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Audi A9: Supersport-Limousine auf der L.A. Auto Show 2014

Porsche im Visier

Auf der L.A. Auto Show 2014 zeigt Audi eine Vorschau auf den kommenden A9 – denn die Ingolstädter planen eine Supersport-Limousine mit emotionalem Design und bestechender Dynamik

Weltweit läuft es bestens bei Audi. Die Absatzzahlen stimmen, die Rendite auch. Dennoch arbeitendie Ingolstädter mit Hochdruck an ihrer Zukunft. Denn Mercedes ist längst wieder erstarkt, BMW innovativ wie nie und Porsche greift mit SUV-Modellen und dem Panamera in Segmenten an, in denen normalerweise Audi zu Hause ist.

Audi A9: Supersport-Limousine auf der L.A. Auto Show 2014

Deshalb lässt der wieder zurückgekehrte Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg bei Audi derzeit kein Blech auf dem anderen: „Vorsprung durch Technik“ – dieses Audi-Credo soll unter seiner Führung endlich wieder aufgeladen werden. Dass Hackenberg es dabei gern krachen lässt und sportliche Autos liebt, ist kein Geheimnis. So soll nach seinen Vorstellungen oberhalb des aktuellen A8, der als komfortorientierte Business-Limousine positioniert ist, 2018 ein sportlicher Audi A9 kommen.

Die Nomenklatur ist noch nicht entschieden, das Auto könnte auch A8 Avantissimo heißen, frei nach der IAA-Studie von 2001. Dabei wollen die Ingolstädter in die 600-PS-Liga eines Mercedes S 63 und 65 AMG oder eines Porsche Panamera Turbo S preschen. Und beim Design will Audi an die Erfolgsstory früherer Jahre anknüpfen. Denn zuletzt häufte sich die Kritik, dass sich die Modelle, insbesondere an der Front und beim sogenannten Singleframe-Grill, zu stark ähneln.

Marc Lichte, der neue Chefdesigner von Audi und Hackenbergs Wunschkandidat auf dieser Position, will mit dem A9 sein erstes Gesellenstück abliefern. Der Grill wird flacher und kleiner, die Haube weiter nach vorne gezogen, sodass die ganze Silhouette des A9 deutlich sportlicher wirkt als bei den bisherigen Audi-Limousinen. Vier Türen sind gesetzt, auf eine große Heckklappe will Audi in diesem Segment verzichten.

Der Singleframe-Grill soll dreidimensionaler werden als bisher und weiter herausgezogen sein. Eine coupéhafte Linie soll dem Fahrzeug optische Länge verleihen. Stilistisch hat Audi das Mercedes S-Klasse Coupé, Porsche Panamera, Jaguar XJ und Maserati Quattroporte im Visier. Basis der Sportlimousine wird die neueste Evolutionsstufe des modularen Längsbaukastens. Frühestens 2018 ist der Serienstart des neuen Flaggschiffs denkbar, bei den Motoren sind aufgeladene Sechs- und Achtzylinder geplant. Ob der A9 in der stärksten Version die 600-PS-Marke überschreitet, ist noch offen, aber gut möglich.

Für den chinesischen Markt könnte auch der W12-Zylinder zum Einsatz kommen, der schon die Konzernmodelle Bentley Flying Spur und VW Phaeton antreibt. Weil auch die Wettbewerber BMW und Mercedes hier als Top-Motorisierung Zwölfzylinder im Programm haben, will Audi diese Luxuslücke schließen. Auch ein Plug-In-Hybrid, der mindestens 50 Kilometer weit rein elektrisch fährt, wird kommen.

Im Interieur soll alles vom Feinsten sein und selbst ausgefallenste Kundenwünsche zufrieden stellen. Ob Carbon, Holz oder Aluminiumoberflächen, individuelle Lederausstattungen oder frei programmierbare Displays – im Cockpit ist alles möglich. Der Audi A9 wird nur als allradgetriebener Quattro erhältlich sein. Auch Doppelkupplungsgetriebe sind Serie.

Da der A9 nach Information von AUTO ZEITUNG in Neckarsulm gebaut wird, ist klar, dass die Sportlimousine wie der A8, dessen Basistechnik sie nutzt, eine Karosserie aus Aluminium besitzen wird. In der Top-Version sind Höchstgeschwindigkeiten von deutlich über 300 km/h denkbar. Für die Beschleunigung von Null auf 100 km/h dürften weniger als vier Sekunden vergehen.

Volker Koerdt, Wolfgang Eschment