Auto-Geschichte: Monteverdi

Hai-Happen

Trotz des Supersportwagens Hai 450 konnte die Schweizer Edel-Manufaktur Monteverdi in den wilden Wassern des Auto-Geschäfts nicht mitschwimmen

Es ranken sich viele Mythen um Monteverdi – jene kleine Sportwagenschmiede aus Binningen im Kanton Basel-Landschaft im Norden der Schweiz. Forscht man ein wenig weiter, dann merkt man, dass hinter der Marke mit Peter Monteverdi ein Auto-Verrückter stand, der sich nicht nur auf Autoschönheiten und deren Kreation verstand, sondern auch auf Marketing und – so viel Kritik sei erlaubt – auf ein wenig Großmannsgehabe.

Auto-Geschichte Monteverdi: Schweizer Edel-Manufaktur

Das soll aber das Gedächtnis an ein großen Schweizer nicht schmälern, der aus einfachen Verhältnissen nur mit seiner Willenskraft Träume auf vier Rädern schuf. Wie viele genau – nun, das wird wohl auf ewig im Dunkeln bleiben. Ein Mythos eben, der 1952 seinen Anfang nahm, als Peter Monteverdi mit nur 18 Jahren sein erstes Auto aus der Taufe hob: den „Monteverdi Special“. Das war ein aus einem Unfall-Fiat aufgebauter kleiner Zweisitzer, der stark an einen Monoposto-Rennwagen erinnerte.

Ab 1956 entwickelte Peter Monteverdi, der bei dem Schweizer Lkw-Hersteller Saurer gelernt und die Kfz-Werkstatt seines Vaters übernommen hatte, unter dem Markennamen MBM (Monteverdi-Motors-Basel) sein erstes Auto, das in den Verkauf ging. Der „Tourismo“ war ein kleiner Flitzer auf Rohrrahmenchassis mit Kunststoffkarosserie. Ein 1,0 Liter großer Ford-Motor beschleunigte den 85 PS starken MBM auf 180 km/h – so steht es in der Firmenchronik von 1982.

1958 folgte ein Formel Junior Rennwagen in Kleinserie, den auch Peter Monteverdi selbst nutzte. Er nahm von 1956 bis 1961 an insgesamt 80 Rennen teil, belegte unter anderem mit Ferrari beim 1.000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring 1957 den dritten Platz und startete sogar in der Formel 1 auf einem von ihm selbst konstruierten Wagen. Das war 1961. Beim ersten Start des Monteverdi Formel 1 erreichte Peter Monteverdi den zehnten Platz auf dem Solitude-Ring, beim zweiten Start in Hockenheim kam er bei einem schweren Unfall nur knapp mit dem Leben davon.