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Vergleich Luxus-SUV: Range Rover SDV8 vs. Audi Q7 und BMW X5

Schwer angesagt

Fahrkomfort

In der Voque-Ausstattung ist der Range Rover 2013 von Haus aus mit 14-fach einstellbaren und klimatisierten Vordersitzen sowie Armstützen bestückt, die zunächst keine Wünsche offen lassen. Mit den fabelhaften Komfortsitzen des BMW (3320 Euro), bei denen sich sogar das Schulterteil der Rückenlehne separat einstellen lässt, können sie aber nicht ganz mithalten. Für 13.500 Euro bietet Land Rover die Top-Ausstattung Autobiography an – mit 20-facher Sitzeinstellung und Massagefunktion. Im Engländer sitzt man traditionell weit außen. Das vergrößert einerseits das Raumgefühl und den Abstand zum Beifahrer, sorgt aber dafür, dass breite Schultern und Ellenbogen hin und wieder an die B-Säule stoßen. Die Audi-Sportsitze sind gewohnt straff und fest gepolstert und bieten guten Seitenhalt. Dafür sind die drei Einzelsitze hinten etwas knapp bemessen. Der Ingolstädter glänzt mit der besten Geräuschdämmung, was vor allem bei hohen Geschwindigkeiten deutlich wird. Ab und zu spielt sich zwar der Motor unnötig in den Vordergrund, die Windgeräusche bleiben dafür größtenteils draußen. Auch im Range passt das dezente Geräuschbild zum gediegenen Auftritt. Nur der BMW enttäuscht mit präsent brummigem Motor und lauten Windgeräuschen. Beim Fahrwerk haben die Münchener dafür ein feines Händchen bewiesen. Sportlich-straff ausgelegt, verdaut es auch holprige Pisten ohne Probleme. Und die luftgefederte Hinterachse (790 Euro) lässt den Aufbau stets schnell wieder zur Ruhe kommen. Der noch einen Tick straffere Audi Q7 wirkt dagegen nervöser und zittriger. Schlaglöcher bringen aber auch ihn trotz 20-Zoll-Bereifung nicht aus der Fassung. Der Brite ist gewiss deutlich weicher und komfortabler ausgelegt, verliert bei Kanten und Gullideckeln aber seine Souveränität. Auf Waschbrettpisten mit kurzen aufeinanderfolgenden Anregungen geraten die gewaltigen 21-Zoll-Räder außer Tritt. Im entspannten Alltagsverkehr und auf ebenen Pisten entpuppt sich die schwere Fure dagegen als leicht wiegende Sänfte. Und bei Fahrten abseits befestigter Straßen geht kein Konkurrent mit dieser Unbeschwertheit ans Werk. Selbst schwierigstes Gelände meistert der Hüne gelassen, während der Fahrer in Abrahams klimatisiertem Schoß sitzt.

FahrkomfortMax. PunkteBMW X5 xDrive40dAudi Q7 4.2 TDI quattroRange Rover SDV8
Sitzkomfort vorn150128122125
Sitzkomfort hinten100828084
Ergonomie150123120122
Innengeräusche50364241
Geräuscheindruck100586060
Klimatisierung50353540
Federung leer200140136144
Federung beladen200138135142
Kapitelbewertung1000740730758
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Motor & Getriebe

Die Topmodelle von Audi und Range Rover trumpfen in der Dieselklasse mit bärigen Achtzylindern und 340 PS auf. Aus 4,2 (Audi) und 4,4 Litern liefern die Biturbo-Boliden mächtige Drehmomente von 800 und 700 Newtonmetern. Dabei gibt sich der Range Rover akustisch etwas zurückhaltender. Das Klangbild des eigens für den englischen Riesen entwickelten Motors passt perfekt zum gediegenen Auftritt. Im Audi ist das Aggregat präsenter, folgt leichten Bewegungen am Gaspedal spontaner und knurrt bei Vollgas bärig los. Die Achtstufen-Automatik im Q7 reagiert zudem etwas nervöser und überrascht hin und wieder mit plötzlichen Schaltbefehlen. Im Range Rover lässt die Achtgang-Box von ZF hingegen selbst kräftiges Beschleunigen aus höheren Gängen zu. Extrapunkte gibt es für die unterschiedlichen Gaspedal- und Schaltkennlinien, die im aufwändig entwickelten Terrain-Response-System hinterlegt sind. So reagiert das Gaspedal im Sand-Modus spürbar bissiger, während man im Kletterprogramm sehr feinfühlig und betont langsam anfahren kann. Gegen die großen V8-Motoren der Konkurrenten wirkt der Dreiliter- Reihensechszylinder von BMW mit 600 Newtonmetern vergleichsweise schwächlich. Diesen Eindruck vergisst man aber spätestens beim Sprint aus dem Stand schnell. In 6,1 Sekunden schiebt der etwas knorrige Bi-Turbo mit 306 PS den 2,3 Tonnen schweren X5 auf Tempo 100. Der 250 Kilogramm massigere Audi kann seinen Leistungsvorteil erst bei höheren Geschwindigkeiten ausspielen. Im Range Rover fällt die 100er-Marke immerhin nach 7,1 Sekunden – ein Tribut an das immer noch gewaltige Leergewicht von 2658 Kilogramm. Und wegen des hohen, aufrechten Aufbaus muss man sich hier mit einer Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h begnügen. Der Audi Q7 4.2 TDI knackt ohne Weiteres die 240er-Marke. Dafür verlangt er im Schnitt auch mehr als zwölf Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometern – etwa einen Liter mehr als die Konkurrenten.

Motor und getriebeMax. PunkteBMW X5 xDrive40dAudi Q7 4.2 TDI quattroRange Rover SDV8
Beschleunigung150127125119
Elastizität100000
Höchstgeschwindigkeit150808466
Getriebeabstufung100908895
Kraftentfaltung50343636
Laufkultur100717474
Verbrauch325167152173
Reichweite25141619
Kapitelbewertung1000583575582
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

BMW X5 xDrive40d

PS/KW 306/225

0-100 km/h in 6.10s

Allradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik

Spitze 236 km/h

Preis 71.610,00 €

Audi Q7 4.2 TDI quattro

PS/KW 340/250

0-100 km/h in 6.30s

Allradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik

Spitze 242 km/h

Preis 76.915,00 €

Range Rover SDV8

PS/KW 340/250

0-100 km/h in 7.10s

Allradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik

Spitze 218 km/h

Preis 108.600,00 €