Alles zu SUV & Geländewagen auf AUTO ZEITUNG.de

Planspiele: Neue SUV von Audi und Mercedes

Voll im Trend

Der Boom geht rasant weiter, deshalb legen Audi und Mercedes in den nächsten Jahren noch einmal nach - vier ganz neue SUV-Modelle sind in Planung

Sie sind teuer, schwer, durstig, und eigentlich braucht sie kein Mensch. Und sie werden immer begehrter. Wir reden über die "Sport  Utility Vehicle“, besser bekannt unter dem Kürzel SUV. Über die Hochbeiner, die früher Geländewagen hießen, weil sie es waren. Aber versuchen Sie mal heute, in Deutschland querfeldein zu fahren – da brauchen Sie anschließend einen ziemlich guten Anwalt.

Fest steht: Der SUV-Boom ist rasant. Noch im Jahr 2000 lag der Zulassungsanteil der Hochbeiner unter drei Prozent, 2011 waren es mit 422.105 Exemplaren schon 13,3 Prozent. Im April vermeldete das Kraftfahrt-Bundesamt 13,6 Prozent, bis 2015 rechnet das Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen mit einem SUV-Neuwagenanteil von 18 Prozent. Und in großen Automärkten wie China oder Russland nehmen die SUV gerade erst Fahrt auf.

Auch dieses beruhigende Burg-Gefühl macht SUV attraktiv

Gründe für die ungebremste Beliebtheit der Stadtindianer, die allen angeblichen Öko- und Imagehandicaps widerspricht, gibt es viele. Ältere freuen sich über den bequemeren Einstieg, hier muss man sich nicht à la Sportwagen unwürdig zusammenfalten. Die Frauen mögen die Übersichtlichkeit beim Einkaufsbummel, und wir alle lieben dieses beruhigende Burg-Gefühl, mit dem uns die SUV im hektischaggressiven Verkehrsgewühl gelassen machen und sogar zum ruhigeren Fahren verleiten.

Zugute kommt den SUV neuerdings auch, dass ihr Spritverbrauch parallel zu den forcierten Gewichtsdiäten zunehmend sinkt, obwohl er immer noch höher liegt als bei vergleichbaren Limousinen. So ist der aktuelle VW Touareg rund 200 kg leichter als sein Vorgänger, und beim Nachfolger des Audi Q7, der im Herbst 2013 startet, sollen gleich über 350 kg runter.

SUV-Trend: Auch Lamborghini will dabei sein

Egal wie das Thema diskutiert wird, fast keine Automarke kommt ohne SUV über die Runden, sogar Nobelhersteller wie Bentley oder Sportprofis wie Lamborghini wollen nun dabei sein. Tatsächlich finden derzeit SUV jeder Größe ihre Käufer. Die neuen Stars sind kleine City-Kraxler unterhalb der Kompakthits VW Tiguan, Ford Kuga oder BMW X1.

Und immer mehr Hersteller wagen nach dem Erfolgsvorbild des BMW X6 den Mix von SUV und Coupé. Schon sind wir im Thema, denn mit Audi und Mercedes planen gleich zwei renommierte deutsche Marken neue SUV – bei den Kleinen und den ganz Großen. So entwickelt Audi unterhalb des noch frischen Q3 einen kleineren Hochsitzer namens Q2 – knapp 4,27 Meter lang und 1,60 Meter hoch. Der soll Ende 2015 starten – mit gut Platz für vier Personen und rund 1300 Liter Ladevolumen bei umgelegten Rücksitzen. "Das wird ein praktisches, familientauglichesAuto – Nutzwert steht im Vordergrund", heißt es in Ingolstadt – mit genug Raum in der zweiten Sitzreihe auch für 1,80-Meter-Leute.

Audi Plant eiNeN Q2, Aber Auch mercedes Will eiN citY-suV

Also keine oberschnittige Coupé-Dachlinie, sondern etwas Geradliniges für Kopffreiheit und Übersichtlichkeit. Klingt gut. Das Auto soll es mit und ohne Allradantrieb geben, seine Motoren wildern bei A1 und A3. So ist der supersparsame, 1,4 Liter große TFSI mit im Boot – der Vierzylinder-Turbo schaltet bei niedriger Leistungsanforderung die mittleren Zylinder ab. Ebenso wäre als Diesel der renovierte Zweiliter-TDI mit 150 PS an Bord. Auch einen Plug-in-Hybrid soll es geben.

Basis des Q2 ist der neue modulare Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns, mit dem gerade der Audi A3 startet – gut für kurze Überhänge, langen Radstand und eine breite Statur. Zu hören ist, dass das Vorstands-Okay für den feinen Konkurrenten von Mini Countryman, Opel Mokka, Nissan Juke und Toyota Urban Cruiser so gut wie sicher ist. Einen noch kleineren Q1, wie mal angedacht, braucht Audi dann nicht mehr – für den SUV-Touch der A1-Familie dürfte eine höhergelegte Allroad-Version sorgen.