Tankstellen Bonussysteme Gute Karten für die Kunden?

14.08.2007

Vor zehn Jahren dachten die meisten Autofahrer bei Punkten meist verärgert an die Verkehrssünderkartei in Flensburg – es galt, möglichst wenige zu sammeln. Heute ist unser Verhältnis zu Punkten freundlicher

Viele Autofahrer zücken an den Tankstellen ihre Chipkarten und Sammelhefte, um ordentlich Punkte zu kassieren. Allein das Payback-Bonussystem, dem der deutsche Marktführer Aral angehört, hat rund 17 Millionen Mitglieder. Doch nicht alle Autofahrer sind begeisterte Sammler.

Viele lehnen die Bonussysteme ab und fühlen sich durch die ständigen Fragen der Kassierer nach der Gute Laune-Karte, dem Big Point-Sammelheft und der Clubsmart-Mitgliedschaft genervt. Denn wie bei der Verkehrssünderkartei werden auch bei den Rabattkarten die persönlichen Angaben der Punktesammler hinterlegt. Außerdem hinterlassen die Teilnehmer eine deutliche Datenspur - die Tankstellenbetreiber wissen genau, was ihre Kunden wann gekauft haben. Häufig flattert kurze Zeit später die passende Werbung ins Haus.

»

Fleißige Punktesammler lassen sich von solchen Konsequenzen nicht abschrecken - schließlich locken interessante Produktprämien. Doch wer es nicht nur auf Fußbälle oder Plüschtiere abgesehen hat, muss dem Mineralölkonzern lange die Treue halten: So verlangt etwa Shell für eine Reisekaffeemaschine von Waeco 1579 Punkte. Da es für jeden getankten Liter Superbenzin einen Punkt gibt, muss der Sammler für 2132 Euro tanken, um die im Laden rund 15 Euro teure Kaffeemaschine zu bekommen.

Viel zu teure Prämien
Noch extremer wird es bei Hightech-Prämien: So verlangt Total 10000 Punkte für das Navigationssystem TomTom One (Verkaufspreis 199 Euro). Da es bei den Franzosen für fünf Liter Kraftstoff nur einen Punkt gibt, ist der Autofahrer erst nach 50000 Litern am Ziel seiner Träume - selbst für Vielfahrer unmöglich. Daher muss sich auch der eifrigste Punktesammler mit kleineren Prämien zufrieden geben - oder eine Zuzahlung leisten. Die kurze Haltbarkeit der Punkte erschwert zusätzlich das Sammeln teurer Produktprämien: Bei den meisten Anbietern müssen die Sammelpunkte innerhalb weniger Monate eingetauscht werden.

»

Schneller geht das Punktesammeln bei markenübergreifenden Bonussystemen: Hier kann der Kunde auch außerhalb der Tankstellen seinen Kontostand vergrößern. So ist beispielsweise Aral Mitglied im Payback-Programm, dem weitere 57 Partner angehören. Auch die Auswahl der Prämien und Gutscheine ist bei diesen übergreifenden Systemen umfangreicher.

Den größten Vorteil für Autofahrer bieten aber niedrige Kraftstoffpreise. Um bei unserem ersten Beispiel zu bleiben: Hätte der Kunde, statt für die Kaffeemaschine Punkte zu sammeln, immer bei einer im Schnitt vier Cent pro Liter billigeren Tankstelle getankt, hätte er rund 63 Euro sparen - und die Kaffeemaschine gleich viermal kaufen können.

So sparen Sie noch mehr


  • Clever tanken
    Punkte gibt es nur für volle Literzahlen: Also besser 20,0 statt 19,7 Liter tanken

  • Zusammen sammeln
    Gemeinsames Sammeln führt schneller zur Prämie, bevor die Punkte verfallen

  • Lieber Preise vergleichen
    Ein niedriger Literpreis spart mehr als jedes Bonussystem (siehe Text)

  • Keine Umwege fahren
    Für die Sammelpunkte der Tankstellen lohnt kein Kilometer Umweg
  • Lohnt sich das Punktesammeln?

    Pro

    Aral hat sich mit Payback bewusst für ein Multipartner-Programm mit vielen starken Marken entschieden. Die Karte bietet viele Vorteile für den Kunden: Dieser kann bei mehr als 50 Partnern Punkte sammeln - die Wunschprämie wird dadurch sehr schnell erreicht.

    Zudem ist die Auswahl der einzulösenden Prämien wesentlich größer. Payback ist für Aral ein wichtiges Instrument, um Kunden exklusive Angebote zu unterbreiten. Gleichzeitig bedeutet das keineswegs die Einführung von zwei verschiedenen Kundengruppen: Jeder Kunde wird bei uns gleichermaßen wertgeschätzt. Von den Payback-Vorteilen wollen jedoch immer mehr Autofahrer profitieren: Für nahezu jede zweite Betankung werden bei Aral inzwischen Punkte gutgeschrieben.

    Contra

    Nur Bares ist Wahres. Laut repräsentativer Umfragen bevorzugt die Mehrheit der Autofahrer einen direkten Preisvorteil beim Tanken. Der Wert des Vorteils ist bei den Bonussystemen unserer Wettbewerber für den Kunden kaum nachvollziehbar.

    Deshalb bleibt Jet seiner Strategie treu und konzentriert sich darauf, ausnahmslos allen Kunden hochwertigen Markenkraftstoff ohne Schnick-Schnack günstiger anzubieten. Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern unterscheiden wir bei unseren Kunden auch nicht zwischen Kartenbesitzern und normalen Autofahrern - ein einfaches und erfolgreiches Geschäftsmodell, das für unsere Kunden sehr attraktiv ist, denn Jet hat mehr Kunden pro Tankstelle und eine höhere Kundenbindung als andere Marken.

    Fazit

    Mit Navigationsgeräten, Uhren und Werkzeugen werden wir von den Tankstellen zum Punktesammeln animiert. Doch teure Prämien sind für die meisten Autofahrer ohne Zuzahlung unerreichbar. Dafür lohnt es sich nicht, Umwege in Kauf zu nehmen, um dann bei teureren Tankstellen zu halten.

    Wer wirklich sparen möchte, sollte besser die Kraftstoffpreise vergleichen. Bonussysteme lohnen sich nur für Autofahrer, die immer die gleiche Tankstelle ansteuern - dann können sie sich ihre Treue mit günstigeren Prämien versüßen lassen. Auch Payback-Kunden (Aral) haben Vorteile: Sie sammeln bei mehreren Firmen viel schneller Punkte.

    Tags:
    Severin Elektrische Kühlbox
    UVP: EUR 123,99
    Preis: EUR 77,19
    Sie sparen: 46,80 EUR (38%)
    Nulaxy FM Transmitter
     
    Preis: EUR 23,89 Prime-Versand
    Alkoholtester
     
    Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
    Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.