Planspiele: Neue SUV von Audi und Mercedes Voll im Trend

06.07.2012
Inhalt
  1. Auch dieses beruhigende Burg-Gefühl macht SUV attraktiv
  2. SUV-Trend: Auch Lamborghini will dabei sein
  3. Audi Plant eiNeN Q2, Aber Auch mercedes Will eiN citY-suV
  4. Preisgünstige Mini-Version von Mercedes
  5. modische couPÉ-Ableger iN sicht: Audi Q8 uNd mercedes mlc

Der Boom geht rasant weiter, deshalb legen Audi und Mercedes in den nächsten Jahren noch einmal nach - vier ganz neue SUV-Modelle sind in Planung

Sie sind teuer, schwer, durstig, und eigentlich braucht sie kein Mensch. Und sie werden immer begehrter. Wir reden über die "Sport  Utility Vehicle“, besser bekannt unter dem Kürzel SUV. Über die Hochbeiner, die früher Geländewagen hießen, weil sie es waren. Aber versuchen Sie mal heute, in Deutschland querfeldein zu fahren – da brauchen Sie anschließend einen ziemlich guten Anwalt.

Fest steht: Der SUV-Boom ist rasant. Noch im Jahr 2000 lag der Zulassungsanteil der Hochbeiner unter drei Prozent, 2011 waren es mit 422.105 Exemplaren schon 13,3 Prozent. Im April vermeldete das Kraftfahrt-Bundesamt 13,6 Prozent, bis 2015 rechnet das Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen mit einem SUV-Neuwagenanteil von 18 Prozent. Und in großen Automärkten wie China oder Russland nehmen die SUV gerade erst Fahrt auf.

 

Auch dieses beruhigende Burg-Gefühl macht SUV attraktiv

Gründe für die ungebremste Beliebtheit der Stadtindianer, die allen angeblichen Öko- und Imagehandicaps widerspricht, gibt es viele. Ältere freuen sich über den bequemeren Einstieg, hier muss man sich nicht à la Sportwagen unwürdig zusammenfalten. Die Frauen mögen die Übersichtlichkeit beim Einkaufsbummel, und wir alle lieben dieses beruhigende Burg-Gefühl, mit dem uns die SUV im hektischaggressiven Verkehrsgewühl gelassen machen und sogar zum ruhigeren Fahren verleiten.

Zugute kommt den SUV neuerdings auch, dass ihr Spritverbrauch parallel zu den forcierten Gewichtsdiäten zunehmend sinkt, obwohl er immer noch höher liegt als bei vergleichbaren Limousinen. So ist der aktuelle VW Touareg rund 200 kg leichter als sein Vorgänger, und beim Nachfolger des Audi Q7, der im Herbst 2013 startet, sollen gleich über 350 kg runter.

 

SUV-Trend: Auch Lamborghini will dabei sein

Egal wie das Thema diskutiert wird, fast keine Automarke kommt ohne SUV über die Runden, sogar Nobelhersteller wie Bentley oder Sportprofis wie Lamborghini wollen nun dabei sein. Tatsächlich finden derzeit SUV jeder Größe ihre Käufer. Die neuen Stars sind kleine City-Kraxler unterhalb der Kompakthits VW Tiguan, Ford Kuga oder BMW X1.

Und immer mehr Hersteller wagen nach dem Erfolgsvorbild des BMW X6 den Mix von SUV und Coupé. Schon sind wir im Thema, denn mit Audi und Mercedes planen gleich zwei renommierte deutsche Marken neue SUV – bei den Kleinen und den ganz Großen. So entwickelt Audi unterhalb des noch frischen Q3 einen kleineren Hochsitzer namens Q2 – knapp 4,27 Meter lang und 1,60 Meter hoch. Der soll Ende 2015 starten – mit gut Platz für vier Personen und rund 1300 Liter Ladevolumen bei umgelegten Rücksitzen. "Das wird ein praktisches, familientauglichesAuto – Nutzwert steht im Vordergrund", heißt es in Ingolstadt – mit genug Raum in der zweiten Sitzreihe auch für 1,80-Meter-Leute.

 

Audi Plant eiNeN Q2, Aber Auch mercedes Will eiN citY-suV

Also keine oberschnittige Coupé-Dachlinie, sondern etwas Geradliniges für Kopffreiheit und Übersichtlichkeit. Klingt gut. Das Auto soll es mit und ohne Allradantrieb geben, seine Motoren wildern bei A1 und A3. So ist der supersparsame, 1,4 Liter große TFSI mit im Boot – der Vierzylinder-Turbo schaltet bei niedriger Leistungsanforderung die mittleren Zylinder ab. Ebenso wäre als Diesel der renovierte Zweiliter-TDI mit 150 PS an Bord. Auch einen Plug-in-Hybrid soll es geben.

