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Papamobil: Der Papst fährt im Mercedes vor

Heilige Gefährte

Seit 80 Jahren fährt der Papst Mercedes. Die Idee dazu hatte ein Werbefachmann, vor 80 Jahren bekam der Vatikan das erste Auto aus Stuttgart

Heiliger Vater unter Strom: Papst Benedikt XVI. darf sich künftig in einem speziell für ihn gebauten Renault Kangoo Maxi Z.E. mit komfortablen Einzelsitzen im Fond chauffieren lassen. Gemeinsam mit Karosseriebauer Gruau haben die Franzosen zwei Exemplare des Kangoo auf 4,60 Meter Länge und 1,80 Meter Breite gestreckt, um den Papst mit großzügigen Platzverhältnissen verwöhnen zu können. 60 PS treiben das neue Papamobil an, das dem Papst besonders umweltschonende Fahrten ohne lokale Emissionen erlaubt.
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Früher musste sich Mercedes manchmal den Vorwurf gefallen lassen, häufig von besonders treuen Rentnern gekauft zu werden. Ob das stimmt oder nicht, ein besonders treuer Kunde bekam seinen ersten Mercedes vor 80 Jahren. Im Sommer 1930 reiste eine Delegation von Stuttgart nach Rom, um dem Heiligen Vater einen Mercedes Nürburg zu übergeben. Papst Pius XI. war begeistert, nannte das Auto ein „Wunderwerk moderner Technik“.

Erst im Jahr zuvor hatte der Papst seinen selbstgewählten Hausarrest im Vatikanstaat aufgegeben. Kurz nach der Erfindung des Automobils hatte Papst Pius IX. die eingeschränkte Souveränität des Vatikanstaats abgelehnt. Fast sechzig Jahre lang verließ wegen dieser „römischen Frage“ kein Papst den Vatikanstaat. Und brauchte auch kein Auto, denn den Kleinstaat kann man problemlos in einer Stunde zu Fuß umrunden.

Papamobile: Nicht nur von Mercedes

Dennoch hatten Autohersteller dem Papst seit 1909 immer wieder Autos geschenkt: Fiat, Bianchi, Graham-Paige, Itala und Citroën waren darunter. Jeder Autophile hätte sich sofort um die „Rom-Frage“ gekümmert, nur damit er die Preziosen ausprobieren kann. Nicht so die Päpste Pius X. und Benedeikt XV. Erst unter Pius XI. erkannte der Vatikan Rom als Hauptstadt des italienischen Nationalstaats an. Umgekehrt erkannte Italien Vatikanstadt und die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo als vatikanisches Hoheitsgebiet an. Der Papst benötigte also wieder ein Auto für seine Reisen.

Die solle er in einem Mercedes unternehmen, dachte sich wohl der Werbespezialist Robert Katzenstein. Die Idee, dem Papst eine Limousine zu schenken, trug er Diego von Bergen vor, dem deutschen Botschafter  am Vatikan. Rom war begeistert, so dass Katzenstein seinen Gedanken der Unternehmsleitung von Mercedes-Benz vorstellte. Im Sommer 1929 begann die Planung, im Winter 1929 sollte der Vatikanwagen ausgeliefert werden.

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Der Termin ließ sich nicht halten. Im Frühjahr 1930 war der aufwändige Innenraum fertig, der Seidenbrokat-Sessel eingebaut, der handgestickte Dachhimmel eingezogen und die Kommandotastatur montiert, mit der dem Fahrer Ziel und Geschwindigkeit übermittelt werden können.