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Verkaufszahlen: Skoda holt gegen Ford und Opel auf

Knappes Rennen

Opel und Ford konnten ihren Negativtrend 2014 stoppen. Aber Skoda holt immer stärker auf

Ford und Opel verbindet eine traditionelle Rivalität, die in den Zeiten von Rekord und Taunus, Kadett und Escort begann. Doch die Europa-Töchter der US-Konzerne Ford und General Motors haben beide ein schweres Jahrzehnt hinter sich. So sanken die Verkaufszahlen von Opel in Deutschland seit 2003 um 37,9 Prozent, Ford erlebte einen Rückgang um 15,9 Prozent.

Der Marktanteil der Rüsselsheimer fiel dramatisch von 10,3 auf 7,0 Prozent. Knapp dahinter lag Ford 2013 mit 6,7 Prozent. In Europa sieht die Lage ähnlich deprimierend aus: Seit 2006 verlor Opel über 509.000 Neuwagenkunden, Ford kehrten 367.000 Käufer den Rücken. Dass die Marke mit dem blauen Oval in Europa seit sechs Jahren vor Opel liegt, ist da nur ein schwacher Trost.

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Die Erosion der beiden Hersteller hat verschiedene Gründe: unklare Markenimages, verfehlte Modellpolitik, Qualitätsprobleme und neue Wettbewerber, etwa aus Südkorea. Ein weiterer Grund trägt den Namen Skoda.

Während Opel und Ford schwächelten, startete ihr tschechischer Rivale durch: Seit 2003 konnte die VW-Konzernmarke ihre Verkäufe in Deutschland um satte 83,0 Prozent steigern, der Marktanteil verdoppelte sich seit 2003 von 2,7 auf 5,4 Prozent. In der Kompaktklasse hat Skoda die Nase sogar schon vor den beiden Konkurrenten. Doch Opel und Ford konnten ihre langjährige Talfahrt 2014 mit neuen Modellen wie dem Opel Mokka oder dem Ford Kuga stoppen.

Bis Mai verbuchten die Rüsselsheimer in Deutschland ein Plus von 6,0 Prozent, Ford steigerte sich sogar um 13,6 Prozent. Noch liegt die Marke mit dem Blitz mit 1832 Neuzulassungen knapp vorn. Wobei Opel offenbar vom Rückzug der General-Motors-Marke Chevrolet aus Europa profitiert.

In den Bilanzen ist die Trendumkehr jedoch noch nicht angekommen: Zwar steigt der Umsatz von Ford und Opel, doch beide Marken haben im ersten Quartal 2014 dreistellige Millionenverluste eingefahren. Bei den Buchhaltern liegt Skoda mit einem Gewinn von 185 Millionen Euro jedenfalls schon vorn.

Markus Bach