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Audi A4 1.8 TFSI und Mercedes C 180 BlueEfficiency im Vergleich

Sparsamer Einstieg

Die Mercedes C-Klasse bekommt einen neuen Basismotor mit 1,6 Liter Hubraum und 156 PS. Erster Schlagabtausch mit dem Dauerrivalen aus Ingolstadt

Bei den Mittelklässlern aus Stuttgart und Ingolstadt kommt den Basismotorisierungen stets eine wichtige Bedeutung zu – sie werden besonders häufig geordert. Umweltbewusste und kühle Rechner achten gerade hier auf niedrige Verbrauchs- und geringe CO2-Emissionswerte.

Das weiß auch Mercedes und schiebt Ende Juni einen neuen Basis-Benziner für die aktuelle C-Klasse nach. Dieser Motor im C 180 ersetzt das bisherige Triebwerk mit 156 PS und stammt aus der neuen Vierzylinder-Familie, die für die A-Klasse entwickelt wurde. Der neue 1.6er leistet ebenfalls 156 PS und gilt als besonders sparsam.

Premium mit Basis-Benziner: Audi A4 trifft Mercedes C-Klasse

Das vergleichbare Triebwerk für den Audi A4 ist ein Vierzylindermotor mit 1,8 Liter Hubraum und 170 PS. Trotz des Leistungsunterschieds von 14 PS gibt es viele Gemeinsamkeiten: Beide Basismotoren sind turboaufgeladene Benzin-Direkteinspritzer. Und sowohl die bayerischen als auch die schwäbischen Motorenkonstrukteure haben tief in die Trickkiste gegriffen, um die Motoren auf Effizienz zu trimmen. Mit der neuen Piezo-Einspritzung, die bis zu sieben Injektionen pro Arbeitstakt realisieren kann, und einer Mehrfachzündung – vier Funken pro Millisekunde – hat Mercedes seine Benziner schon auf die Euro-6-Norm vorbereitet.

Audi wiederum spendiert zur Direkteinspritzung eine zusätzliche Saugrohreinspritzung. Damit soll in allen Lastbereichen eine besonders effiziente Verbrennung erreicht werden. Bei der ersten Ausfahrt mit dem Mercedes C 180 beeindruckt die enorme Laufruhe des Vierzylinders. Passanten auf dem Parkplatz bemerken uns nicht, der kultivierte Sound erscheint wie ein Säuseln aus weiter Ferne. Auch bei Stadt- und Landstraßentempo bleibt der Stuttgarter flüsterleise. Nur beim Beschleunigen unter hoher Last legt der C 180 seine guten Manieren ab und klingt etwas angestrengt und metallisch. Unangenehm laut wird er aber nie. Der Audi A4 1.8 TFSI läuft – subjektiv empfunden – nicht ganz so leise, verwöhnt aber in allen Drehzahlbereichen mit sportlich angenehmem Sound.

Beim Anfahren und bei niedrigen Touren punktet der C 180 mit kräftigem Durchzug. Kein Wunder, er erreicht bereits bei 1250/min sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter und hält es dann in der breiten Spanne bis 4000 Touren konstant. Das maximale Drehmoment des Audi steht im etwas schmaleren Bereich von 1400 bis 3700 Touren an – dennoch gefällt der A4 mit der besseren Kraftentfaltung. Ihm stehen allerdings 320 Newtonmeter zur Verfügung. Beim Tipp aufs Gaspedal reagiert der Bayer sogar noch einen Tick schneller. Er hängt besonders gut am Gas und dreht allzeit willig hoch. Hier machen sich die 14 Mehr-PS positiv bemerkbar. Während beim C 180 die Spitzenleistung von 156 PS bei 5000 Touren anliegt, stellt der A4 1.8 TFSI seine maximale Leistung von 170 PS schon im Bereich von 3800 bis 6200 Umdrehungen bereit.

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Für unseren ersten Vergleich wählten wir die Versionen mit manuellem Getriebe. Während sich die Gänge beim C 180 komfortabel und leichtgängig wechseln lassen, ist die Schaltung – dynamische Fahrer wird es freuen – beim Audi zudem noch sportlich-knackig.
In puncto Fahrwerk bietet der Mercedes die sensiblere Federung. Der Audi überzeugt dafür mit dem besseren Platzangebot und bequem ausgeformten Lehnen für die Hintensitzenden.
Holger Ippen

Fazit:
Wer Wert auf kultivierten Motorlauf legt, ist mit dem neuen Mercedes C 180 Blue-EFFICIENCY gut beraten. Zudem kann der Stuttgarter satte 300 Kilogramm mehr Anhängelast ziehen. Der Audi A4 1.8 TFSI tritt mit mehr Leistung an. Mit straff aufgepolsterten Sitzen, sportlichem Fahrwerk und der knackigen Schaltung werden sich fahraktive Fahrer besonders wohl fühlen. Wie sparsam die Triebwerke wirklich sind, wird ein harter Vergleichstest klären.