt wird und ein Hardtop aus Kunststoff hat. Die Sitze sind ebenfalls andere und nicht so eng an der Tür montiert. Auch das Cockpit, der Schaltknüppel und sämtliche Bedienteile beweisen Eigenständigkeit. Nur der sehr schwergängige Türöffner am Heck ist baugleich mit dem des Defenders. Doch das sind nur Äußerlichkeiten. Viel bedeutsamer sind die technischen Eigenständigkeiten des Iveco. So verfügt der Italiener über Blattfedern und einen zuschaltbaren Allradantrieb mit manuell sperrbaren Freilaufnaben. Diese Konstruktion verspricht, noch robuster zu sein als das Schraubenfederfahrwerk des Landy, verschränkt aber etwas schlechter, was eine Differenzialsperre in der Hinterachse kompensiert.

Auch das Fahrverhalten auf der Straße stößt trotz moderner Zahnstangen-Lenkung rasch ans Limit. Ein ESP gibt es nicht. Ohnehin versteht sich der Campagnola eher als kerniger Geländeprofi und belastbares Arbeitsgerät mit pragmatischen Tugenden. So gestattet sein simpler Allradantrieb bei offenen Freilaufnaben den Einsatz der Reduktion im Rangierbetrieb, um schwere Anhänger millimetergenau ins Ziel zu bugsieren. Andererseits führt die zugeschaltete Vorderachse zwangsläufig zu einer Sperrung das Mitteldifferenzials. Und ganz so schwer sollten die Anhänger auch nicht sein, weil der Iveco maximal drei Tonnen am Haken erlaubt. Die Auflastung um weitere 500 Kilo ist derzeit noch in Arbeit.

Neuer Antriebsstrang
Eine Eigenkonstruktion stellt ferner das manuelle Sechsganggetriebe dar. Obwohl der ungewohnt kurze Schaltstummel nur hakelig von Gang zu Gang wechselt und die Reduktion mit 1:2,3 recht milde ausfällt, passt die Abstufung gut zum kraftvollen Motor. Während sich das Triebwerk im Defender mit 122 PS bescheidet, entfacht der Dreiliter-Vierzylinder unter der Haube des Campagnola stolze 176 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Nm. Der Common-Rail-Diesel präsentiert sich zudem technisch voll auf der Höhe der Zeit: variable Turbinengeometrie, Vierventil-Technik, Ladeluftkühlung, hydraulischer Ventilspielausgleich und Partikelfilter – alles tiptop. Allerdings belegen der raue Ton und die verhaltene Drehfreude die Abstammung aus der Transporter-Baureihe Daily – genauso wie das Service-Intervall von großzügigen 40000 km.

Der Iveco Campagnola ist nicht wirklich zeitgemäß, aber ein erfrischend ehrlicher Vollblut-Offroader, der dem Original-Defender Paroli bietet. Martin Urbanke

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Iveco Massif Campagnola 3.0 HPT

PS/KW 177/130

0-100 km/h in k.A.

Allrad, zuschaltbar, 6 Gang manuell

Spitze 165 km/h

Preis 35.500,00 €