Fahrbericht: Mercedes G 63 AMG 2012 Dinosaurier

31.08.2012

Dinosaurier? – Die G-Klasse möchte partout nicht aussterben! Wir sind den äußerst lebendigen Mercedes G 63 AMG mit V8-Biturbo gefahren

Rustikal, kraftvoll, unverfälscht. Über 30 Jahre gibt es die Mercedes-Benz G-Klasse mittlerweile, und alle Modernisierungsmaßnahmen haben sich kaum auf die Essenz des Autos ausgewirkt. Das wäre woanders ein Todesurteil – beim G ist es quasi das Echtheitszertifikat.

VERFEINERT UND BITURBO STATT KOMPRESSOR
Angesichts seiner Wohnzimmerschrankwand-Silhouette verblüfft freilich am Allermeisten, dass die seit 1999 gebaute AMG-Version besonders erfolgreich ist – in manchen Märkten macht der ultrastarke V8-Brüller 50 Prozent aller Verkäufe aus. Zuletzt mit 476 PS starkem Kompressor-V8, der für brachialen Sound, irrwitzigen Antritt und erschütternden Durst bekannt war.

Was also ist neu am Mercedes G 63 AMG mit V8-Biturbo? Der Biturbo-Benzindirekteinspritzer mit 5,5 Liter Hubraum, 544 PS und einem Maximaldrehmoment von 760 Newtonmetern treibt den G mit der Wucht eines Vorschlaghammers voran, allerdings nicht so unmittelbar gewalttätig aus dem Stand wie sein Kompressor-Vorgänger, sondern er gibt sich eine Nuance eleganter: weniger Dampf ganz untenherum, aber noch mehr Qualm obenheraus.

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Der hämmernde Brutalo-Sound des G 55 ist ebenfalls passé. Die neue Maschine klingt etwas zurückhaltender, ist aber immer noch für mehrere Lagen Gänsehaut beim saftigen Durchbeschleunigen gut. Und der Verbrauch? 13 Prozent weniger soll der G-Klasse: Facelift bringt V12-Biturbo schlucken als sein Kompressor-Ahn, das macht dann 13,8 Liter auf 100 km, wodurch der neue AMG-G aber immer noch nicht zum Spar-Vorschlag wird.

Es bleibt also beim ausgeprägt trotzschädeligen Grundcharakter, und die wuchtig-plakativen Exterieurüberarbeitungen verstärken diesen Eindruck sogar noch. Ein wenig Kultur hat der Modellwechsel aber doch gebracht: Die bisher arg knochige Federung spricht nun tatsächlich etwas feinfühliger an, und das neue Cockpit mit hochgesetztem Comand-Monitor, sportlichem AMG-Wählhebel und geprägtem AMG-Logo auf den Kopfstützen dürfte selbst alte G-Fans nicht verschrecken.
Johannes Riegsinger, Elmar Siepen

TECHNIK
 

MERCEDES G 63 AMG
Motor V8-Zylinder, 4-Ventiler, Direkteinspritzung, Biturbo
Nockenwellenantrieb Kette
Hubraum 5461 cm3
Leistung bei 400 kW / 544 PS bei 5500 /min
Max. Drehmoment bei 760 Nm bei 2000 – 5000 /min
Getriebe 7-Stufen-Automatik
Antrieb Allrad, permanent
Fahrwerk v.: Starrachse, Längs- und Querlenker,
Federn, Dämpfer, Stabilisator;
h.: Starrachse, Längs- und Querlenker, Federn,
Dämpfer; ESP
Bremsen rundum: innenbelüftete Scheiben;
ABS, Bremsassistent
Bereifung rundum: 275/50 R 20
Felgen rundum: 9,5 x 20
L/B/H 4769/2055/1938 mm
Radstand 2850 mm
Leergewicht / Zuladung 2550 kg / 650 kg
Anhängelast, gebr./ungebr. 3500 kg / 750 kg
Kofferraumvol. 480 – 2250 l
Abgasnorm Euro 5
Typklassen keine Angaben
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
 
0-100 km/h 5,4 s
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
EU-Verbrauch 13,8 l SP/100 km
CO2-Ausstoß 322 g/km
KOSTEN  
Grundpreis 137.505 Euro

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