Interview: Ford-CEO Mark Fields über den GT in Le Mans 2016 Motorsport färbt ab

22.07.2015

Mit dem Ford GT will der Vorstandsvorsitzende Mark Fields in Le Mans 2016 angreifen. Für die Gesamtmarke hat der Supersportler eine weitaus größere Bedeutung

2016 kehrt Ford mit 
dem neuen GT in die GT-Kategorie zurück. Wieso tritt eine Weltmarke wie 
Ford nicht in der großen Klasse der Le Mans-
Prototypen an?
Wir halten die GT-Klasse für wesentlich repräsentativer als die LMP1-Kategorie. Die Technologie, die bei den GT demonstriert werden kann, ist deutlich relevanter für Serienprodukte. Der 3,5-Liter-EcoBoost-Motor im GT findet als Basis etwa Verwendung in unserem Explorer oder auch in unseren F150-Trucks. Selbstverständlich stellen die Le Mans-Prototypen mit Hybridaggregaten herausragende Ingenieursleistungen dar. Aber die GT-Kategorie bietet enorme Möglichkeiten, unseren Kunden Knowhow und Innovation auf der ganzen Welt zu beweisen.

 

Ford-CEO Mark Fields über die Bedeutung des Ford GT

Das beanspruchen Audi, Porsche und Toyota auch für sich: den Technologie-Transfer von der Rennstrecke auf die Straße.
Was Hybrid-Technologie und Elektrifizierung betrifft, bietet Ford seinen Kunden eine der breitesten Produktpaletten. Da haben wir alles im Programm – vom konventionellen Hybrid über Plug-in-Hybride bis hin zu rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen.

Um was geht es Ihnen 
also beim Ford GT?
Wir haben uns bei der Renn- wie auch bei der Straßenversion des GT sehr intensiv auf den Leichtbau und die Aerodynamik konzentriert. Als wir die Analyse für die Konstruktion erstellt hatten, kamen wir zu dem Schluss, dass wir mit unserem EcoBoost-Motor ein deutlich besseres Paket darstellen können, als wenn wir zusätzliches Gewicht durch ein Hybridsystem integrieren würden, was auch unsere Aerodynamik beeinträchtigt hätte. Unsere Entscheidung basiert auf Performance. Hybrid ist ein sehr weiter Begriff. Die Hy-brid-Technologie, die man bei 
den Le Mans-Prototypen sieht, ist nicht unbedingt die, die man in der Serie findet.

Wie wichtig ist für Sie der Kampf gegen andere Hersteller in der GT-Klasse, in der Ford gegen Porsche, Chevrolet, Aston Martin und Ferrari antreten wird?
Wir bestreiten Rennen, um zu gewinnen. Wir denken, wir werden wettbewerbsfähig sein. Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht: Der Motor im GT hat in der United Sportscar-Serie bereits die 24h von Daytona und die 12h von Sebring gewonnen.

Ist es das Ziel des Le Mans-Engagements, der Marke ein sportlicheres Image zu geben? In Deutschland steht Ford eher für einen Hersteller von Vans …
Als wir den GT, dessen Rennver-sion parallel zum Serienprodukt entwickelt wurde, im Januar in Detroit vorstellten, haben wir auch zwölf sportliche Straßenmodelle für die kommenden fünf Jahre angekündigt, sogenannte Performance Vehicles. Wir haben ja jetzt schon einige starke Modelle im Portfolio: Mustang Shelby 350R, Focus ST, Fiesta ST, Focus RS. Dass wir das berühmteste Langstreckenrennen der Welt bestreiten, stattet uns mit einem gewissen Level an Sportlichkeit aus. Unser Motorsport-Programm soll auch auf die Marke abfärben.

Der Mustang ist eine Ikone. Wieso hat Ford 50 Jahre gewartet, bis dieses Auto in Deutschland endlich beim Händler steht?
Ich schaue nie zurück – nur nach vorn. Ich war in vielen Ländern für Ford tätig. Was mich begeistert hat: Überall gibt es Mustang-Clubs. Es gibt mehr Mustang-Clubs außerhalb der USA als in den USA. Im Management-Team haben wir gemeinsam entschieden, den Mustang unseren Kunden weltweit anzubieten.

Fiat-Chef Sergio Marchionne sucht derzeit einen Partner. Eine Option?
Nein. Wir konzentrieren uns auf uns. Was aber projektbezogene Verbindungen mit Erstausrüstern in aller Welt betrifft, da war Ford schon immer sehr offen – wie 
etwa mit General Motors, mit 
denen wir schon Getriebe entwickelt haben.

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