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80 Jahre Opel Kadett: Der Astra und seine Vorgänger

Jubiläum für den Opel Astra/Kadett

Der Opel Kadett/Astra feiert seinen 80. Geburtstag und wird dementsprechend mit einem Überlick seiner bewegten Historie bis zum aktuellen Astra K gewürdigt. Den 80 Jahre Kadett sind auch 80 Jahre deutsche Automobilgeschichte!

80 Jahre Opel Kadett/Astra, das möchte gebührend gefeiert werden. Seit acht Jahrzehnten gibt es den beliebten Opel jetzt schon, erst 2015 ging mit dem Opel Astra K die nunmehr 11. Generation der traditionellen Modellreihe in Serie und konnte im selben Atemzug sogar die begehrte Trophäe "Auto des Jahres" abstauben. Über 24 Millionen Fahrzeuge wurden bisher von Kadett und Astra verkauft – Grund genug also, die Geschichte des beliebten Kompakten und direkten Konkurrenten des gleichfalls populären VW Golf von Anfang an zu betrachten. Denn gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten haben Kadett und Astra die persönliche Mobilität für Viele ermöglich und somit ihren Teil zur deutschen Automobilgeschichte beigetragen. Mehr zum Thema: Das kostet der Opel Astra K

Bildergalerie starten: Der Astra und seine Vorgänger

80 Jahre Opel Kadett/Astra im Video:

 

80 Jahre Opel Kadett: Opel Astra feiert Jubiläum

1936-1940: Opel Kadett 1 (23 PS)

Der erste Opel Kadett war technisch wie preislich eine kleine Sensation. Bereits zwei Jahre vor dem VW Käfer ging der Begründer der Kadett-Dynastie in Rüsselsheim in Produktion und konnte bis 1940 100.000 Mal gefertigt werden. Mit seiner revolutionären selbsttragenden Karosserie, lieferbar sowohl als Limousine oder Cabrio-Limousine, war der erste Kadett schon damals eines der fortschrittlichsten Automobile Europas und wurde für nur 2.100 Mark angeboten. Dank seines guten Preis-/Leistungsverhältnis fuhr der nahezu 100 km/h flotte Opel Kadett 1 nach seiner Premiere schnell in die Herzen des Publikums und legte somit den Grundstein für die künftigen Opel-Erfolge in der Kompaktklasse.

1962-1965: Opel Kadett A (40 PS)

Mit seinem modernen, wassergekühlten Frontmotor bot der Opel Kadett A in den 60ern einen deutlichen Vorteil gegenüber dem VW Käfer: 40 PS leistet der 993 cm³ große Vierzylinder und trieb ab März 1963 auch den neuen Kadett Caravan an. Mit seiner sachlich-modernen Linienführung traf er zudem den damaligen Geschmack und konnte sich dank seines außenliegenden Tankdeckels damit rühmen, im Innenraum nie nach Benzin zu riechen. Ein großer Kofferraum, Platz für vier Personen und die geringen Unterhaltskosten machten den Opel Kadett A schnell zu einem Verkaufsschlager während des deutschen Wirtschaftswunders. Fast 650.000 Autos baute Opel von 1962 bis 1965.

1965-1973: Opel Kadett B (45 bis 55 PS)

1965 löst die neue Baureihe Kadett B den Nachkriegs-Kadett ab. Das Auto wurde mit vier Metern Länge deutlich größer und war zudem von seiner Linienführung her deutlich durch amerikanischen Autos wie dem Mustang Fastback inspiriert. Mit der Länge wuchsen natürlich auch die PS-Zahlen. Opel vergrößerten die Bohrung des Vierzylinders um drei Millimeter und kitzelte so 45 PS aus dem nun 1.078 cm³ großen Basisaggregat. Ein höherverdichteter 1.1-S-Motor konnte alternativ 55 PS leisten. Wie schon sein Vorgänger, so wurde auch der Opel Kadett B mit mehr als 2,6 Millionen produzierten Modellen ein voller Erfolg – auch im Ausland. 1966 erreichte der Exportanteil 50 Prozent. Der Kadett wurde in 120 Ländern rund um den Globus verkauft.

