Audi A8 Aicon: IAA 2017 Audi-Studie für autonomes Fahren

von Thomas Geiger 13.09.2017

Audi bringt mit dem Audi Aicon steht eine Studie für autonomes Fahren auf der IAA 2017. Der vom Computer gesteuerte Luxusliner basiert auf dem Audi A8, kommt ohne Lenkrad und Pedale aus und möchte auch ansonsten die Umwelt retten - etwa mit Bodenbelägen aus recyceltem Meeresmüll.

Mit ihrer auf dem A8 basierenden Studie Audi Aicon geben die Ingolstädter auf der IAA 2017 (14. bis 24. September) ihren Gedanken für das komplett fahrerlose Auto eine Gestalt. Wie eine Mischung aus Audi und Ikone klingt die Vision für den Luxusliner von Übermorgen, der mit künstlicher Intelligenz (AI) zum Aushängeschild dieser neuen Zeit werden soll. Der 5,44 Meter lange Luxusliner sieht mit seinem glatten Bug, dem knackigen Heck, dem hohen Dach und dem eigenwilligen Knick auf Augenhöhe nicht nur ungewöhnlich aus, sondern hat auch eine eigenwillige Entstehungsgeschichte, die mit einer Idee von der "Long Distance Lounge" vor zwei Jahren begonnen hat. So habe Audi das Auto zum ersten Mal von innen nach außen gedacht. Zwar hat der Audi A8 Aicon eine spektakuläre Form, doch viel spannender ist die Luxuslounge, in die Audi zur Sitzprobe eingeladen hat. Hier verzichtet Audi nicht nur auf das gesamte Bediensystem, sondern vor allem auch auf Pedale und Lenkrad. Die Sitze haben Stehkragen statt Kopfstützen, Gurte braucht es beim unfallfreien Autopiloten nicht mehr und anders als im A8 ist die First Class jetzt wieder in der ersten Reihe. Nicht umsonst kann man die Sessel mit Beinauflage, Massagefunktion und Fußbodenheizung dort um mehr als einen halben Meter verschieben und um etwa 20 Grad in jeder Richtung drehen. Das reicht, um bequem miteinander zu plaudern, ohne dass man sich mit die Füßen in die Quere kommt oder gegen die Fahrtrichtung sitzen muss. Mehr zum Thema: Alle neuen Autos in Frankfurt

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Der Audi Aicon im Video:

 
 

A8-Studie: Audi zeigt Aicon auf IAA 2017

Nicht zuletzt, weil der Radstand gegenüber dem langen A8 noch einmal um 24 Zentimeter gestreckt wurde, wirkt der Audi Aicon von innen mehr denn je eine Wohnung und ist deshalb auch bei der Materialauswahl einer Immobilie näher als einem Automobil. Doch so ein bisschen bewegen muss sich auch das Auto der Zukunft schon noch - selbst wenn dann Kollege Computer das Steuer übernimmt. Während Audi also innen die wohnlichste Auto-Atmosphäre aller Zeiten geschaffen hat, wurde der Antrieb von einem Heer von Technikern entwickelt. Das war allerdings eine vergleichsweise leichte Übung – denn im Sandwich unter dem feinen Teppichboden aus recyceltem Meeresmüll steckt der Powerpack aus dem kommenden Audi e-Tron. Vier e-Motoren leisten bis zu 260 kW und die Lithium-Akkus sollen für bis zu 800 Kilometer reichen. Nur ganz so schnell will und muss der Audi Aicon nicht mehr fahren. Weil der Verkehr in der Ära des autonomen Autos wieder besser fließt und weil man ohnehin am liebsten gar nicht mehr aussteigen möchte aus dem A8 von übermorgen, haben die Ingenieure den Wagen auf eine Reisegeschwindigkeit von 130 km/h ausgelegt. Dafür allerdings haben sie das Einsatzgebiet deutlich erweitert: Während der Chauffeur im langen A8 heute mittlerweile in der engen Innenstadt ganz schön schwitzen muss, ist der Aicon dank Hinterachslenkung mit einem Wendekreis von 8,50 Metern handlicher als ein Kleinwagen. So können wir tatsächlich einen Tür- zu Tür-Fahrdienst anbieten.

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Audi-Studie auf unbestimmte Zeit nicht serienreif

Zwar weiß Audi selbst am allerbesten, dass er mit dem Aicon weiter springt als je zuvor und deshalb nicht nur seine Entwickler auf diesen Weg mitnehmen muss, sondern auch die Gesellschaft, die Behörden und die Politik. Einen konkreten Zeithorizont für den Aicon gibt es daher noch nicht. Wird es 2030, 2040 oder noch später? Diese Frage kann im Augenblick niemand seriös beantworten. Doch im Grunde ist das Audi auch egal. Denn dort will man auf die Freigabe für den Autopiloten gar nicht erst warten, sondern alle Details, die man in dieser Studie andeuter, schon sehr viel früher in Serie verwirklichen. Und das Lenkrad lässt man dann zur Not einfach weiter mit an Bord. 

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