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Smart Fortwo Cabrio (2016): Preis

Fortwo Cabrio ab 15.655 Euro

Das kleinste Auto im Land gibt sich buchstäblich die Blöße und macht sich nun so richtig frei: Ab März 2016 verkauft Smart den Fortwo auch wieder als Cabrio. Vorstellung.

Verkehrte Welt im Großstadt-Dschungel: Während sich manche nur noch im SUV in die Stadt trauen, gibt sich ausgerechnet das kleinste Auto im Land jetzt buchstäblich die Blöße und macht sich nun so richtig frei: Ab März verkauft Smart den Fortwo auch wieder als Cabrio. Für Preise ab 15.655 Euro wagt der Bonsai-Benz dann den Striptease im Stadtgewühl und setzt Yuppies an die frische Luft. Zwar fühlt man sich damit tatsächlich ein bisschen nackt und bisweilen sogar verletzlich, wenn auch die letzte Distanz flöten geht und die Grenzen zwischen drinnen und draußen vollends verwischen. Doch dafür erlebt man das Gefühl der Großstadt ohne Verdeck wie ohne Filter: direkter und intensiver. Lärm, Gerüche und Gewusel – wenn die Rushhour zum Rausch der Sinne wird, schaut man aus dem offenen Elefantenrollschuh plötzlich voller Hohn in alle jene Cabrios und Roadster hinab, die sich nur wiederwillig von ihren Traumrouten herunter in die Niederungen des Alltagsverkehrs trauen.

Smart Fortwo Cabrio macht aus Stadt einen Rummelplatz

Klar, auf einer kurvigen Küstenstraße, auf einem engen Alpenpass oder einem breiten Prachtboulevard macht jedes offene Auto eine gute Figur. Aber spritzig im Stoßverkehr auf der Einfallstraße, flink in den verwinkelten Gassen der Altstadt oder gar beim Etagenslalom im Parkhaus, da zeigt der kleine Smart seine wahre Größe und wird vollends zum City-Champion. Und spätestens, wenn man mit dem winzigen Wenderadius ins Kreiseln kommt und einem dabei der Wind durch die Haare streift, fühlt sich die Tour im Smart an wie die Fahrt auf einem Karussell und die Stadt wird zum Rummelplatz. Genau wie im ForTwo Coupé knattern im Heck die beiden bekannten Dreizylinder, die es im Cabrio nur mit Doppelkupplung gibt. Im Basis-Modell ist das ein Einliter-Sauger mit 71 PS, darüber rangiert der 0,9-Liter-Turbo mit 90 PS. Damit schafft die kleine Luftnummer Spitzengeschwindigkeiten von 151 und 155 km/h. Das reicht zwar nur bedingt für eine Sturmfrisur, abgesehen davon ist der Spaß im Smart trotz des mit dem Generationswechsel deutlich verbesserten Fahrverhaltens proportional zur Geschwindigkeit. Außerdem genügen auch gute 150 Sachen allemal für eine neue Föhnwelle und drittens wird es bei diesen beiden Motoren ohnehin nicht bleiben. Schließlich plant Daimler für den Sommer auch wieder einen Smart Brabus und später die Elektrovariante. Man muss kein Prophet sein, um diese beiden Antriebe auch im offenen Auto zu sehen.

Bildergalerie: Smart Fortwo Cabrio (2016)
 
Dem Prinzip nach kennt man das so genannte „TriTop“-Verdeck schon vom im Jahr 2010 eingeführten und immerhin 220.000 mal verkauften Vorgänger. Damals wie heute gibt es eine Stoffkappe, die wie ein Schiebedach binnen zwölf Sekunden nach hinten surrt. Das funktioniert natürlich auch während der Fahrt oder per Fernbedienung mit dem Schlüssel und macht nicht vor der Heckscheibe halt: Wenn man nur lange genug aufs Knöpfchen drückt, klappt auch die Glasscheibe um und das gesamte Paket faltet sich über den Kofferraum. Dann ist zwar die Sicht nach hinten mehr als eingeschränkt, dafür steht einem der Himmel offen. Für alles andere gibt es dann eine Rückfahrkamera. Bis dahin ist das nichts besonderes, sondern gängige Praxis wie man sie auch vom DS3 oder dem Fiat 500 kennt. Doch wer es ernst meint mit der automobilen Freikörperkultur, der kann danach auch noch die beiden Dachholme ausbauen und in einem speziellen Fach in der Heckklappe verstauen. Das mag ein bisschen mühsam sein, die Spanngurte über dem Plastikdeckel hätte man sicher etwas wertiger gestalten können und viel Platz im Kofferraum bleibt mit dem Sandwich auch nicht mehr. Doch mit demontierten Dachholmen und heruntergelassenen Seitenscheiben wird der Smart gar vollends zum Freisitz, in dem einem der Wind gehörig um die Nase weht. Viel näher kann man den Elementen in einem Stadtflitzer kaum kommen.

Die exklusivste und teuerste Art, Smart zu fahren

Dass Smart dafür rund 3400 Euro Aufpreis verlangt, ficht Markenchefin Annette Winkler nicht an. Sie räumt zwar ein, dass dies auf der einen Seite die exklusivste, vulgo: teuerste Art sei, einen Smart zu fahren. Doch auf der anderen Seite sei der Smart noch immer das billigste Voll-Cabrio der Republik. Außerdem sei es mit seinem einzigartigen Verdeck im Grunde gleich drei Autos in einem und biete deshalb mehr Freiheiten als jedes andere Cabrio, wirbt die Überzeugungstäterin und hofft durch die Modellerweiterung auf reichlich Rückenwind für das einstige Sorgenkind im Konzern. Denn nachdem der Generationswechsel bereits 120.000 Zulassungen in die Bilanz gespült und den Absatz in Europa um mehr als 70 Prozent nach oben getrieben hat, soll das Cabrio den Smart natürlich weiter beflügeln. Was zum großen Glück mit dem kleinen Auto jetzt noch fehlt, ist das passende Wetter. Aber selbst wenn Daimler darauf keinen Einfluss hat: Der nächste Sommer kommt bestimmt.

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Thomas Geiger