Mercedes 450 SEL 6.9: V8-Motor M100 unter der Lupe Gewaltig, aber kompakt

31.03.2014

Mitte der 70er-Jahre schuf Mercedes mit dem 6,9-Liter-V8-Motor im 450 SEL 6.9 die perfekte Synthese aus schieren Fahrleistungen und höchstem Komfort

Als 1963 auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt der Mercedes 600 und mit ihm der Achtzylinder des Typs M 100 debütierte, ahnte wohl kaum jemand, welches Potenzial im größten deutschen V8-Zylinder der Nachkriegszeit schlummern sollte. Aus 6332 Kubikzentimetern schöpfte er satte 250 PS bei 4000 Umdrehungen pro Minute und stemmte ein maximales Drehmoment von 503 Nm bei 2800 Touren an die Kurbelwelle.

Damit stellte er die rund 210 PS starke Konkurrenz von Rolls-Royce in diesem Luxus-Segment locker in den Schatten. Bei der Konstruktion des Mercedes 600 hatte man technisch nahezu alle Register gezogen – von der Luftfederung über die Servolenkung bis hin zum Automatik-Getriebe und servounterstützten Bremsen. Dasselbe galt auch für den fortschrittlich konzipierten V8-Motor.


MERCEDES 450 SEL 6.9: MOTOR FÜR RENNZWECKE


Im Jahr 1968 hielt der rund 400 Kilogramm schwere M 100-Motor dann Einzug in der W108/109-Baureihe, wo er den 300 SEL 6.3 befeuerte und schon bald auch zum Objekt der Begierde von Tunern werden sollte. So trimmte man bei AMG in Affalterbach den 6,3-Liter-V8 auf Hubräume von bis zu 6,8 Litern sowie Leistungen von mehr als 300 PS und nahm mit dem 300er erfolgreich an Tourenwagen-Rennen teil.

Die Voraussetzungen dafür waren günstig, denn der aus Grauguss gefertigte Motorblock erwies sich als ausreichend steif, um auch höhere Motorleistungen zu verkraften. Und mit je einer obenliegenden Nockenwelle pro Zylinderbank sowie zwei gegenüber angeordneten Ventilen pro Brennraum bot der aus Aluminium gefertigte Zylinderkopf mit Querstromprinzip durchaus gute Voraussetzungen zur Leistungsoptimierung. Stufe drei des M 100-Motors zündete Mercedes schließlich 1975 in der seit 1972 gebauten W116-Reihe der S-Klasse. Unter Beibehaltung des Hubs von 95 Millimetern, aber einer um vier auf nunmehr 107 Millimeter vergrößerten Zylinderbohrung wuchs das Hubvolumen des auf 8,8:1 (vorher 9,0:1) verdichteten und mit einer aufwändigen Trockensumpfschmierung versehenen V8 auf jetzt 6834 Kubikzentimeter.

Gleichzeitig wurde die bisherige mechanische Saugrohreinspritzung mit Achtstempel-Einspritzpumpe durch die Bosch K-Jetronic ersetzt. Daraus resultierten eine Leistung von 286 PS bei moderaten 4250 Umdrehungen pro Minute sowie ein Drehmoment von 549 Nm bei 3000 Touren. Trotz des erklecklichen Leergewichts von 1935 Kilogramm beschleunigte der Mercedes 450 SEL 6.9 damit in 8,0 Sekunden von null auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Im Jahr 1980 wurde die Fertigung des Mercedes 450 SEL 6.9 nach 7380 gebauten Einheiten eingestellt, was aber nicht gleichzeitig das Ende für den hubraumstarken V8 bedeutete. In den arabischen Ländern war dieser Motor nach wie vor gefragt, und so entstanden vom Nachfolgemodell W116 noch eine Zeit lang die so genannten Trasco 1000 SEL-Versionen. Im Jahr 1982 wurde die Fertigung des drehmomentgeschwängerten M 100-Motors jedoch endgültig eingestellt. 

Jürgen Gassebner

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