Sport-SUV Lamborghini Urus Concept und LM002: Exklusiv-Vergleich Für Scheich und Familie

02.12.2015

Mit dem Urus kommt ab 2017 der erste familientaugliche Lamborghini. Der Vorläufer LM002 war vor allem für die saudischen Scheichs gedacht

Lamborghini und Familie waren bislang Begriffe, die so gut zusammenpassten wie Feuer und Wasser. Flach, böse und angriffslustig sind Lamborghini der natürliche Feind aller Familienkutschen. Und das Gepäckabteil im Format einer mittleren Kühlbox eignet sich eher für die Zahnbürste denn für Zelt und Zeug für den Urlaub. Das alles soll sich mit dem Urus nun ändern.

 

Sport-SUV: Lamborghini Urus Concept und der LM002

Das SUV, das 2017 auf Basis der neuen Q7- und Cayenne-Plattform entstehen soll, wird der erste Lamborghini fürs Shoppen und Reisen. Künftig im Supermarkt Sprudelkästen einladen oder bei Louis Vuitton einkaufen – der Urus wird der Lambo für alle Fälle. „Ich bin überglücklich mit der Entscheidung, den Urus zu bauen. Er ist eine zusätzliche Baureihe in einem Segment, in dem wir noch nie zu Hause waren“, freut sich Lamborghini-Präsident Stephan Winkelmann.

Schon beim ersten Blick auf den Urus wird klar, dass das sehnige und brillant gezeichnete Sport-SUV weniger fürs Gelände als für die rasanten Einsätze auf der Straße gedacht ist. Im Geröll dagegen fühlte sich der erste Lamborghini, der aus der Art schlug, seinerzeit zu Hause – der LM002. Der Geländewagen mit Doppelkabine und Platz für vier Personen gehörte mit seiner Ladefläche aber eher ins Segment der Pick-ups als der heutigen SUV.

Ursprünglich war der LM002 als Jeep-Nachfolger für die US-Army gedacht, doch bei der Ausschreibung unterlag das Fahrzeug dem Projekt von AM General. Nachdem Lamborghini durch mehrere Pleiten geschlittert war wie der Aventador über Glatteis, übernahm schließlich der französische Industrielle Patrick Mimran das Unternehmen, und der Lamborghini LM002 nahm endlich Gestalt an. LM steht übrigens für Lamborghini Military. Mit dem V12-Zylinder aus dem Countach, satten 450 PS und einem Drehmoment von 510 Nm wurde der Pick-up schließlich auf dem Autosalon in Brüssel 1985 präsentiert.

König Hassan von Marokko orderte das erste Serienfahrzeug, auch Keke Rosberg und Sylvester Stallone entschieden sich für den Macho-Lambo. Sogar die saudi-arabische Armee soll an dem Fahrzeug Interesse gezeigt haben. Trotz technischer Probleme wie Wasser in der Fahrerkabine oder Elektrik-Krankheiten schien der schnellste Container der Welt ideal für rasante Besorgungen in der nächsten Oase zu sein. 220.000 Mark Kaufpreis schreckten die Ölscheichs nicht ab, und Verbräuchen von 32 bis 50 Litern begegneten sie mit Nachrüsttanks von bis zu 400 Liter Fassungsvermögen.

Doch so manch anderer betuchter Kunde nahm von dem Monstrum Abstand, und so war dem LM002 nur eine kurze Karriere beschieden. 301 Exemplare wurden gebaut, 300 davon verkauft.

Beim Lamborghini Urus 2017 möchte man dagegen nichts dem Zufall überlassen, ganze 3000 Exemplare pro Jahr wollen die Italiener von dem neuen Super-SUV verkaufen. Der Kaufpreis soll bei 180.000 Euro beginnen. „Das derzeit emotionalste viertürige Auto“, so Winkelmann, soll bei der Marke für eine Verdoppelung der Verkaufszahlen sorgen. Erstmals spricht die Extrem-Sportwagenmarke Lamborghini, die bislang nur über zwei Baureihen verfügte, damit auch finanzkräftige Familien an.

Das Auto ist voll alltagstauglich und soll „trotz sportlicher Ausrichtung auch Komfort für längere Reisen bieten“, beschreibt Winkelmann stolz das Projekt. Mit der dritten Baureihe will der kleine Hersteller aus Sant’Agata eine größere Kundenbasis erschließen und unabhängiger vom Segment der Supersportwagen werden. „Wir möchten aus der Nische der Nische“, so der Lamborghini-Chef weiter.

Um die Kosten überschaubar zu gestalten, greift der Urus auf die Synergien des Konzerns zurück. Er steht auf der nächsten SUV-Basis für gleich fünf Marken und ihre Modelle (Audi Q7, Porsche Cayenne, VW Touareg, Bentley-SUV und Lamborghini Urus). Den Genen von Lamborghini entsprechend wird der Urus eines der schnellsten SUV werden, angepeilt ist ein Spitzentempo zwischen 285 und 300 km/h. Doch mehr als die Höchstgeschwindigkeit zählt bei dem Urus die Fahrdynamik. Die Karosserie wird zum großen Teil aus Aluminium gefertigt, und im Innenraum soll durch den Einsatz von Karbon dafür gesorgt werden, dass der Urus möglicherweise das leichteste Sport- und Luxus-SUV wird.

Dass auch in Sant’Agata inzwischen die Diskussion um die Reduzierung der Verbräuche angekommen ist, zeigen die Überlegungen zum Motor. „Wir dürfen die CO2-Gesetzgebung nicht außer Acht lassen“, umreißt Winkelmann das Ziel, dennoch wird der Urus immer deutlich über 500 PS haben. Denkbar ist als Einstiegs-Motorisierung ein V6 mit Plug-in-Hybrid, darüber hinaus könnte es einen V8 mit Turboaufladung geben. Der ursprünglich angedachte 4.0 TFSI aus dem Audi-Fundus ist „nicht mehr der Zukunftsmotor, das Aggregat muss eine Lamborghini-DNA haben“, fordert Winkelmann.

Möglicherweise entwickeln die Italiener dafür einen eigenen Zylinderkopf, denn ein eigenes Aggregat kann sich die kleine Company nicht leisten. Der Urus könnte auch der erste Lamborghini mit einem Dieselmotor werden. Zum Hintergrund: In den USA, dem wichtigsten Markt der Marke, ziehen die Diesel-Verkäufe insbesondere im Premium-Segment an. Und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch denkt wohl über einen neuen, sparsamen Zehnzylinder-Powerdiesel nach.

Auch bei der Kraftübertragung befindet man sich noch in einem Entscheidungsfindungs-Prozess. Noch ist nicht sicher, ob der Urus die Achtstufen-Wandler-Automatik von ZF oder ein DSG-Getriebe bekommt. Klar ist, dass aber nur eine von beiden Möglichkeiten erhältlich sein wird.

Leichte Veränderungen wird auch noch das Design erfahren, obwohl die wohlproportionierte Karosse im Wesentlichen gleich bleiben soll. Allerdings kommen 21- oder maximal 22-Zoll-Räder zum Einsatz statt der bisherigen 24-Zöller, und auch die kamerabasierten Außenspiegel werden wohl herkömmlichen weichen müssen. Und was ist mit dem Namen? Winkelmann grinst: „Noch ist der Name nicht entschieden, aber mir gefällt Urus sehr gut“.

Volker Koerdt

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