Mercedes SLK 350 Alles frisch

22.12.2008

Sportlicher und dynamischer soll der Mercedes SLK durch die jüngste Modellpflege werden. Ein erster Fahrversuch mit dem auf 305 PS erstarkten SLK 350

» Fahrbericht Mercedes SLK Facelift – zur Bildergalerie

Eckdaten
PS-kW305 PS (224 kW)
AntriebHeckantrieb, 6 Gang manuell
0-100 km/h5.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis46.975,00€

Es gab nicht viel, was man dem SLK bisher vorwerfen konnte. Schließlich schreibt der kompakte Mercedes-Roadster mit dem charakteristischen Variodach seit seinem Erscheinen 1996 eine fortwährende Erfolgsgeschichte. Über eine halbe Million Exemplare wurden seither gebaut, und viel spricht dafür, dass es in den nächsten Jahren noch einige Hunderttausend mehr werden.
Nur etwas sportlicher könnte er schon sein, der SLK. Vor allem im Vergleich zur deutschen Roadster-Konkurrenz mit Namen TT Roads-ter, Z4 und Boxster – auch wenn die etwas behäbigen 136 PS der ersten SLK-Generation längst der Vergangenheit angehören.

Ab April, also rechtzeitig zum Beginn der Offenfahrsaison, steht die modellgepflegte Version der aktuellen SLK-Baureihe C171 beim Mercedes-Händler. Und die dürfte, so der erste Fahreindruck, zumindest einige Rufe nach mehr sportlicher Dynamik verstummen lassen. Denn die Modellpflege ist weit mehr als ein Facelift, bei dem ein paar kantigere Kniffe an Front und Heck für einen dynamischeren Auftritt sorgen sollen.

Rund 650 Komponenten des SLK seien neu oder weiterentwickelt worden, verspricht Mercedes. Eine Beta-Version des C171 also. Am auffälligsten sind natürlich die Design-Änderungen an Schnauze und Heckabschluss, die auch für mehr Familienähnlichkeit mit dem neuen SL sorgen. Im Interieur wurde ebenfalls einiges verändert, unter anderem die Instrumenteneinheit, deren Umrandungen jetzt ein wenig mehr glitzern.

Neu sind auch das Dreispeichenlenkrad mit geänderten Multifunktionstasten sowie die Infotainmenteinheit der neuen Generation. Sie entspricht dem in der aktuellen C-Klasse verbauten Gerät und ist wahlweise als Audio 20 CD, Audio 50 APS mit DVD-Navi oder als Comand APS mit Festplatten-Navigation und 6,5-Zoll-Display zu haben. Verzichten muss man dabei allerdings auf den Comand-Dreh-/ Drückregler der C-Klasse, da die Mittelkonsole mit Handbremshebel des SLK dafür keinen Platz bietet. Nicht ganz so augenfällig sind natürlich die Änderungen unter dem Blech, allerdings sorgen sie für ein ganz neues SLK-Fahrgefühl.

Stärkerer Sportmotor
Vier Motoren mit Leistungen zwischen 184 und 360 PS bilden die Antriebspalette des SLK, wobei lediglich der stärkste Motor, der V8 des SLK 55 AMG, unangetastet blieb. Der Dreiliter-V6 des 280 wird zwar mit unveränderten Leistungsdaten angeboten, doch wurde das Triebwerk verbrauchsoptimiert. Die Basismotorisierung, der Vierzylinder-Kompressormotor des 200, erstarkte um 21 PS auf jetzt 184 – bei gleichzeitig gesunkenem Normverbrauch und CO2-Ausstoß. Ganz besonders stolz sind die Mercedes-Entwickler auf das Triebwerk des SLK 350, den sogenannten Sportmotor. Aus nach wie vor 3498 Kubikzentimetern schöpft der V6 nun dank kräftig angeho-benen Drehzahllimits 305 PS – 33 PS mehr als der alte 350-Motor. Das maximale Drehmoment stieg um 20 Newtonmeter auf jetzt 360 Nm bei 4900 Umdrehungen.

Natürlich ist es nur mit der Anhebung der Maximaldrehzahl nicht getan, schließlich müssen die Triebwerkskomponenten die höhere Belastung auch verkraften. Gewichtsoptimierte Kolben, leichtere, natriumgekühlte Ventile, kegelförmige Ventilfedern und steifere Rollenschlepphebel zählen zu den innermotorischen Maßnahmen, durch welche das Drehzahllimit von 7200 Umdrehungen erreicht wurde. Ein weiteres technisches Highlight der neuen SLK-Generation ist die sogenannte Direktlenkung. Sie kostet 315 Euro Aufpreis und – das wird schon nach wenigen Kilometern mit dem SLK 350 klar – zählt zu den Sonderausstattungen, auf die man nicht verzichten sollte.

Variable Direktlenkung
Die Direktlenkung sorgt für eine variable Lenkübersetzung, und sie tut es auf verblüffend einfache Weise. Ab einem bestimmten Lenkeinschlag wird die Übersetzung durch die nicht lineare Verzahnung der Zahnstange direkter. Effekt: Der benötigte Lenkwinkel wird geringer. Das heißt, in engen Kurven und im Stadtverkehr muss der Fahrer weniger am Volant kurbeln, ohne dass die Lenkung deswegen bei Geradeausfahrt nervöser würde. Das führt zwar am Anfang zu leichten Irritationen, weil man in den ersten Kehren aus alter Gewohnheit zu stark einlenkt und der kompakte Roadster ungewohnt zackig abbiegt. Bald jedoch hat man sich an diese Eigenart gewöhnt und genießt die neu ge-wonnene Agilität des SLK.

Der 350-Sportmotor trägt nicht wenig dazu bei. Er hängt geradezu gierig am Gas, dreht blitzschnell über die 7000er-Marke des Drehzahlmessers und klingt dabei auch noch richtig gut. Besonders im Schiebebetrieb bollert der V6 fast so schön – wenn auch wesentlich leiser – wie der Reihensechser im ersten 300 SL. In der Automa-tikversion untermalt der V6 übrigens mit sonoren Zwischengasstößen beim Zurückschalten seine dyna-mischen Ambitionen. Bei der handgeschalteten Sechsgangbox ist freilich der Fahrer dafür zuständig. Dennoch: In den sportlichen Disziplinen hat der SLK mächtig aufgeholt.
Heinrich Lingner

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Weitere Links:

  • » Der Mercedes SL nach dem Facelift

  • » Audi TT 2.0 TDI - Diesel-Sportler

Fazit


Technische Daten
Motor 
ZylinderV6-Zylinder
Hubraum3498
Leistung
kW/PS
1/Min

224/305
6500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
360
4900 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebHeckantrieb
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. und gelochte Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 225/40 ZR 18
h: 245/35 ZR 18
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1519
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)5.4
Höchstgeschwindigkeit (km/h)250
Verbrauch 
Testverbrauch10.2l/100km (Super)
EU-Verbrauch9.5l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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