1973-1979: Opel Kadett C (40 bis 115 PS)

Vielseitigkeit war das Markenzeichen des Opel Kadett C, der ab 1973 wahlweise als adrettes Familienauto, schicker Zweitwagen mit praktischer Heckklappe oder antrittsstarker Breitensportler in Kriegsbemalung anrollte. Mit seinen charakteristischen Designmerkmalen wie flachem Kühlergrill, der Motorhaube samt markentypischer Bügelfalte sowie der zum Spoiler ausgebildeten Frontschürze passte er zudem perfekt in die Formenwelt der 70er und avancierte aufgrund seiner robusten Simplizität schnell zu einem Liebling der Deutschen. Seinen größten Konkurrenten, den Golf I, konnte der Kadett C allerdings nie einholen.

1979-1984: Opel Kadett D (40 bis 115 PS)

Er läutete eine neue Kompaktlassen-Ära bei Opel ein, denn das Modell Kadett D war das erste Fronttriebler des Rüsselsheimer Herstellers. Mit deutlich mehr Raumangebot als noch bei seinem Vorgänger, neuem Antriebslayout und Fahrwerk, sowie neuen 1,3-Liter-ohc-Motoren mit Leistungen zwischen 60 und 75 PS, machte der Opel Kadett D von Anfang an klar, dass er den Fehdehandschuh von VW aufgenommen hatte. Dieser Anspruch spiegelte sich dann auch im Karosserieangebot wieder: Neben einer geräumigen Caravan-Variante mit bis zu 1425 Litern Ladevolumen bot Opel ausschließlich Fließheckversionen an. Im Januar 1983 folgte dann der sportliche Kadett GTE als direkte Kampfansage an den Golf GTI. Der bis zu 187 km/h schnelle GTE wurde zu diesem Zweck mit einem 115 PS starken 1,8-Liter-Vierzylinder ausgerüstet.

1984-1991: Opel Kadett E (54 bis 156 PS)

Mit insgesamt 3.779.289 Exemplaren wurde der aerodynamisch geformte Opel Kadett E der bis dahin meistverkaufte Opel seiner Zeit und als kompaktes Cabriolet sogar Kultmodell für alle, die gerne "oben ohne" unterwegs sind – bis heute. Mit seinem im Windkanal herausgearbeiteten cw-Wert von 0,30 ist er auch noch heute unter dem Spitznamen "Windei" bekannt. Mit dem Kadett E konnte Opel dem Golf II ordentlich Käufer abspenstig machen und dem ebenfalls sehr beliebten Ford Escort sogar deutlich davon fahren. Dabei kam er nicht nur in zig Karosserieformen auf den Markt, sondern konnte gleich auch noch den prestigeträchtigen Titel "Auto des Jahres" für sich beanspruchen. Mit dem Opel Kadett GSi wurde der E dann endgültig zur Ikone, als er ab 1987 mit dem richtungsweisenden 150 PS starken 16-Ventil-Motor die Wettbewerber einfach im Regen stehen ließ.

Fakten zum Opel Astra (Video):

 

1991-1997: Opel Astra F (57 bis 150 PS)

Etwa 4,1 Millionen Astra F wurden von 1991 bis 1997 gebaut, was die Baureihe zum bis heute meistproduzierte Opel-Modell aller Zeiten macht. Ein für die 90er zeitgemäßes Design, mehr Platz, Komfort und Umweltschutz standen damals im Mittelpunkt der Entwicklung. Dabei übernahm der Nachfolger des Kadetts den Namen seines Schwestermodells in Großbritannien, denn auf der Insel wurde bereits die vierte Generation des Kompaktwagens als Vauxhall Astra verkauft. Auch wurde im Opel Astra F die Sicherheit ganz groß geschrieben. Nun verfügten alle Astra über ein neues Aktivgurt-System mit Gurtstraffern an den Vordersitzen, sowie höhenverstellbaren Gurtaufhängungspunkten und Sitzrampen. Erstmals wurden alle Motoren mit einem Katalysator ausgestattet.

