Renault 4: 50 Jahre R4 Kleiner Revolutionär

20.04.2011

Der Renault 4 wird 50 Jahre alt. Den größten Teil dieser Zeit gab es den Kleinwagen neu zu kaufen, mehr als acht Millionen Autofahrer machten Gebrauch davon

Wie wird aus einem Auto eine Legende? Die Antwort ist vermeintlich klar. Es braucht eine hohe PS-Zahl, ansprechendes Design, ein paar sportliche Erfolge und diese gewisse Unerreichbarkeit für die automobile Normalgesellschaft. Der Renault R4 ist das Gegenteil: praktisch, klein und preiswert, aber trotzdem legendär.

1956 beschließt Pierre Dreyfus, zu diesem Zeitpunkt Vorstandsvorsitzender von Renault, einen Kleinwagen zu bauen, der durch seinen günstigen Preis, variablen Innenraum und einiger technischer Innovationen, wie etwa der „Revolverschaltung“ am Lenkrad, generationsübergreifend Kunden ansprechen sollte. Vorgabe an die Entwicklungsingenieure ist, mit völlig freiem Kopf und auf einem weißen Blatt Papier das Auto gewissermaßen neu zu erfinden. 1961 präsentiert Renault den R4 dann als weltweit erste Kombi-Limousine auf der Frankfurter IAA.

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Das zu Anfang eher skeptische Publikum besucht aber lieber die Stände der deutschen Hersteller, wo BMW mit dem 1500 eine ganz neue Klasse etabliert und Volkswagen – ebenfalls unter diesem Namen – eine Limousine auf Basis des Käfers vorstellt. Dennoch scheint Dreyfus` Idee zu zünden: Renault baut den R4 fast 31 Jahre lang praktisch unverändert und verkauft mehr als 8 Millionen Exemplare. Bis heute prägt er das Image der Marke.

Der Frontantrieb und ein nach dem Front-Mittelmotor-Prinzip hinter der  Vorderachse eingebauter Reihen-Vierzylinder bringen dem R4 für die Zeit sehr gute Fahreigenschaften. Fans sagen ihm sogar eine gewisse Sportlichkeit nach. Je nach Version leistet der Motor 23 oder 34PS, mit denen der R4 im Jahre 1962 an der Rallye Monte Carlo teilnimmt und sogar das Wüstenrennen Paris-Dakar absolviert.

Ein durchschnittlicher Verbrauch von 5,4 Litern Benzin auf 100km ist auch heute noch ein akzeptabler Wert für einen Kleinwagen und beschert dem Fünftürer in den Ölkrisen der siebziger Jahre einen wahren Boom. Das zierliche Auto bewegt dabei alle Schichten der Gesellschaft. Vom Handwerker (der allerdings eher zur Kastenwagenversion Fourgonette gegriffen haben dürfte), über den Studenten bis zum Professor und erreicht in Deutschland einen Marktanteil von fast vier Prozent.

Schnell baut Renault den 1965 in „Renault 4“ umgetauften Kombi zur Modellfamilie aus. Hierbei wird erstmals bei einem Volumenmodell die Plattform-Strategie angewandt, sodass auf einem technisch gleichen Grundbaukasten günstig und schnell verschiedene Autos entwickelt werden können. Bis zum Ende der Produktion sind so der Kastenwagen Fourgonette, eine Version mit Allrad-Antrieb, ein Pick-up, und die Cabrioversion „Plein-Air“ erhältlich, letztere allerdings ohne Türen.

Auch die Zuverlässigkeit der einfachen Technik, ausgereift in 2,9 Millionen Testkilometern, ebnet dem R4 den Weg zum Kultauto. Und selbst wenn heute die Meisten einen rostigen Tod gestorben sind, bleibt das kleine Mobil in Erinnerung. Denn es ist das, was viele Autos gerne wären: einfach legendär.   
Jonas Eling

AUTO ZEITUNG

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