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Mercedes GLC/Audi Q5/BMW X3: Vergleich

Mittelklasse-SUV im Vergleichstest

Mit dem von Grund auf neu entwickelten Mercedes GLC wollen die Stuttgarter die neue Nummer eins unter den feinen Mittelklasse-SUV werden. Mission erfolgreich?

Bei der Ablöse des GLK wird nichts vom Vorgänger übernommen. Das robuste, kantige Erscheinungsbild des GLK ist passé. Der Nachfolger GLC tritt deutlich eleganter auf. Er transportiert den Premiumanspruch der neuen C-Klasse in die SUV-Mittelklasse. Wie gut Premium ankommt, zeigt Audi. Obwohl der Q5 bereits sieben Produktionsjahre auf dem Buckel hat, verkauft Audi vom edlen SUV deutlich mehr als BMW vom X3 (seit 2010) oder Mercedes vom bisherigen GLK (seit 2008). Der GLC nimmt nicht nur die äußere Formensprache der C-Klasse aus, sondern setzt auch im Innenraum auf die gelungene Architektur der eleganten Limousine. Der GLC ist jedoch deutlich geräumiger – auch gegenüber Q5 und X3. Im schmalen X3 sitzen Fahrer und Beifahrer zu dicht an den Türen und mehr auf als im Fahrzeug. Audi und insbesondere der Mercedes integrieren trotz angenehm hoher Sitzposition ihre Insassen besser. Im Fond hingegen wendet sich das Blatt und die BMW-Passagiere profitieren von der großzügigen Kopffreiheit. Beim Ladevolumen zeigt das süddeutsche Trio mehr Einigkeit. Mercedes und BMW punkten mit ihrer serienmäßig dreiteilig vorklappbaren Lehne im Fond und dem topfebenen Ladeboden.

Neuer Mercedes GLC im Vergleichstest mit Q5 und X3

Dass der Audi in die Jahre kommt, zeigt sein unnötig weit verzweigtes Bediensystem. Allerdings ist auch die Bedienführung des neuen GLC in zahlreiche Ebenen unterteilt. Überzeugen kann hier nur die Menüstruktur des X3. Auch bei der Sicherheitsausstattung hinkt der alte Audi hinterher. Immer noch up to date ist jedoch seine hohe Material- und Verarbeitungsqualität. Mercedes erreicht mit dem neuen GLC ebenfalls dieses hohe Niveau. Dem X3 aber fehlt im Innenraum die Liebe zum Detail. Mit viel Feingefühl hat BMW das stahlgefederte X3-Fahrwerk mit optionalen adaptiven Dämpfern (1100 Euro) abgestimmt. Für den GLC gilt: Je schlechter die Piste, desto besser wird das schwäbische SUV. Auch bei hohem Tempo auf der Autobahn bleibt der GLC deutlich gelassener als die beiden Bayern. Der kernig abgestimmte Audi, der ohne adaptive Dämpfer steifbeinig abrollt, leidet unter seinen extrem breiten 20-Zoll-Rädern. Deutlich angenehmer ist das gefühlt niedrigere Geräuschniveau des Ingolstädters im direkten Vergleich mit dem BMW. An die wohltuende Ruhe im Innenraum des Mercedes kommt aber auch der Audi nicht heran. Dank größerem Hubraum, einer Extraportion Leistung, aber vor allem auf Grund der 100 Newtonmeter mehr Drehmoment fährt der GLC 250 d 4Matic dem Q5 und dem X3 auf und davon.

Günstige Alternative von VW: Vorstellung des erneuerten Tiguan

Das Zusammenspiel zwischen Vierzylinder-Biturbodiesel und der neuen Neunstufenautomatik des GLC ist nahezu perfekt. Die Extraübersetzungen und die Segelfunktion der beiden Automatikgetriebe von Mercedes und BMW zahlt sich gegenüber dem Doppelkupplungsgetriebe des Audi beim Verbrauch jedoch nicht aus. Der Ingolstädter benötigt 7,6 Liter Diesel für 100 Kilometer und liegt somit dem GLC auf einem Niveau. Der minimal niedrigere Verbrauch des BMW von 7,5 Litern dürfte auch aus dem geringeren Leergewicht des X3 resultieren. Deutlich größer ist der Unterschied bei der Reichweite. Der GLC kommt im Serientrimm auf lediglich 658 Kilometer. Erst der optionale 66-Liter-Tank erhöht die Reichweite auf 868 Kilometer – die Konkurrenz schafft trotzdem ein paar Kilometer mehr. Mit seiner überlegenen Motorleistung hat der GLC auch auf dem Handlingparcours die Nase vorn.

SUV-Vergleichstest in Bildern: GLC gegen Q5 und X3

Dank feiner Lenkung, klarer Rückmeldung von der Vorderachse und einem ausgesprochen agilen Einlenkverhalten vermittelt der leichte X3 in dieser Klasse einen Hauch Fahrspaß. Beeindrucken kann der Q5 mit seinen Verzögerungswerten auf Sportwagenniveau. Er kommt aus Tempo 100 mit warmen Bremsen bereits nach nur 33,2 Metern zum Stillstand. Der Mercedes benötigt akzeptable 35 Meter. Der BMW verschenkt mit 36,1 Metern wertvollen Sicherheitsraum. Mit dem GLC 250 d 4Matic hat Mercedes ein pralles Paket geschnürt. Selbst der Aufpreis von gut 2000 Euro in der Basis gegenüber der in die Jahre gekommen Konkurrenz fällt untypisch gering aus. Insbesondere die dürftigen Garantiekonditionen des günstigen und ebenfalls gut ausgestattete BMW X3 xDrive 20d kosten ihn in der Endabrechnung  wertvolle Zähler. Die beste Umwelt/Kosten-Bilanz erreicht unterm Strich der Audi Q5 2.0 TDI clean diesel quattro.

Michael Godde
Fazit

Der Mercedes GLC 250 d 4MATIC ist die neue Nummer eins unter den drei deutschen Premium-Mittelklasse-SUV. Reichlich Platz, feines Finish, komfortables und ausreichend agiles Fahrwerk, kräftiger Motor und eine nicht allzu abgehobene Preispolitik lassen der Konkurrenz keine Chance. Die Nummer zwei im Land ist der Audi Q5 2.0 TDI clean diesel quattro. Obwohl er seit sieben Jahren im Handel ist, macht er immer noch eine gute Figur. Das Qualitätsniveau überzeugt ebenso wie die beeindruckenden Verzögerungswerte. Platz drei geht an den BMW X3 xDrive 20d. Auch er kommt in die Jahre. Allerdings hält er mit umfangreicher Sicherheitsausstattung, agilem Handling und sensibel ansprechenden Federelementen den Anschluss zum GLC. Dass er dennoch hinter den Audi zurückfällt, liegt an seine im Vergleich schlechtere Bremsleistung.