Neuer BMW 6er GT (2017): Erste Testfahrt Unterwegs im 5er-GT-Nachfolger

von Thomas Geiger 12.10.2017
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen BMW 6er GT (2017)
  2. 640i markiert vorerst das Spitzenmodell
  3. 6er GT als 7er-Alternative?

Der neue BMW 6er GT (2017) nimmt den Platz des ehemaligen 5er GT ein und will mit mehr Dynamik an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Auf unserer ersten Testfahrt muss der neue Gran Turismo beweisen, ob er auch das Zeug dazu hat.

Der 5er GT war nicht schön, aber erfolgreich: Kein Wunder also, dass BMW an dem eigenwilligen Konzept festhält und ein gutes Jahr nach Limousine und Kombi den neuen BMW 6er GT (2017) an den Start bringt. Mit seiner auf den Fond fokussierten Konzeption hat sich der GT, der in der Nomenklatur nur zum 6er aufsteigt, wahlweise als bezahlbare Alternative zum 7er oder als sozialverträglicher Ersatz für SUV wie den X5 etabliert. Allerdings haben sich die Bayern für den neuen BMW 6er GT (2017) zumindest die Stilkritik zu Herzen genommen und das Dickschiff zur Design-Diät geschickt: Wenn das Schrägheck zwischen Limousine und Kombi im November an den Start geht, trägt es deshalb nicht nur das neue und schließt damit die Lücke, die durch den Aufstieg des bisherigen Sechsers zum künftigen Achter entstanden wäre – zum ersten Mal bekommt das buchstäblich schräge Modell einen Hauch von Sex-Appeal: Der neue BMW 6er GT (2017) geht um neun Zentimeter in die Länge, der Dachbogen gipfelt zwei Zentimeter früher, das voluminöse Heck duckt sich sogar sechs Zentimeter tiefer auf die Straße und läuft in einem schmucken Bürzel aus. So ist der neue 6er GT zwar noch immer keine Schönheit, doch zumindest wirkt er nicht mehr ganz so bucklig und trägt vor allem nicht mehr so schwer auf.

Neuer BMW 6er GT (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen BMW 6er GT (2017)

Dennoch ist der neue BMW 6er GT (2017) ein Auto, das sich eher von innen als von außen erschließt. Erst recht, wenn man sich selbst als BMW-Kunde ausnahmsweise mal in die zweite Reihe verirrt: Mit der hohen Sitzposition, der bequemen Bank und der riesigen Beinfreiheit wird der 6er GT zum Helden der Hinterbänkler. Kein anderer BMW diesseits des 7ers ist im Fond so bequem wie dieser Gran Turismo. Kein Wunder, wenn der Radstand des neuen BMW 6er GT (2017) auf 3,07 Meter gestreckt wurde und jetzt dem des Flaggschiffs entspricht. Fehlen eigentlich nur noch ein paar Klapptische und vor allem eine Fernbedienung für den vorderen Sitz, schon würde der immerhin 25.000 Euro teurere 7er hinfällig. Erst recht, wenn man das „Executive Paket“ mit elektrischen Komfortsitzen und einem elektronischen Wankausgleich für die Luftfederung bestellt und wie auf Wolken gebettet über die Autobahn gleitet. Aber der neue BMW 6er GT (2017) ist nicht nur das bequemere Auto, er ist auch praktischer als jede Limousine: Erstens bietet er bei 610 bis 1800 Litern den deutlich größeren und mit der dreigeteilten Rücklehne variableren Kofferraum und zweitens mit der bis ins Dach reichenden Klappe die leichtere Beladung. Nur die trotz einer Absenkung um fünf Zentimeter noch immer hohe Landekante macht da bisweilen ein bisschen Mühe.

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640i markiert vorerst das Spitzenmodell

Zwar ist der Charme des Chauffiert-Werdens im neuen BMW 6er GT (2017) größer als die Freude am Fahren und von der lasziven Lässigkeit eines echten Gran Turismo ist dieser GT trotz seiner erfolgreichen Fastenkur noch zentnerweit entfernt, doch mit Hinterachslenkung, adaptivem Fahrwerk und Fahrerlebnisschalter müht sich der 6er redlich um Dynamik. Vor allem natürlich wenn man mit dem 640i von der Spitze der schmalen Motorpalette unterwegs ist und dem Zweitonner ein Sechszylinder mit drei Litern Hubraum, 340 PS und 450 Newtonmeter Beine macht. Dann entwickelt auch der Platz hinter dem Lenkrad seine Reize. Immerhin beschleunigt der neue BMW 6er GT (2017) dann mühelos in 5,4 Sekunden von Null auf 100 und erreicht das selbst gewählte Limit von 250 Sachen ohne sichtliche Mühe. Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, weshalb es zwar noch einen zweiten Benziner für den 258 PS starken 630i sowie die Diesel 630d mit 265 PS und 640d mit 320 PS gibt, sich BMW aber bislang weder zu einem V8 noch zu einer M-Version durchringen kann. Wenn es die Bayern ernst meinen mit dem Aufstieg des 6ers und mit der Rückkehr der Fahrfreude, dann werden sie sich davor auf Dauer nicht drücken können.

 

6er GT als 7er-Alternative?

Während der neue BMW 6er GT (2017) in der Nomenklatur und beim Design auf Distanz zum 5er geht, bleiben die beiden Baureihen unter dem Blech enge Verwandte: Nicht nur die Antriebe kennt man schon von Limousine und Kombi, sondern auch die Ausstattung ist annähernd identisch. Das gilt für das digitale Kombiinstrument und das vorbildliche Online-Infotainment genauso wie für das Heer der Assistenten, die den Business-Trip im 6er zum betreuten Fahren machen. Zwar wird der GT mit dem Aufstieg vom 5er zum 6er tatsächlich eine Nummer besser, doch das Gesetz der großen Zahl gilt auch für die Preise. Die steigen – natürlich auch wegen einer unter anderem um Navi, Leder & Co erweiterten Serienausstattung - um etwa zehn Prozent und beginnen nun bei 62.300 Euro.

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