Audi A8 4.2 und Porsche Panamera S im Test Audi A8 4.2 und Porsche Panamera S

11.08.2010
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Die neuen Luxuslimousinen von Audi und Porsche haben die ersten Tests gewonnen – jetzt treten sie gegeneinander an

Sowohl der neue Audi A8 als auch der Porsche Panamera haben bereits die ersten Vergleichstests gegen Mercedes und BMW erfolgreich für sich entschieden. Daher wird es Zeit, die beiden sportlichen Vertreter der Luxusklasse gegeneinander antreten zu lassen. Ganz der Philosophie der Marken folgend, tritt der Audi A8 4.2 FSI quattro natürlich mit serienmäßigem Allradantrieb an. Porsche schickt den Panamera S mit klassischem Heckantrieb ins Rennen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Allradantrieb den ohnehin schon um fast 10.000 Euro höheren Grundpreis des Porsche noch weiter steigern würde.

 

Karosserie

Trotz seines günstigeren Basispreises macht der Audi bei der Karosserie keine Kompromisse. Ganz im Gegenteil: Der Ingolstädter setzt bei der Qualität der Materialien und bei der Verarbeitungsgüte den Maßstab. Hier sitzt alles und hält auch der kritischsten Kontrolle stand. Seine Schalter und Tasten sind zu logisch aufgebauten Bedienfeldern um den zentralen MMI-Drehregler herumgruppiert. Navi-Adressen können mit dem Finger auf das neue Touchpad geschrieben werden – einfacher geht es kaum. Darüber hinaus trumpft der Audi auch bei der Sicherheitsausstattung richtig auf. Von serienmäßigen hinteren Seitenairbags über den Nachtsichtassistenten bis hin zum Unfallfrüherkennungsprogramm ist alles zu haben.

Der Porsche lässt nicht nur hier trotz des Knieairbags ein paar Punkte liegen. Seine Karosserie ist zwar auch extrem steif, aber die penible Verarbeitung des Audi A8-Innenraums erreicht der Stuttgarter nicht. Zudem ist der Panamera schmaler geschnitten – nicht eng, aber im direkten Vergleich mit dem Audi fehlen einige Zentimeter. Dadurch rücken die Türen näher an die Schultern. Das gilt auch für den Fond, der zudem nur zwei Personen aufnimmt. Die Möglichkeit, eine durchgehende Sitzbank zu ordern, gibt es bei Porsche nicht.
Dafür punktet der Panamera mit seinem Schrägheck: Die weit öffnende Heckklappe, umlegbare Lehnen und ein ebener Laderaum zeigen seine praktische Seite.

KarosserieMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroPorsche Panamera S
Raumangebot vorn1009490
Raumangebot hinten1009180
Übersichtlichkeit703831
Bedienung/ Funktion1008382
Kofferraumvolumen1004241
Variabilität100340
Zuladung/ Anhängelast805139
Sicherheit150127111
Qualität/ Verarbeitung200192184
Kapitelbewertung1000721698

 

Fahrkomfort

Ausgesprochen komfortabel spulen A8 und Panamera große Distanzen ab. Beide bieten einen sehr hohen Federungskomfort. Unsere Testwagen waren mit Luftfederung und adaptiven Dämpfern ausgerüstet – beim Porsche kostet dieser Luxus allerdings 1952 Euro zusätzlich.

Der A8 verdaut Querfugen und andere Unwegsamkeiten eine Spur geschmeidiger und mit geringeren Fahrwerksgeräuschen als der etwas straffere Panamera, der hier die sportlichere Note setzt.

Das gilt auch für die Sitze. Die adaptiven, gut konturierten Sportsitze des Porsche (3154 Euro) mit integrierten Kopfstützen gefallen vor allem durch ihren ausgeprägten Seitenhalt und den guten Langstreckenkomfort. Das gilt aber im gleichen Maß auch für die vorderen Komfortsitze (2300 Euro) des Audi, die nicht nur größer sind, sondern zusätzlich mehr individuelle Einstellmöglichkeiten bieten.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroPorsche Panamera S
Sitzkomfort vorn150140137
Sitzkomfort hinten1009685
Ergonomie150124111
Innengeräusche504537
Geräuscheindruck1009085
Klimatisierung504747
Federung leer200185175
Federung beladen200185175
Kapitelbewertung1000912852

 

Motor und Getriebe

Sowohl unter der Haube des Audi als auch im langen Bug des Porsche arbeiten V8-Motoren mit Benzin-Direkteinspritzung. Hubraum, Leistung und Drehmoment sprechen für das kurzhubige Triebwerk des Porsche. Allerdings fallen die Fahrleistungen nur geringfügig besser aus als die des A8. Bis Tempo 160 hat der Panamera lediglich 0,5 Sekunden herausgefahren. Auch in Sachen Drehfreude steht der kleine Audi-V8 dem des Schwaben in nichts nach.