Basis des Q2 ist der neue modulare Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns, mit dem gerade der Audi A3 startet – gut für kurze Überhänge, langen Radstand und eine breite Statur. Zu hören ist, dass das Vorstands-Okay für den feinen Konkurrenten von Mini Countryman, Opel Mokka, Nissan Juke und Toyota Urban Cruiser so gut wie sicher ist. Einen noch kleineren Q1, wie mal angedacht, braucht Audi dann nicht mehr – für den SUV-Touch der A1-Familie dürfte eine höhergelegte Allroad-Version sorgen.

 

Preisgünstige Mini-Version von Mercedes

Pikanterweise kommt Mercedes auf die gleiche SUV-Idee. Oder umgekehrt. Jedenfalls wollen die Stuttgarter noch ein Modell unterhalb der geplanten A-Klasse-Offroader GLC (Geländecoupé, ab 2014) und GLA (Kompakt-SUV, 2015) platzieren. Und das wird dann für Mercedes-Verhältnisse sogar preisgünstig – rund 23.000 Euro. Nur mal zum Vergleich: Der neue G 65 AMG mit 612 PS, die ultimative Powerversion des großen, kantigen Offroad-Klassikers, kostet 264.180 Euro. Fest steht: Das noch streng geheime, kleine City-
SUV, dessen Bau derzeit geprüft wird, dürfte etwa handliche 4,20 Meter lang werden.

Als Basis dient im Fall einer positiven Entscheidung des Vorstands die preiswerte und erprobte Allradarchitektur des Kooperationspartners Nissan. Dazu kommen Komponenten des Juke und modifi zierte Motoren aus dem Renault/Nissan- Regal – darunter der 109 PS starke 1,5-Liter-Turbodiesel (OM607), der künftig auch im neuen A 180 CDI mit manuellem Schaltgetriebe angeboten wird. Als Soft-Offroader mit dem Zielgebiet Großstadtdschungel dürfte das Gros der Motorversionen mit Frontantrieb offeriert werden. Wie der Audi Q2 soll das kleine Daimler-SUV etwas Praktisches sein – voll familientauglich. Optisch aber auch cool genug für junge Einsteiger in die Stern-Marke.

 

modische couPÉ-Ableger iN sicht: Audi Q8 uNd mercedes mlc

Auch bei den Dickschiffen haben Audi und Mercedes neue Ideen. Beide Hersteller planen nämlich sportliche Ableger. So wird bei Audi der mal angedachte A9 – eine Coupé-Version des Flaggschiffs A8 - wohl das Rennen um den Zuschlag des Vorstands gegen einen Q8 verlieren. Diese schlankere, coupéhafte Version des neuen Q7 - etwa 5,10 Meter lang und nur 1,65 Meter hoch – könnte spätestens 2016 starten. Sie hätte nach Meinung der Marketingstrategen die klar besseren Absatzchancen. Die Motoren kämen aus dem Q7, ausschließlich die stärkeren Versionen. Und Mercedes?

Mit GLK, ML, GL und das unverwüstlichen G-Modell haben die Stuttgarter schon heute das breiteste SUV-Angebot im Premium-Segment, doch die Typen-Fülle wird noch zunehmen. Nicht nur das Duo GLC und GLA kommt neu, in Sicht ist zudem eine besonders sportliche Variante des jüngst in der dritten Generation aufgelegten ML. Der auf den BMW X6 ausgerichtete MLC tritt im Stil eines fünftürigen Coupés auf und wird Anfang 2014 im US-Werk Tuscaloosa (Alabama) gebaut. Mit seiner breiten Frontpartie, der geduckten Dachlinie und dem kraftvollen Heckabschluss erinnert das MLC-Design an eine Kreuzung aus ML und dem E-Klassebasierten Schönling CLS.

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Interessant: Obwohl der MLC in der Mercedes-Hierarchie über dem ML rangieren soll, wird seine Antriebspalette auch den bekannt knauserigen, 204 PS starken Vierzylinder-Turbodiesel (OM 651) enthalten. Weitere Motor-Versionen sind der dieselnde MLC 350 BlueTEC 4Matic mit 258 PS Leistung und die Benziner MLC 350 4Matic (306 PS) sowie der omnipotente MLC 63 AMG 4Matic (525 PS). Neben den markentypisch zahlreichen Assistenzsystemen für Komfort und Fahrsicherheit – unter anderem sind Bergabfahrhilfe, Müdigkeitswarner und das Presafe-System geplant – soll auch die automatische Wankstabilisierung "Active Curve System“ angeboten werden.
Wolfgang Eschment / Stefan Miete
Computerdesign: Jean-Francois Hubert; Reichel CarDesign

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