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Mitsubishi Colt 1.5

Kleines Kaliber

Seit 1979 gibt es den Colt in Deutschland. Die neue Generation geht mit der Technik des smart forfour, Minivan-Optik und einem günstigen Preis auf Kundenjagd

Eckdaten
PS-kW109 PS (80 kW)
AntriebFrontantrieb, 5 Gang manuell
0-100 km/h9.70 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit190 km/h
Preis15.990,00 €

Mitsubishi hat es nicht leicht. Das Unternehmen leidet unter einer Schuldenlast in Milliardenhöhe. Die letzten Jahre waren geprägt durch Qualitätsprobleme und Rückrufaktionen. Hinzu kam eine teilweise veraltete Produktpalette. Zu den bisherigen Sorgenkindern der Japaner zählte auch der Colt: Für die überholte Optik und Technik des bisherigen Modells fanden sich 2003 nur noch 3217 Käufer. Dies soll sich unter technischer Mithilfe des Partners DaimlerChrysler mit der Einführung der neuen Baureihe rasch ändern. Bei günstigen 11 990 Euro beginnt der Einstieg in den 3,87 Meter kurzen Wagen mit der gefälligen Van-Optik. Drei Benziner (1,1 Liter, 75 PS; 1,3 Liter, 95 PS; 1,5 Liter, 109 PS) stehen zur Verfügung; außerdem kann man unter drei verschiedenen Ausstattungsversionen (Inform, Invite, Instyle) wählen. Im August 2004 beziehungsweise Anfang 2005 sollen noch zwei Turbodiesel mit 95 und 68 PS folgen. Der technisch eng mit dem smart forfour verwandte Mitsubishi Colt setzt mit dem so genannten One-Box-Design ganz auf den Zeitgeist der hoch bauenden Kompaktautos im Stil der Mercedes-A-Klasse. Auf den ersten Blick wirkt er auch eher wie die japanische Antwort auf den Elchtest-geprüften Schwaben denn als asiatischer Zwilling des viertürigen smart. Der voluminöse Vorbau mit den mandelförmigen Scheinwerfern, die hoch ansteigende Dachlinie und der Heckabschluss mit den hoch gezogenen Heckleuchten lassen den Colt wie einen Minivan erscheinen - und weniger wie einen klassischen Kleinwagen des B-Segments, in dem sich auch Honda Jazz, VW Polo oder Opel Corsa tummeln. Der Vorteil der Van-Form beschert dem Colt mehr Raum, aber dafür muss man mit dem Nachteil der schlechteren Übersichtlichkeit leben: Die Front lässt sich bestenfalls erahnen. Im Innenraum bietet der Viertürer mit Heckklappe bis zu fünf Passagieren plus Gepäck Platz (Fassungsvermögen: 220 bis 1045 Liter). Hinter dem nur in der Höhe einstellbaren Lenkrad nimmt der Fahrer auf einem ausreichend dimensionierten, aber im Schulterbereich sehr eng geschnittenen Gestühl Platz. Ansonsten erfreut der Colt mit einer übersichtlichen Armaturentafel und auf Anhieb verständlicher Bedienung sämtlicher Funktionen. Allerdings lässt die Verarbeitung wegen ungenau eingepasster Kunststoffteile noch Spielraum für Verbesserungen. Ein echter Blickfang sind dafür der hell gefärbte Mittelsteg und die Drehregler in der Mittelkonsole, die das eintönig graue Ambiente auffrischen und bei Nacht grünlich schimmern. Die zweite Reihe hält eine Sitzbank für bis zu drei Personen bereit. Besonderheit: Die im Verhältnis 60 zu 40 teilbare Bank lässt sich in Längsrichtung um 15 Zentimeter verschieben und ermöglicht so mehr Bein- oder Stauraum. Bei Bedarf kann man sie sogar komplett ausbauen. Bei der Fahrwerksabstimmung wählte Mitsubishi eine Mischung aus sportiver Straffheit und noch akzeptablem Restkomfort. Kurze Stöße teilt der Colt seinen Insassen deutlich mit und lässt auch bei Querfugen keine Fragen über die Fahrbahnbeschaffenheit aufkommen. Dabei stört vor allem die Neigung zu Nickbewegungen. Dies liegt zum Teil an der optionalen Testwagen-Bereifung der Dimension 205/45 R 16. Lange Wellen verarbeitet die Feder-Dämpfereinheit dagegen recht passabel. Zudem gefällt der auf Autobahnen gute Geradeauslauf. Kurviges Terrain umrundet der Fronttriebler mit der Tendenz, über die Vorderräder zu schieben. Dabei verhält sich der Japaner berechenbar und wird spät, aber rechtzeitig von der elektronischen Stabilitätskontrolle (ESP) wieder auf Kurs gebracht. Unverständlich jedoch, dass Mitsubishi das im Sicherheitspaket enthaltene System nur gegen 800 Euro Aufpreis anbietet, für einige schwächere Versionen überhaupt nicht. Der kräftige, aber laute und 109 PS starke Vierzylinder erfreut in Verbindung mit dem exakten und gut abgestuften Fünfgang-Getriebe mit Drehfreudigkeit und beinahe sportivem, kernigem Klang. üblicherweise finden sich solche Motoren in kleinen zweisitzigen Roadstern – im Colt wirkt das Triebwerk eher deplaziert, weil die Dröhngeräusche im Innenraum auf Dauer stören. Der Verbrauch von 8,5 Liter Super pro 100 Kilometer überzeugt hingegen ebenso wie die standfeste Bremsanlage des Japaners.

Fazit

Mit seiner Minivan-Optik liegt der Colt im Trend. Die neueste Version punktet vor allem mit Variabilität. Der kräftige, aber laute 1,5-Liter-Benzinmotor will jedoch nicht recht zum praktischen Japaner passen. Und mit dem leider aufpreispflichtigen ESP spart Mitsubishi an der falschen Stelle

Christian Thanascas

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Mitsubishi Colt 1.5

PS/KW 109/80

0-100 km/h in 9.70s

Frontantrieb, 5 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 15.990,00 €