1998-2004: Opel Astra G (65 bis 200 PS)

1998 ging der Opel Astra G mit einem coupéhaftem Design als Dreitürer, sowie als fünftürige Limousine und als Caravan in Serie. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche weitere Karosserieformen, darunter Stufenheck-Limousine und Cabrio. Wegweisend für Opel war vor allem die vollverzinkte Karosserie, die um 30 Prozent höheren Lichtausbeute der transparenten H7-Scheinwerfer und das von Grund auf neu entwickelte DSA-Fahrwerk (Dynamik Safety Action), Komfort mit agilem und sicherem Handling verbinden sollte. Dabei ermöglichte der um zehn Zentimeter gewachsene Radstand ein größeres Raumangebot und ein auf 370 Liter vergrößertes Kofferraumvolumen.

2004-2009: Opel Astra H (74 bis 240 PS)

Der Opel Astra der dritten Generation, der im März 2004 startete, konnte nicht nur mit einer guten Fahrdynamik, sondern auch mit gleich zwölf Motoren von 90 bis 240 PS, sowie sieben Karosserievarianten als bis dahin vielfältigster Vertreter seiner Art überzeugen. Das adaptive IDSPlus-Fahrwerkssystem mit elektronischer Dämpferregelung und dynamisches Kurvenlicht gehören zweifellos zu den technischen Highlights dieser Generation. Auch in puncto Sicherheit fährt der Astra H auf Top-Niveau und konnte bei der Verbraucherschutz-Organisation Euro NCAP mit 34 Punkten als sichersten Steilheck-Limousinen der Kompaktklasse überzeugen.

2009 – 2015: Opel Astra J (87 bis 280 PS)

Der Opel Astra J übernahm vor allem Technologie, die bereits erfolgreich im Opel Insignia Verwendung gefunden hatte, wie etwa die Frontalkamera "Opel Eye", die Verkehrszeichen erkennt und über Tempolimits und Überholverbote informieren kann. Mit neuem Fahrwerk und Hinterachselnkonstruktion garantiert der Astra J verbessertes Handling und Komfort, während ein so genanntes Wattgestänge die Radführung verbesserte.

Ab 2015: Opel Astra K (95 bis 200 PS)

Vorhang auf für das "Auto des Jahres 2016"!  Der neue Opel Astra K bietet nicht nur frisches Design, er ist auch technisch voll auf der Höhe der Zeit. Im Vergleich zum Vorgänger hat der sechste Astra spürbar abgespeckt, und die fehlenden Kilogramm merkt man ihm in jeder Kurve an. Die Generation K ist agil und dynamisch, lenkt willig ein und macht auf kurvigen Straßen deutlich mehr Spaß. Und obwohl die Außenlänge um fünf Zentimeter auf 4,37 Meter und die Höhe um 2,3 Zentimeter auf 1,46 Meter schrumpft, bietet der aktuelle Astra seinen Insassen deutlich mehr Platz. Und schließlich sieht der neue Fünftürer uach noch klasse aus, weil sich die Karosse strammer und straffer um die etwas knappere Konstruktion spannt, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Insgesamt bringt der Opel Astra K einige starke Argumente mit, die frischen Wind in die Kompaktklasse bringen. Wenn etwa mehr Gepäck mit auf Reise soll, bietet sich der Opel Astra Sports Tourer förmlich an. Der Kombi bietet über 1600 Liter Stauraum und vereint dieses Platzangebot mit den technischen Vorzügen des gewöhnlichen Fünftürers.

Mehr zum Thema: Unterwegs im Opel Astra K

Julian Islinger