Beide Motoren reagieren verzögerungsfrei auf jeden Gasbefehl und drehen leichtfüßig bis oberhalb von 6000 Touren. Dass der Audi-V8 eine so gute Vorstellung abliefert, liegt nicht zuletzt an der Achtstufenautomatik. Die gefällt nicht nur durch ihren ausgesprochen angenehmen Schaltkomfort und die gut abgestimmten Übersetzungen, sondern auch durch knackige Gangwechsel in der manuellen Ebene. Das Doppelkupplungsgetriebe des Porsche schaltet zwar eine Spur spontaner, erreicht aber nicht den Komfort der Audi-Automatik – beide Getriebe stammen von ZF. Zudem verbraucht der A8 über einen Liter weniger als der mit Start-Stopp- System arbeitende Panamera.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroPorsche Panamera S
Beschleunigung150132137
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15090115
Getriebeabstufung1009895
Kraftentfaltung504848
Laufkultur1009491
Verbrauch325150129
Reichweite251310
Kapitelbewertung1000625625

 

Fahrdynamik

Der Handlingparcours ist Porsche-Hoheitsgebiet. Auch wenn der Audi mit serienmäßigem Allradantrieb narrensicher und dabei sehr zügig die anspruchsvolle Strecke umrundet, ist der Panamera schon in der ersten Kurve auf und davon. Der Schwabe sticht mit deutlich mehr Geschwindigkeit in jede Kehre hinein und baut Kurvengeschwindigkeiten auf, die sonst nur von Sportwagen erreicht werden. Auch im Grenzbereich bringt er seine sportlichen Gene ins Spiel. Er folgt Lenkbefehlen mit stoischem Gehorsam. Dort, wo der Audi sein Limit mit Untersteuern ankündigt, fährt der Porsche noch wie auf Schienen. Erreicht der Panamera sein hoch angesiedeltes Limit, drängt sein wuchtiges Heck in bester Sportwagenmanier gut kontrollierbar nach außen.

FahrdynamikMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroPorsche Panamera S
Handling15095101
Slalom1006375
Lenkung1008891
Geradeauslauf504545
Bremsdosierung302022
Bremsweg kalt150101107
Bremsweg warm150111109
Traktion1008048
Fahrsicherheit150140130
Wendekreis2049
Kapitelbewertung1000747737

 

Umwelt und Kosten

Fast 10.000 Euro Preisvorteil für den Audi A8 sind auch für eine solvente Kundschaft ein ernstzunehmender Betrag. Damit lässt sich für den Luxusliner noch das eine oder andere teure Extra zusätzlich ordern. Der Panamera überzeugt zwar mit seiner guten Wertstabilität, die den hohen Grundpreis etwas relativiert. Dennoch muss sich der Porsche-Eigner auf grundsätzlich höhere Unterhaltskosten einstellen. Hinzu kommt die nur zweijährige Mobilitätsgarantie, die den Schwaben ebenfalls Punkte kostet.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroPorsche Panamera S
Bewerteter Preis6755344
Wertverlust5034
Ausstattung251414
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502818
Werkstattkosten20139
Steuer1076
Versicherung401818
Kraftstoff552620
Emissionswerte257984
Kapitelbewertung1000241217

 

Fazit

Der Audi A8 4.2 FSI quattro gewinnt diesen Vergleichstest souverän. Er verbindet beste Verarbeitungsqualität mit exzellentem Komfort, einem spritzigen Antrieb und einem narrensicheren Handling. Zudem ist er deutlich günstiger als der Porsche Panamera S. Der Schwabe ist der Sportwagen unter den Luxuslimousinen. Er lässt dem allradgetriebenen Audi trotz gleichwertiger Fahrleistungen auf dem Handlingparcours keine Chance.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroPorsche Panamera S
Summe500032463129
Platzierung12

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