Allrad-Systeme im Vergleich Allrad-Systeme im Vergleich: Schweres Gerät

11.01.2017


Mercedes ML 420 CDI und Range Rover Sport TDV8
 

Wenn man damit nicht hochkommt, dann gar nicht. Geländewagen wie der Mercedes ML und besonders der Range Rover Sport stehen im Ruf, echte Allesüberwinder zu sein. Doch sofern es darum geht, eine verschneite Steigungsstrecke zu erklimmen, hadern Autos dieser Größe in erster Linie mit ihrem hohen Gewicht.

Das erklärt, weshalb der sonst zu Recht als besonders traktionsstark geltende Range Rover Sport bei der Berechnung der Steigfähigkeit vergleichsweise schlecht abschneidet. Sein Allradsystem ist bis ins kleinste Detail darauf ausgelegt, eine möglichst hohe Zugkraft zu entfalten und ohne durchdrehende Räder in Schleichfahrt jedes noch so entlegene Ziel zu erreichen. Die Dosierbarkeit der Motorleistung und ein möglichst schlupffreies Anfahren standen bei der Konzeption seines Allradantriebs ganz weit vorn. So erlaubt der Range denn auch ein sicheres Anfahren, selbst wenn das Dickschiff auf einer blanken Eisplatte steht, während die übrigen Autos im Test samt und sonders Mühe haben, nicht seitlich wegzugleiten.

Doch die Beschleunigungsfähigkeit des noblen Offroaders ist klar limitiert. Wählt man den Sand-Modus der Terrain Response-Steuerung, greifen die Sperrdifferenziale zwar aggressiver ein, aber trotzdem nimmt der TDV8 bei Vollgas nur mit verhalten durchdrehenden Rädern Fahrt auf. Im Tiefschnee brilliert er dafür mit gleichmäßiger Bodendruckverteilung und üppiger Freigängigkeit. Außerdem erreicht der Range Rover trotz des mit Abstand höchsten Leergewichts die kürzesten Bremswege.

Aber Ehre, wem Ehre gebührt: Wer auf winterlichen Straßen fährt, kommt am Lenkrad des ML 420 CDI mit 4MATIC-Allrad höher hinauf. Dank seiner vergleichsweise simplen Konstruktion mit einem zentralen Kegelraddifferenzial zwischen den Achsen und einer Traktionskontrolle (4ETS) beschleunigt der Mercedes selbst auf Schnee mit beeindruckender Vehemenz. In Kombination mit dem um über 400 kg geringeren Gewicht errechnet sich daraus eine deutlich bessere Steigfähigkeit.

Serienmäßig verzichtet der ML, so wie unser Testwagen, auf Reduktion und Sperrdifferenziale. Diese Bauteile sind einzig im Offroad-Betrieb notwendig und gegen Aufpreis zu haben. Wer sowieso nur auf der Straße fährt, braucht den Ballast nicht mitzuschleppen. Natürlich profitiert auch die Zeit der Passfahrt vom spürbar heftigeren Vortrieb: Bis zu 83 km/h erreicht der 306 PS starke ML auf der zehnprozentigen Steilstrecke. Der Range erreicht mit seinen 272 PS höchstens 70 km/h. Dass der Brite dennoch nur zwei Sekunden länger braucht, verdankt er seinem stabileren und präziseren Fahrverhalten.

Obwohl sich beide Autos nur schwerfällig über die Teststrecke hetzen lassen, bricht der ML gelegentlich schlagartig mit dem Heck aus. Sein rigide eingreifendes ESP sorgt aber flugs für Ruhe – und bremst die Fuhre stark ab. Die Reaktionen des Range Rover Sport lassen sich besser vorausahnen, und die Übergänge nahe der Haftgrenze setzen weicher ein. Das erklärt auch, weshalb der Brite die höheren Kurvengeschwindigkeiten erzielt.
 

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